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Browser-Erweiterung Das Ende einer Ära: Adobe Flash Player erhält sein letztes Update – und stirbt dann einen leisen Tod

Erneut wurde eine Sicherheitslücke im Adobe Flash Player entdeckt. Das Update erscheint noch diese Woche.
Adobe Flash fand sich lange auf beinahe jedem Rechner - und sorgte dort für Unsicherheit
© Adobe
Kaum ein Programm prägte die Nutzung des Internets so sehr wie das kleine Plug-In Flash Player. Jetzt steht das Ende der Ära kurz bevor. 

Schnelle Spiele für zwischendurch, aufwendige Webseiten und auch der Anfang der Videorevolution: Adobes kleines Programm Flash Player brachte das starre Internet der Anfangszeit in Bewegung und sorgte für vorher nicht gekannte Interaktivität. Jetzt ist das Ende nah: Adobe hat nun ganz offiziell seinem Flash Player die letzte Ehre erwiesen. 

Das seit gestern veröffentlichte Update sei das letzte, mit dem 31. Dezember Ende der Support für den Flash Player, kündigte Adobe an. Ab dem 12. Januar nächsten Jahres werde man sogar beginnen, Flash-Inhalte aktiv zu blocken. Nur in China wird es noch weitere Updates geben. Dort betreibt Adobe eine separate Variante seines Programmes. Einfach vergessen sollen die Nutzer Flash aber nicht: Man werde sie mit Meldungen daran erinnern, den Flash Player vom Rechner zu entfernen, erklärte Adobe.

Dank an die Fans

In seinem Blog-Beitrag zum Update wird Adobe fast etwas nostalgisch. "Wir wollen den Moment nutzen, um uns bei allen unseren Nutzern und den Entwicklern zu bedanken, die in den letzten beiden Jahrzehnten großartige Flash-Player-Inhalte benutzt und entwickelt haben", schreibt das Unternehmen. "Wir sind stolz, dass Flash eine so prägende Rolle darin spielen konnte, das Internet in Bezug auf Animationen, Interaktivität, Audio und Video weiterzuentwickeln." Man freue sich darauf, die nächste Phase mitbegleiten zu dürfen.

Das Ende kommt indes nicht überraschend. Bereits Ende 2017 kündigte Adobe an, den Flash Player langsam auslaufen zu lassen. Gründe dafür gab es genug. Zum einen stand mit HTML-5 ein überlegener Nachfolge-Standard bereit, über den interaktive Bewegtinhalte auch ohne zusätzliche Programme direkt im Browser dargestellt werden konnten. Ein wichtiger Grund war zudem die stetig wachsende Bedeutung des Smartphones. Während Flash auf Android-Geräten durchaus verfügbar war, verweigerte sich Apple konsequent dem Standard. Die von Gründer Steve Jobs gehegte Abneigung gegen Flash wurde auch nach seinem Tod 2011 respektiert, das Programm kam nie auf iPhone und Co. Damit war es für Mobilentwickler quasi gestorben. Schließlich machte es wenig Sinn, die Nutzer eines der wichtigsten Systeme auszusperren.

Die größte Schwäche des Flash Players war aber seine Sicherheit. Weil das Programm extrem weit verbreitet und zudem mit vielen Rechten ausgestattet war, war es ein beliebtes Ziel für Entwickler von Schadsoftware. Immer wieder musste Adobe mit heißer Nadel Lücken stopfen, über die große Angriffswellen gefahren wurden. Bereits 2015 hatte Adobe deshalb empfohlen, auf Flash lieber zu verzichten.

Flash lebt weiter - im Internet-Museum

Ganz verschwinden werden die Flash-Inhalte aber nicht. Programme wie der Emulator Ruffle erlauben es, mit Flash erstellten Content wie Spiele auch nach dem offiziellen Ende weiter nutzen zu können. Das freie Internet Archive hat mit Hilfe des Programms begonnen, mehr als 1000 Spiele und Animationen aus der Vergangenheit zu sichern, um sie weiter zugänglich machen. Nostalgiker können also weiterhin in Erinnerungen schwelgen. Für die meisten anderen Internet-Nutzer dürfte sich indes wenig ändern.

Quelle: Adobe


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