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Uralt-System: Ein Traum für Hacker? Bei Putin läuft noch Windows XP

Russische Hacker sind weltweit gefürchtet. Deren Präsident Wladimir Putin scheint sich um sich um Angriffe wenig Sorgen zu machen: Er setzt immer noch auf ein Uralt-Windows.

Der russische Präsident Putin sitzt in seinem Büro vor einem Windows-Rechner

Auf Presse-Bildern des Kreml ist der PC des russischen Präsident Putin gut zu erkennen

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Ob spektakuläre Online-Diebstähle, Spionage auf höchstem Niveau oder systematische Angriffe auf das Stromnetz der USA: Russische Hacker werden seit Jahren als eine der größten Gefahren des Internetzeitalters gesehen. Ihr Chef scheint es mit der Sicherheit aber weniger genau zu nehmen. Der russische Präsident Wladimir Putin scheint auf seinen Rechnern immer noch auf Windows XP zu setzen.

Das bereits 2001 in den Handel gekommene Uralt-System soll sowohl auf seinem Computer im Kreml, als auch seinem Amtssitz im nahe Moskau gelegenen Anwesen Nowo-Ogarjowo eingesetzt werden, darauf weist der "Guardian" hin. Das Uralt-System ist auf offiziellen Bildern zu erkennen, die von der Kreml-Pressestelle im November herausgegeben wurden. Auf den abgebildeten Bildschirmen ist jeweils gut der Desktop mit einem Bild des Kremls zu sehen. Unten ist klar die blaue Taskbar von Windows XP zu erkennen.

Russland will weg von Windows

Warum Putin weiter das Uralt-System unterstützt, ist nicht vollständig geklärt. Eine Anfrage des "Guardian" an dem Kreml blieb unbeantwortet. Laut der Zeitung könnten behördliche Vorgaben der Grund für den Einsatz des veralteten Systems sein. Windows XP ist demnach das letzte Microsoft-System, das in russischen Behörden eingesetzt werden darf. Russland strebt schon länger an, sämtliche Amts-Computer auf eine eigene Linux-Version namens Astra umzustellen. Auch beim Browser setzt man mit Yandex auf eine Eigenentwicklung, statt den Programmen aus dem Silicon Valley zu trauen. 

Eigentlich ist der Einsatz von Windows XP ein eklatantes Sicherheitsrisiko: Schon seit 2014 erhält Windows XP keinerlei Updates mehr, selbst bekannte Lücken klaffen seit 2014 ungepatcht im System und lassen sich für Angriffe nutzen. Diese Tatsache dürfte Russlands Geheimdiensten zu Genüge bekannt sein. Laut "ZDNet" nutzen russische Regierungsstellen eine spezielle Version des Systems, die vom Geheimdienst FSB geprüft und modifiziert wurde. Ob weitere Maßnahmen den Präsidenten-Rechner schützen, ist nicht bekannt.

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Ohnehin gibt es bereits erste Zweifel an der Aussagekraft der Bilder. Philip Ingram, ein ehemaliges Mitglied des britischen Militärgeheimdienstes erklärte etwa gegenüber "Forbes": "Die russische Medienmaschine ist sehr vorsichtig, welche Bilder man veröffentlicht." Vor allem in Bezug auf Politiker werde jedes Detail im Hintergrund genau bedacht. Die Bildschirme auf den Bildern sind etwa genau so platziert, dass man sie sehen kann. "Die Frage ist also: Warum sollten die Russen hervorheben wollen, dass sie ein vermeintlich unsicheres System nutzen?"

Wladimir Putin gilt nur als sporadischer Nutzer des Internets. Das aus den USA stammende globale Netzwerk wurde von ihm in der Vergangenheit als "CIA-Projekt" verhöhnt. In den letzten Jahren hat Russland emsig daran gearbeitet, sich davon möglichst unabhängig zu machen. Im Frühjahr wurde ein Gesetz verabschiedet, dass es erlaubt, das russische Nationalnetz im Notfall vom Internet abzukoppeln. Erste Testläufe dafür gab es bereits im Sommer.

Quellen: Kreml-Pressestelle, Guardian, Time, ZDNet, Forbes

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