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Scheibes Kolumne: Süchtig nach Konkursmasse

Ebay macht süchtig. Niemand weiß das besser als Kolumnist Scheibe. Besonders interessant: Konkursmasse.

Ebay macht süchtig. Niemand weiß das besser als ich. Früher habe ich erbittert auf alle geschimpft, die ganze Nächte vor dem Rechner sitzen, um wertlosen Plunder zu ersteigern. Jetzt starre ich selbst auf den Schirm, wenn die letzten Sekunden einer Auktion heruntertickern. Besonders interessant finde ich übrigens Konkursmasse.

"Insolvenz" und "Konkurs" sind spannende Suchbegriffe

Mann soll ja sein Glück nicht mit dem Elend anderer Leute machen. Trotzdem: Es ist es verlockend, bei Ebay nach dem ultimativen Schnäppchen Ausschau zu halten. Gerade unter den Schlagwörtern "Insolvenz" und "Konkurs" finden sich oft Angebote, die absolut genial sind. Eine riesige Kiste mit Straßenmalkreide für die Kinder habe ich bereits vor einigen Wochen erstanden. Für nur sieben Euro. Bei einem richtigen Schnäppchen habe ich leider versagt. Da gab es einen Karton mit 500 Einzelpaketen Wachsmalstiften. Für nur fünf Euro. Mit dem Paket hätte ich sämtliche Schulen und Kindergärten in ganz Brandenburg mit Malutensilien versorgen können: "Liebe Eltern, liebe Lehrer: Es war mir ein echtes Bedürfnis, etwas für die Kinder zu tun. Dabei habe ich weder Kosten noch Mühen gescheut."

Leider sind die echten Schnäppchen recht rar gesät. Meine Frau schimpft immer noch über die elf Kilo Somat-Taps für die Spülmaschine, die ich bei eBay ersteigert habe: "Wo soll ich denn hin mit dem ganzen Zeug? In die Küche kommt mir das nicht. Und die Taps von Plus wären eh billiger gewesen."

Das meiste ist purer Schrott

Abends schaue ich dann doch mal wieder bei Ebay vorbei. Das große Problem ist, dass manche Anbieter ihren Kram gleich dutzendfach zum Kauf anbieten. Die eröffnen dann einfach gleich mehrere Auktionen parallel, in denen überall der gleiche Krempel verkauft wird. Endlose Bildschirmseiten sind gefüllt mit der "Mega Elektrokiste aus Insolvenz", die Kabel, Mousepads, Modems und Steckdosen enthalten soll. Gern veräußert wird auch das "Handy Zubehör aus Insolvenz Wert 100.000 Euro". Hier sind all die prolligen Handyschalen und Taschen enthalten, die uns so gern auf Straßenfesten und Weihnachtsbasaren am Stand angeboten werden. Kein Wunder, dass diese Anbieter alle pleite gehen und auf ihrer Ware sitzen bleiben: Die Schalen sind potthässlich. Da die Handy-Hersteller auch noch ihre Modelle rasend schnell austauschen, dürften die meisten Schalen auch gar nicht mehr passen.

Dinge, die die Welt nicht braucht

Nein, ich suche auch nicht nach der Palette PC-Spiele, die für 400 Euro verkauft wird und einem PC-Gamer sicherlich zu einem mittelprächtigen Adrenalinkick verhelfen würde – wenn er denn das Geld für diese Anschaffung hätte. Auch das Angebot, zehn Pakete schwarzer Tee für zehn Euro zu kaufen, begeistert mich nur mittelprächtig. Die protzigen Goldketten für aktuell 25 Euro finden auch nicht meine Aufmerksamkeit. Was ich suche, ist anscheinend nicht zu finden: Etwas Praktisches für den Alltag. Etwas, das man sowieso anschaffen muss und dass bei einer Auktion deutlich preiswerter abzustauben ist als in einer Auktion. Auch ein Infrarotkopfhörer, mehrere Markentrolleys, 22 Reinigungsdisketten, 50 Kasperlefiguren, 100 Sonnenbrillen, 50 Kinderbücher, diverse BBQ-Faltgrille, 20 Dosen OXI-Quick-Muskelpulver und eine Fliegeruhr wissen nicht wirklich zu begeistern.

600 Batterien sind unwiderstehlich

Wo ist es, das einzig selig machende Angebot, das es rechtfertigt, bei einer neuen Auktion mitzumischen und diesen Kick zu spüren, wenn die Offerten losgehen und man es irgendwie in der rechten Niere spürt, dass man dieses Mal der Gewinner ist? Ich entscheide mich für "600x 1,5 V Micro-Batterien" aus einem Konkurs, die für 6,50 Euro gehandelt werden. Und dann gibt es da noch einen "Kärcher Hochdruckreiniger aus Insolvenz" für 1,50 Euro. Das Dumme ist, dass beide Auktionen noch satte zwei Tage und neun Stunden andauern. Und bis dahin kann mit den Preisen noch so einiges passieren. Ich stelle mir den Wecker und hoffe, dass ich der einzige bin, der diese beiden Schnäppchen entdeckt hat.

Carsten Scheibe
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.