HOME

30 Jahre nonstop im Dienst: Dieser Uralt-Rechner steuert 19 Schulen

Er ist der vermutlich treueste Mitarbeiter des Bundesstaats Michigan: Seit 30 Jahren steuert ein Amiga die Klimaanlage von 19 Schulen. Nun soll der Uralt-Rechner gegen ein jüngeres Modell ausgetauscht werden.

Der Amiga 2000 hat bereits einige Jahre auf dem Buckel

Der Amiga 2000 hat bereits einige Jahre auf dem Buckel

Er läuft und läuft und läuft: Seit fast drei Jahrzehnten verrichtet ein uralter Amiga 2000 in den USA seinen Dienst. Er steuert die Heizungs- und Klimaanlagen von 19 öffentlichen Schulen im US-Bundesstaat Michigan. Der Rechner ist dafür zuständig, die Temperatur in den Klassenzimmern zu kontrollieren und bei Bedarf die Klimaanlagen, Heizungsboiler oder Pumpen zu starten. Der Amiga 2000 stammt aus dem Jahr 1987 und war damals ein großer Wurf: Der Prozessor taktete mit 7,14 Megahertz, der Arbeitsspeicher war einen Megabyte groß. Das wirkt aus heutiger Sicht lächerlich, der Amiga war damals aber ein Profi-Gerät.

Ein Schüler richtete den Amiga ein

Der Rechner wurde in den Achtzigern mit Fördermitteln gekauft und ersetzte einen Computer "von der Größe eines Kühlschranks", erklärte Gebäudetechniker Tim Hopkins dem US-Lokalsender "WoodTV". Besonders skurril: Damals wurde der von den Behörden angeschaffte Computer von einem Schüler der Kentwood Highschool programmiert. Und weil der immer noch in der Gegend wohnt, hält er den Rechner bis heute in Schuss.

Ein gar nicht so leichtes Unterfangen: Während der Amiga 2000 selbst ziemlich zuverlässig vor sich hin rechnet, musste die Maus bereits zweimal und der Monitor dreimal ausgetauscht werden. Dabei wird es immer schwieriger, Ersatzteile für den betagten Rechner zu bekommen.

Und es gibt ein weiteres Problem: Auf der Modem-Frequenz funken auch die Walkie-Talkies der Schulhausmeister, wodurch der Amiga gelegentlich abstürzt. Dann hilft nur noch eins: Alle Geräte müssen ausgeschaltet und nach 15 Minuten neugestartet werden.

Das letzte Jahr des Dino-Rechners

Die Schulverwaltung will den Computer-Dino im kommenden Jahr in den Ruhestand schicken. Für 1,5 Millionen Dollar soll ein neues Steuerungssystem für die Heizungsanlage angeschafft werden, sofern der Wahlkreis der Investition zustimmt.

Themen in diesem Artikel