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Release Preview erschienen: Neues Windows 8 steht zum Download bereit

Windows 8 ist auf der Zielgeraden: Wer Microsofts kommendes Betriebssystem vor dem Start im Herbst ausprobieren möchte, kann jetzt eine kostenlose Testversion laden. Wir erklären, wie's geht.

Von Christoph Fröhlich

Drei Monate ist es her, dass Microsoft der Öffentlichkeit mit der "Consumer Preview" einen ersten Blick auf das kommende Betriebssystem ermöglichte. Jetzt steht mit der "Release Preview" die letzte Testversion zum Download bereit. Auch diesmal dürfen Interessierte die Software kostenlos ausprobieren und auf beliebig vielen Rechnern installieren. stern.de erklärt, was sich an der neuen Version geändert hat und wie Sie das Betriebssystem installieren.

In 30 Minuten zum neuen Windows

Wer die neueste Version von Windows 8 ausprobieren will, kann sie hier herunterladen. Microsoft bietet sowohl eine 32-Bit-Version 2,5 Gigabyte) als auch eine mit 64 Bit (3,3 Gigabyte). Vor allem Gamer sollten der zweiten Version den Vorzug geben, da sie mehr Arbeitsspeicher ansteuern kann, was sich wiederum positiv auf die Leistung auswirkt. Wer nur Office benutzt oder ab und zu ein bisschen surft, dürfte aber auch mit der 32-Bit-Variante zufrieden sein.

Um das Betriebssystem zu installieren, muss die heruntergeladene ISO-Datei mit einem Brennprogramm auf DVD gebrannt oder auf einen bootfähigen USB-Stick entpackt werden. Um die bestehende Windows-Installation nicht zu überschreiben, verwenden Sie am besten eine zusätzliche Festplatte. Alternativ können Sie auch eine neue Systempartition nutzen (siehe Kasten links). Dann fragt der Computer bei jedem Start, welches der installierten Betriebssysteme gestartet werden soll. Wollen Sie Windows 8 nach der Testphase wieder löschen, müssen Sie einfach die Partition oder Festplatte formatieren und den Bootloader entfernen. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Die Installation selbst dauert inklusive Einrichtung ungefähr 30 Minuten. Die Seriennummer ist - unabhängig von der gewählten Version - "TK8TP-9JN6P-7X7WW-RFFTV-B7QPF" (ohne Anführungsstriche). Dann kann es auch schon losgehen.

Wo ist der Desktop?

Statt auf dem gewohnten Desktop landet man zunächst in einem Menü voller bunter Kacheln. "Metro Style" heißt das neue Design und erinnert stark an Smartphones. Nicht ohne Grund: Windows 8 ist das erste Betriebssystem, dass sowohl auf PC als auch auf Mobilgeräten wie Smartphone und Tablet läuft. Damit geht Microsoft sogar noch einen Schritt weiter als Apple, wo bislang nur iPad und iPhone dasselbe Betriebssystem verwenden.

Dass die Software für Touch-Geräte optimiert ist, bemerkt man schon nach wenigen Minuten. Mit ein bisschen Eingewöhnung geht aber auch das Navigieren mit Maus und Tastatur flott von der Hand. Ganz so perfekt wie auf Tablets ist die Steuerung aber nicht. Auch alte Bekannte muss man erst einmal suchen: Der Desktop ist jetzt nicht mehr das Zentrum der Windows-Welt, sondern versteckt sich hinter einer der zahlreichen Kacheln. eine Kachel kann vieles sein: Eine Programmverknüpfung, ein Lesezeichen für die Lieblingswebsite oder der Musikordner.

Der Desktop selbst sieht aus wie immer, nur der Startknopf in der linken unteren Ecke fällt dem neuen Design zum Opfer. Der ist prinzipiell auch gar nicht nötig, denn der Metro-Bildschirm ist jetzt die Schaltzentrale - ein wenig fehlt der treue Begleiter aber trotzdem. Wer sich nicht auf das Kachelsystem einlassen möchte, kann mit dem Desktop und den passenden Verknüpfungen wie bisher arbeiten.

