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Jonathan Ive: Apples Adelsträger

Dieser Mann bestimmt wie Computer und MP3-Spieler aussehen müssen. Design-Meisterwerke wie der iPod oder der iMac erlangten nicht zuletzt aufgrund der coolen Optik absoluten Kultstatus. Von der Queen wurde er jetzt dafür geadelt.

Jonathan Ive ist Chef-Designer bei Apple und hat in dieser Funktion dafür gesorgt, dass Computer nicht mehr nur grau und hässlich sind. Von ihm stammen unter anderem die Designs des iPod und des iMac. Für seine kreative Arbeit wurde der 38-Jährige jetzt von der britischen Königin geehrt. Ab sofort kann sich Ive mit dem Titel "Commander of the Most Excellent Order of the Britisch Empire" (C.B.E.) schmücken. Im britischen Ritterorden entspricht diese Auszeichnung immerhin dem dritten von insgesamt fünf Rängen.

Bescheidener Star

Fragt man ihn nach seinem Beruf, murmelt der 38-jährige Stoppelkopf ausweichend, dass er "verschiedene Sachen gestaltet" habe. Verschiedene Sachen! Mit seinem Design sorgte er immerhin dafür, dass der Nischenhersteller Apple zu einer der bekanntesten Marken der Welt wurde. Ohne sein Design wäre der iPod nur irgendein MP3-Player und der iMac nur irgendein Computer. Wegen seines Designs stehen die Regale der Elektronikmärkte voll mit Geräten, die ein durchscheinendes oder milchig-weißes Plastikgehäuse haben - und doch nicht entfernt so cool sind wie das, was Ive sich ausdenkt.

Verkanntes Genie

Jahrelang aber wusste Apple mit den radikalen Ideen des jungen Wilden aus England gar nichts anzufangen. Beige war die dominante Farbe im Silicon Valley und grau der Alltag des Jonathan Ive, dessen ausgefallene Entwürfe in der Schublade vergammelten - bis Steve Jobs, einer der beiden Apple-Gründer, zurückkehrte und von seinen Designern etwas Revolutionäres verlangte. Da machte Ive einfach seine Schublade auf - und veränderte das Aussehen der Technikwelt.

Ule mit Material von Karsten Lemm
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