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Verrückter Test Der Ort in NRW, in dem Datenübertragung per Pferd schneller geht als via Internet

Eine Reiterin auf ihrem Pferd
Ist so ein Pferd schneller als das Internet...? (Symbolbild)
© Christin Klose / Picture Alliance
Dass das Internet in Deutschland im internationalen Vergleich jämmerlich schlecht dasteht, ist ja fast schon ein Running Gag. Ein schräges Experiment bestätigte das nun leider.

Anderswo auf der Welt, selbst in deutlich ärmeren Ländern, ist das Internet oft klar besser als im wohlhabenden Deutschland. Mitunter gibt es kostenloses Wi-Fi für alle, und selbst einsamste Gegenden verfügen über ein gutes mobiles Netz. Davon kann man hier nur träumen.

Vor allem im nordrhein-westfälischen Schmallenberg. Hier bewies jetzt ein professioneller Fotograf, wie sehr das dortige Netz hinterherhängt. Er wollte nämlich einen Schwung digitaler Fotos an eine Druckerei im Nachbarort senden. Und aus Erfahrung wusste der Mann: Die Bilder über das Internet zu schicken, das kann dauern ...

Daten über das Internet zu senden, dauert

Halb im Scherz wollte der Fotograf ein Experiment wagen. Würde er seine Daten, immerhin 4,5 Gigabyte, schneller digital zur Druckerei senden können – oder per Pferd? Und so drückte er einer Bekannten die auf eine DVD gebrannten Daten in die Hand, und die sattelte ihr Pferd. Der Fotograf lud währenddessen die Bilder in eine Dropbox hoch.

Pferde schaffen durchschnittlich einen Kilometer in zehn Minuten. Die Druckerei befand sich knapp sechs Kilometer entfernt. Und tatsächlich kam die Reiterin nach einer guten Stunde dort an und händigte die DVD aus. Zu diesem Zeitpunkt saß der Fotograf noch immer geduldig wartend vor seinem PC-Monitor – die 4,5 GB waren noch lange nicht fertig hochgeladen.

Das Ergebnis ist deutlich

Pferd und Reiterin machte sich auf den Heimweg und kamen nach einer weiteren Stunde wieder zuhause an. Auch jetzt waren die Bilder auf digitalem Weg noch nicht übertragen. Das sagt einiges aus über das Internet in diesem Teil von Schmallenberg. Der Fotograf verfügt übrigens über einen Glasfaser-Anschluss – allerdings war es der Telekom bisher noch nicht möglich, diesen ans Netz anzuschließen.

Der Ort in NRW hat das gleiche Problem wie viele Dörfer und Kleinstädte: Da hier nicht so viele Menschen leben, rechnet sich der "Aufwand", z.B. Glasfaserkabel zu verlegen, für die Anbieter nicht wirklich. Insofern wird der Fotograf in Zukunft vermutlich die DVD-Variante der Datenübertragung wählen – aber vermutlich eher mit Auto oder Fahrrad zur Druckerei fahren.

Quelle:  "Tag24" / WDR

wt

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