Neu in der "Release Preview": Ab sofort werden auch mehrere Monitore besser unterstützt. Neue Sicherheitsfunktionen sollen den Nutzer besser vor Viren, Trojanern und Co. schützen. Zudem lässt sich der Startbildschirm besser individualisieren.

Ohne Netz nix los

Eine weitere Neuerung: Da das Betriebssystem auf jedem Gerät funktionieren soll, muss sich der Nutzer überall mit einem Benutzerkonto, der Windows-Live-ID, anmelden. Zwar funktioniert Windows 8 auch ohne Internetverbindung und Microsoft-Konto, doch viele Programme setzen einen Zugang zum Netz voraus. Nutzer von Windows-Smartphones oder dem Videospieldienst Xbox Live dürften bereits ein Konto haben, Neueinsteiger können sich während der Installation für den Cloud-Dienst registrieren

Wie auch bei Apples App-Store oder Googles Play gibt es jetzt einen zentralen Software-Marktplatz, in dem weitere Programme heruntergeladen werden können. Von der Wetter-App bis zum Minispiel a la "Cut the Rope" gibt es sowohl Gratis-Programme als auch kostenpflichtige. Praktisch: Einmal installiert, können die Apps über die integrierte Update-Funktionen mit wenigen Mausklicks auf dem neuesten Stand gehalten werden. Nutzer, die bereits die letzte Testversion ausprobiert haben, können jetzt wesentlich mehr Anwendungen finden. Zudem wurden die hauseigenen Programme "Mail", "Fotos" und "Kontakte" überarbeitet.

Nicht nur das umständliche Aktualisieren von Programmen fällt in Windows 8 weg, auch die meisten Menüs wurden entschlackt. War Windows 7 teilweise ein Hort der Unübersichtlichkeit, ist der Nachfolger aufgeräumter. Viele Optionen zeigen sich erst, wenn sie benötigt werden. Zieht man beispielsweise den Mauspfeil in eine Ecke, erscheinen zusätzliche Fenster - zieht man den Cursor wieder beiseite, klappt das Menü wieder ein. Auch die Optionen sind wesentlich einfacher gestaltet: Über simple Ein-Aus-Schalter können wichtige Funktionen aktiviert oder geschlossen werden.

Keine finale Version

In Windows 8 feiert der Internet Explorer sein Jubiläum: Bereits die zehnte Generation des Microsoft-Browsers buhlt um die Gunst der Surfer. Der Browser ist mittlerweile wesentlich schneller als seine Vorgänger und mit großen Buttons an das neue Metro-Design angepasst. Neu in der "Release Preview": Eine speziell für diese Version optimierte Variante des Adobe Flash Players ist jetzt in dem Browser verankert. Außerdem sorgt die jetzt standardmäßig aktivierte Funktion "Do-Not-Track" dafür, dass Webseiten den Nutzer nicht über spezielle Cookies verfolgen. Doch auch Chrome und Firefox bieten ähnliche Features und werden stetig aktualisiert. Welcher Browser der schnellste ist, muss sich im Herbst zeigen, wenn Windows 8 voraussichtlich im Laden steht.

Bis dahin soll es noch einige Änderungen geben. Eine hat der Entwickler schon genannt: Das von Vista bekannte und immer noch aktive Aero-Design, das für die transparenten Kanten der Fenster verantwortlich ist, wird abgeschafft. Das hat nicht nur ästhetische Gründe, sondern auch praktische: Die Berechnung der weichen Übergänge kostet viel Strom, was vor allem Laptops und Tablets zu Gute kommt. Und ganz nebenbei nabelt sich der Nachfolger so weiter vom Vorgänger Windows 7 ab. Ob das gut oder schlecht ist, muss im Herbst jeder für sich entscheiden. Bis dahin kann jeder die Testversion ausprobieren.