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PC-Pflege: Aufrüsten oder neu kaufen?

Wenn der PC zu Hause in die Knie geht, stellt sich die Frage: den alten Rechner aufrüsten oder ein neues Komplettsystem kaufen? Antwort: Das kommt darauf an... stern.de gibt Tipps für die Entscheidung.

Wenn der PC zu Hause mit Datenmüll überladen ist, kommt schnell der Gedanke auf: Ein neues, zeitgemäßes Gerät soll her! Doch muss das wirklich sein? Manchmal hilft es, den Rechner aufzurüsten, statt viel Geld in einen neuen zu stecken.

Gezielt und preiswert einzelne Komponenten auszutauschen, kann den in die Jahre gekommenen Computer oft schon beflügeln. "Was sich meist lohnt, ist eine Erweiterung der Festplatte", sagt Benjamin Benz von der Zeitschrift "c't" in Hannover. Geeignet sei dafür unter anderem eine externe Platte, denn dafür muss der Anwender den Rechner nicht erst aufschrauben. Wer an seinem PC selbst herum bastelt, laufe Gefahr, den Garantieanspruch teilweise oder ganz zu verlieren. Wenn möglich sollte auf Festplatten zurückgegriffen werden, die eine besonders hohe Datentransferrate bieten. Wichtig ist zudem, vor dem Kauf auf die jeweilige Anschlussart zu achten - gängig sind USB-2.0-Anschlüsse.

"Never change a running system!" - dieses Motto vertritt Peter Knaak von der Stiftung Warentest in Berlin. "Aufrüsten ist immer so eine Sache." Wer erst einmal mit dem Austausch von einzelnen Komponenten begonnen habe, löse meist eine Kettenreaktion aus. Erst werde der Prozessor ausgetauscht, mit einem Mal ist die Hauptplatine fällig. "Und das zieht Kosten nach sich", so Knaak. Wer den PC ursprünglich nur gekauft hat, um Briefe schreiben zu können und nun seine Leidenschaft für Computerspiele oder die Videobearbeitung entdeckt hat, dem rät der Experte zum Kauf eines neuen Rechners. "Da kommt man dann im Endeffekt billiger weg, als wenn man alles extra hinzukauft."

Abgestimmte Bauteile schonen die Nerven

Wer hingegen nur eine "bessere Schreibmaschine" benötigt, kann seinen Rechner getrost mit einer größeren Festplatte oder mehr Arbeitsspeicher versehen. "Das lohnt sich alle Mal", sagt Robert Vasenda, Produktmanager bei Hewlett Packard. Zu einem neuen Gerät würde Vasenda tendieren, "wenn das Betriebssystem andere Voraussetzungen an die Hardware stellt". Ein neuer PC oft Zeit und schone die Nerven, denn hier "sind alle Teile aufeinander abgestimmt".

Neben einer neuen Festplatte für den Rechner kann eine Erweiterung des Arbeitsspeichers eine Art Frischzellen-Kur für ein älteres Gerät sein. "Mehr Arbeitsspeicher reinzustecken, kann manchmal noch einiges bewirken", sagt Peter Knaak. Welchen Speichertyp die Hauptplatine unterstützt und ob man überhaupt zu einem anderen Speichertypen aufrüsten kann, spielt dabei eine wichtige Rolle.

Auch der Prozessor, der die zentrale Recheneinheit des Computers darstellt, kann ausgetauscht werden. Aber auch hier gilt, sich darüber zu informieren, welcher Prozessor von welchem Hersteller passt. "Denn nicht jeder Prozessor ist automatisch für jedes Mainboard geeignet", sagt Claus Mentrup von der Service-Hotline von Fujitsu Siemens Computers. Es stellt sich also die Frage, ob es zum jeweiligen Rechner noch einen leistungsfähigeren Prozessor gibt.

Abwarten für Vista

Anwendern, die sich bislang nicht zum Neukauf durchringen konnten und auch noch hinsichtlich eines Aufrüstens zögern, rät Knaak, den Computerkauf weiter zu verschieben und noch einmal Arbeitsspeicher in den alten Rechner hineinzupacken. Denn von Januar an wird Windows Vista, der Nachfolger des Betriebssystems Windows XP, auf den Markt kommen. "Das ist schick, schön und neu, hat aber bestimmt auch seine Macken", so Knaak. Daher empfiehlt er, abzuwarten, bis die Anfangsprobleme behoben sind.

Ständig aufrüsten müssen Computerfreaks, die vor allem an Spielen interessiert sind: "Die brauchen immer ein aktuelles System", sagt Mentrup. Wer da einen zu alten Prozessor hat, dem werde jede High-Grafikkarte ausgebremst, fügt Benz hinzu.

Grundsätzlich gilt, wer für seinen Rechner mehr Leistung will, der muss auch etwas investieren. Wird aufgerüstet, dann seien zwischen 300 und 400 Euro für die zusätzlichen Komponenten vertretbar, schätzt Mentrup. Wer noch mehr für zusätzliche Ausstattung ausgeben wolle, kann auch gleich ein neues Gerät kaufen.

DPA / DPA
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