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Scheibes Kolumne: PC-Nostalgie: Meine erste Shareware-CD

stern.de-Kolumnist Scheibe erinnert sich: 1993 verdiente er sein Geld mit Shareware-Handbüchern für den Münchener Systhema Verlag. Über 100 Bücher und später auch CDs entstanden hier in mehreren Jahren. Bei der Zusammenstellung der allerersten CD ging allerdings alles schief.

Anfang der Neunziger war das Internet noch kein Breitenmedium. Nicht einmal die gute alte CD-ROM war in aller Munde. Stattdessen hatte die Diskette noch die Krone der mobilen Datenträger auf. Insbesondere die harten 3,5-Zoll-Disketten wurden gern genutzt - etwa von den Shareware-Händlern.

Im Systhema Verlag hatten wir damals ein ganz tolles Konstrukt. Wir nahmen eine Diskette, packten eine brandaktuelle Shareware oder Freeware drauf und packten das in eine knallgelbe Pappschachtel. Damit die Anwender sofort mit der Software arbeiten konnten, habe ich ein Handbuch geschrieben, das etwa 100 Seiten dick war und der Schachtel beigelegt wurde. Ich schrieb mehrere Handbücher im Monat, die gelben Systhema-Ständer waren überall zu finden und das Leben war schön.

Dann kam die CD-ROM und sorgte dafür, dass sich die Disketten mit der Zeit nicht mehr so gut verkauften. In der Folge änderten wir das Konzept und packten statt der Diskette eine Silberscheibe in die Verpackung. Da mussten natürlich mehr Programme drauf. Ich kann mich noch an die allererste CD erinnern, die ich damals zusammenstellte. Es war 1993 die "Best of Windows", die am Ende für 59 Mark in den Handel kam. 150 Windows-Programme kamen auf diese Scheibe.

Die Programme konnten wir damals noch nicht aus dem Internet herunterladen. Stattdessen sichtete ich eine so genannte Katalog-Diskette vom PD-Profi Gerd Zöttlin aus Bayern. Diese Diskette stellte den aktuellen Shareware-Bestand des Händlers vor. Ich schrieb mir alle Bestellnummern der für mich interessanten Programme auf, gab sie per Fax an Gerd durch und der setzte sich einen ganzen Tag lang hin und fertigte 1:1-Kopien von etwa 300 Disketten an. Ein paar Tage später brachte der Paketbote ein dickes Paket mit bunten Floppy-Disketten. Meine Aufgabe war es nun, alle Programme auf die Festplatte meines damaligen PCs zu kopieren. Jedes Programm kam dabei in einen eigenen Ordner, wurde gezippt und zusätzlich mit einem Screenshot versehen. Diesen Screenshot musste ich selbst anlegen. Das bedeutete: Alle Programme mussten probeweise installiert und gesichtet werden. So reduzierten sich 300 Programme schnell auf 150.

Unzählige Mausklicks

Dann musste ich alle Programme in unser Menü einbinden. Das waren zig Mausklicks pro Programm. INSTALL.EXE verknüpfen, ZIP verknüpfen, Bild verknüpfen. Am Ende musste ich auch noch für jedes Programm einen kurzen Beschreibungstext schreiben. Keine Frage: Das war richtig anstrengend. Aber erfolgreich, sodass wir später lauter Variationen des Themas in den Handel brachten. Die "Best of Windows" lief regelmäßig neu vom Stapel, dazu gab es dann auch noch Spiele-, Science- und Cliparts-CDs. Und später DVDs. Aber so weit wäre es fast gar nicht gekommen.

Ich weiß noch, wie nach vielen Tagen Arbeit ENDLICH alles fertig war. Die ganze Master-CD lag auf der Festplatte vor und musste nur noch auf ein Streaming-Band gesichert werden. Streaming-Band deswegen, weil CD-Brenner damals noch gar nicht verfügbar waren.

Kurz vor dem Kopieren entdeckte ich aber einen einzelnen Screenshot, der noch nicht ganz perfekt war. Und ich entschied mich dummerweise dazu, noch rasch einen neuen zu machen. Also startete ich das entsprechende Programm und machte ein neues Bild. Als ich dann das Menüprogramm aufrief, um das Bild einzubinden, machte es ganz leise "FUMP" und auf dem Bildschirm waren auf einmal nur noch bunte Sonderzeichen zu sehen. Tausende davon. Au weia. Mit zittrigen Händen schaltete ich den Rechner aus und gleich wieder an. Die erste Panik legte sich, als Windows 3.1 sauber hochfuhr. Als ich dann allerdings mit dem Dateimanager auf die Festplatte schaute, gab es auf meiner Arbeits-Partition D: keine Ordner mehr, sondern nur noch eine einzige Datei, die dafür gleich zig hundert Megabyte groß war. Der Super Gau: Aus diesem komischen Konstrukt ließ sich leider keine einzige Datei mehr extrahieren.

Keine Sicherheitskopie

Der Super-Super-Gau: Ich hatte keine Sicherheits-Kopie der CD angefertigt, weil alles immer Husch-husch neben der Uni stattfinden musste. Und die Original-Shareware-CDs von Gerd hatte ich auch nicht mehr. In diesem Moment realisierte ich, dass meine gesamte Arbeit verloren war - alles umsonst. Das war so deprimierend, dass ich bestimmt ein, zwei Stunden vor dem Monitor saß und überlegte, ob das vielleicht der passende Zeitpunkt sei, alles hinzuwerfen und vielleicht doch lieber vorrangig den Doktor in Bakteriengenetik zu machen. Am Ende siegte dann aber das Gefühl, dass da in München Leute sitzen, die auf die CD warteten und diese in den Handel bringen wollten.

Also rief ich bei Gerd an, kroch zu Kreuze und bettelte noch einmal um die Zusendung der 300 Disketten. Die kamen dann auch, Gerd nahm das ganz sportlich und lachte sich noch Jahre später über meine Blödheit schlapp. Und ich investierte noch eine volle Manpower-Woche, um die CD ein zweites Mal von Grund auf fertigzustellen. Als das fertige Produkt dann wenige Wochen später bei mir eintraf, konnte ich mich gar nicht so sehr freuen wie sonst immer.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.