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Scheibes Kolumne: Bloggst du schon?

Bist du völlig unkommunikativ, oder bloggst du schon? Wer heute in der Netzwelt etwas gelten möchte, blogt sich einen, dass sich die Balken biegen. Schade ist natürlich nur, dass niemand mehr die Zeit hat, die ganzen Textergüsse auch tatsächlich zu lesen. Das glaubt jedenfalls Stern.de-Kolumnist Scheibe.

Petra schreibt ein Blog. Fast täglich. Ihre Freundin Nina geht ihr schwer auf die Nerven, weil sie immer so zickig ist und sich neuerdings vorrangig für Jungs interessiert. Ist Nina eine echte Teenager-Schlampe? Fast hat es den Eindruck, wenn man das Blog liest. Petra schreibt auch über ihre Lehrer, himmelt öffentlich ihren ersten Freund an und beklagt sich, dass es Stress mit den Eltern gibt. Alles Kacke, ey. Der Leser staunt und beschließt, eine eigene Tochter während der Pubertät besser wegzuschließen.

Sebastian bloggt auch. Nicht täglich, aber immer öfter, wie es doch so schön in der Werbung heißt. Klaus liebt Punk-Konzerte. Am Wochenende besucht er am liebsten gleich mehrere nacheinander. Die Konzerte finden meist in ganz engen Räumen statt, die eher an ein "Haus der Jugend" erinnern denn an einen richtigen Konzertraum. Vor der Bühne rempeln sich alle mit den Schultern an, was dann Pogo genannt wird. Ist Sebastian hier eingekeilt, ist er froh, wenn der Barkeeper ein paar Biere in die Menge reicht. Klaus ist kein Teenager mehr und muss in seinem Beruf ab und zu Anzug tragen. Lustig. Was es so für Hobbys gibt.

Hannes ist Schriftsteller und bloggt alle paar Tage, wenn es sein akutes Ischiasleiden und die damit verbundenen Rückenschmerzen zulassen. Dann erzählt er, was in seinem Kreuzberger Kiez gerade so alles passiert und wie die Berliner ticken. Frank schreibt gerade Hörspiele und hat Probleme damit, die Dialoge so kurz zu schreiben, dass die Zeiten gut passen. Doch mit ein wenig Übung geht alles, und schon bald denkt Frank in Minuten und nicht mehr in Zeilen. Der Leser ist fasziniert und lernt eine ganze Menge über das Verlagswesen.

Drei Blogs, drei Leben

Drei Blogs, drei Leben, die sich völlig ungefiltert im Internet entfalten. Ohne Frage macht es Spaß, über ein solches öffentliches Blog am Leben anderer Menschen teilzunehmen - ganz heimlich, ungefragt und oft auch ohne Einladung. Nur ist der Trend zum Bloggen so sehr zum Hype verklärt worden, dass es inzwischen fast ein Muss ist, zum Blogger zu mutieren. Sonst ist man ja nicht im Trend und in der Folge "out".

Tut es der Welt gut, mit Millionen virtueller Tagebücher konfrontiert zu werden? Die Frage stellt sich schon gar nicht, weil es alleine die Zeit nicht zulässt, mehr als ein paar Blogs regelmäßig zu lesen. So bringt es das durchschnittliche Blog höchstens auf ein paar Dutzend Stammleser - Ausnahmen bestätigen die Regel. Lohnt sich dann der ganze Aufwand überhaupt? Nun ja. Immerhin lernen auf diese Weise viele Normalsterbliche die Macht der Medien kennen.

Mehr vom Leben. Mehr Zoff...

Wer bloggt, hat nämlich mehr vom Leben. Mehr Zoff etwa. Petras Freundin spricht mit ihr kein Wort mehr, seitdem sie öffentlich von Petra als Schlampe geoutet wurde, die mit jedem Typen - und wirklich mit jedem - in die Kiste springt. Sebastian hat Ärger mit ein paar Punk-Fans, deren Lieblingsband er in Grund und Boden geschrieben hat. Sie drohen mit Prügel. Und bei Hannes hat der Justiziar seines Verlages angerufen. Er solle doch bitte aufhören, Geheimnisse über zukünftige Projekte ins Web zu stellen, das würde die Geschäftsleitung gar nicht gerne sehen.

Alle drei haben auch noch ein anderes Problem. In den Kommentaren zu ihren Blogs tauchen zunehmend pornografische Links auf. Da tragen sich dann Besucher mit einem kurzen Kommentar ein und machen dann Werbung für Seiten, die mit dem Blog nix zu tun haben. Hannes ist schwer genervt: "Das mit dem Bloggen, das hält mich doch nur von der Arbeit ab." Trotzdem hört er nicht auf. Hat man mit dem Bloggen erst einmal angefangen, wird es leicht zur Sucht.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(