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Hohe Umsätze: Microsofts Zukunft ist nicht mehr Windows

Der Software-Riese Microsoft hat glänzende Quartalszahlen vorgelegt. Das Hauptgeschäft ist immer noch die PC-Sparte. Doch vor allem die Geschäfte mit Büro-Software und der Cloud brummen.

Microsoft konnte im vergangenen Quartal mit hohen Umsätzen bei den Anlegern punkten

Microsoft konnte im vergangenen Quartal mit hohen Umsätzen bei den Anlegern punkten

In den späten Neunzigern war Microsoft das wertvollste Unternehmen der Welt, doch Mitte der 2000er kam der Absturz. Als Apple im Januar 2007 das iPhone vorstellte, machte sich Ex-Microsoft-Chef Steve Ballmer noch über das tastenlose Telefon lustig. Danach blieb ihm das Lachen im Hals stecken: Unter seiner Führung verpasste Microsoft den Smartphone-Trend, verbrannte Milliarden mit dem Zukauf von Nokia und entwickelte mit Windows 8 eines der unbeliebtesten Betriebssysteme aller Zeiten. Der Konzern wirkte planlos und hechelte der Konkurrenz hinterher.

Unter dem neuen Konzern-Chef Satya Nadella gelang dem Windows-Hersteller die Trendwende: Das Unternehmen verlagerte den Fokus auf andere Sparten, zugleich präsentierte man sich mit neuen Produkten als Innovator. Und die Umsätze legen immer weiter zu: Microsoft hat am Mittwoch glänzende Quartalszahlen vorgelegt. Die Umsätze kletterten um 19 Prozent auf 29,1 Milliarden US-Dollar, der Gewinn stieg im Jahresvergleich um ein Drittel auf 8,8 Milliarden.

Cloud wird zum Standbein

Der Großteil des Umsatzes wird nach wie vor mit der klassischen PC-Sparte mit dem Windows-Geschäft erwirtschaftet. Hier stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 10,7 Milliarden US-Dollar. Damit macht das einstige Kerngeschäft etwas mehr als ein Drittel der Einnahmen aus. Die Gaming-Sparte mit der Spielkonsole Xbox zog um 44 Prozent auf 2,8 Milliarden an. Die Surface-Sparte verzeichnete dank des neuen Surface Go ein Plus von 14 Prozent auf 1,2 Milliarden. Das Ende 2016 übernommene Online-Karriereportal LinkedIn steigerte die Erlöse um 33 Prozent.

Der Wachstumsmotor ist jedoch das lukrative Cloud-Geschäft. Die Azure-Plattform, mit der Unternehmen ihre Websites, Apps und Daten verwalten, verzeichnet bereits seit Jahren hohe Umsatzsprünge. Diesmal ging es um 76 Prozent nach oben. Mit Azure konkurriert Microsoft vor allem mit Amazons Marktführer AWS  (Amazon Web Services) und den Cloud-Diensten von Google. Insgesamt legte die Intelligent-Cloud-Sparte um 24 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar zu. Sollte das Wachstum ähnlich rasant bleiben, dürfte Microsoft in den nächsten Jahren mehr mit seinen Cloud-Diensten als mit der klassischen PC-Sparte verdienen.

Auch die Büro-Software "Office 365" verkauft sich prächtig: Sie legte im abgelaufenen Quartal um 36 Prozent zu.

Microsoft-Aktie steigt

Vorstandschef Satya Nadella sprach von einem "großartigen Start ins Geschäftsjahr 2019". Bei Microsoft verläuft das Geschäftsjahr versetzt zum Kalenderjahr. Die starken Ergebnisse seien das Resultat von Innovationen und dem Vertrauen, das Kunden in den Konzern hätten, sagte Nadella. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten klar, das kam auch bei Anlegern gut an. Die Aktie drehte nachbörslich mit rund drei Prozent ins Plus. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um knapp ein Fünftel zugelegt.