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Großes Sicherheitsrisiko: Experten warnen vor Windows XP

Am 8. April endet der Microsoft-Support für Windows XP. Das Betriebssystem ist veraltet, unsicher und läuft auf acht Millionen deutscher PCs. Nun warnt der Branchenverband Bitkom vor der Zeitbombe XP.

Von Christoph Fröhlich

Windows XP ist eine tickende Zeitbombe für Millionen PCs. Am 8. April stellt Microsoft den Support für das bald 13 Jahre alte Betriebssystem ein. Dann wird es keine neuen Updates geben, Sicherheitslücken werden nicht mehr gestopft. "Ohne die Bereitstellung aktueller Sicherheitsupdates können diese alten Versionen von Windows und Office zum Ziel für Angreifer werden", warnt der Branchenverband Bitkom. "Gegebenenfalls verzichten auch Hersteller von Antivirensoftware auf XP-Updates, da die Verbreitung der alten Windows-Version weiter abnimmt."

Das Virenjäger den Support zeitnah einstellen, ist dennoch unwahrscheinlich: Laut den Analysen von "Netmarketshare" lief im Februar dieses Jahres auf jedem dritten Rechner Windows XP. Damit liegt es hinter Windows 7 (47,3 Prozent) und meilenweit vor dem Ladenhüter Windows 8 samt Erweiterung 8.1 (10,7 Prozent). Allein in Deutschland ist das Betriebssystem auf acht Millionen Computern installiert.

Nicht nur bei der Sicherheit müssen Nutzer Abstriche machen: "Abzusehen ist, dass viele Programm- und Hardware-Anbieter, etwa für Drucker oder Scanner, keine neuen Treiber oder Updates für Windows XP veröffentlichen", erklären die Bitkom-Experten Christoph Krösmann und Marc Fliehe.

Sicherheitsrisiko im Bundestag

Vor allem Unternehmen sollten schleunigst umsteigen. Neu entdeckte Sicherheitslücken werden ab 8. April zum Einfallstor für Viren, Würmer und Trojaner, die Firmennetzwerke infiltrieren und von dort aus weiteren Schaden anrichten können. Alles in allem steige das Risiko von Systemfehlern und Ausfällen der IT-Systeme, was in Unternehmen hohe Kosten verursachen könne.

Das könnte auch auf den Deutschen Bundestag zukommen: Wie die Zeitung "Die Welt" berichtet, laufen im Bereich der Bundestagsverwaltung 5400 Computer, darunter die PCs zahlreicher Abgeordneter, immer noch mit Windows XP. Ob die Rechner noch rechtzeitig bis zum 8. April aufgerüstet werden, ließ man offen. "Der Deutsche Bundestag gibt grundsätzlich keine konkreten Auskünfte zu IT-Sicherheitsmaßnahmen."

So gelingt der Umstieg

Auch XP-Privatnutzer sollten das Betriebssystem aktualisieren. Empfehlenswert sind Windows 7, das bis 2020 von Microsoft unterstützt wird, und Windows 8.1, das voraussichtlich bis 2023 mit Updates versorgt wird. Ob Ihr Computer technisch für ein neues Windows überhaupt gerüstet ist, können Sie mit Microsofts Upgrade-Assistenten herausfinden. Das kostenlose Tool untersucht den PC, die installierten Desktop-Apps und angeschlossene Geräte auf ihre Kompatibilität mit einer höheren Version von Windows. Auf Wunsch kann das neue Betriebssystem auch sofort gekauft und installiert werden.

Da sich die Systemarchitektur der Betriebssysteme im Laufe der Jahre grundlegend geändert hat, gehen beim Umstieg von XP-Rechnern auf Windows 7, 8 oder 8.1 persönliche Daten und Einstellungen verloren. Am besten sichern Sie Ihre Videos, Bilder, Fotos und E-Mails auf einer externen Festplatte. Microsoft stellt dafür das Tool Windows-EasyTransfer zur Verfügung. Außerdem gibt es eine ausführliche Anleitung für den Umstieg.

Wer Windows XP auch nach dem 8. April verwenden will, findet hier ein paar Tipps, um den Rechner so sicher wie möglich zu machen.