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Schädling: Von wegen sicherer Mac: Dieser Virus hat schon jeden zehnten Apple-Rechner attackiert

Macintosh-Rechner gelten als recht sicher. Eine Analyse der Antiviren-Experten von Kaspersky zeigt nun, dass es auch in Apples Welt einige Gefahren gibt. Der Schädling Shlayer soll dabei besonders oft zuschlagen.

Mit einem Trojaner rechnen die wenigsten Mac-Nutzer (Symbolfoto)

Mit einem Trojaner rechnen die wenigsten Mac-Nutzer (Symbolfoto)

Getty Images

Von Viren bis Erpressungs-Trojanern: Die Windows-Welt kennt das Leiden durch Computer-Schädlinge viel zu gut. In der Mac-Gemeinde fühlte man sich bisher weitgehend sicher. Eine Studie von Kaspersky zeigt nun: Angriffe sind häufiger, als man denkt. Vor allem der Schädling Shlayer kommt auf schockierend hohe Betroffenen-Zahlen.

Der Trojaner geistert seit 2018 durchs Netz. Und ist enorm weit verbreitet: Jede zehnte auf einem Mac installierte Kaspersky-Software musste im letzten Jahr mindestens einmal eine Attacke durch Shlayer abwehren, meldete das Unternehmen. Damit ist Shlayer alleine für ein Drittel aller von Kaspersky entdeckten Attacken auf Macs verantwortlich. Die meisten Attacken des Trojaners fanden in den USA statt, darauf folgten Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

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Inwieweit sich die Verbreitungszahlen auf die weltweit genutzten Macs hochrechnen lassen, ist schwer zu sagen. Kaspersky ist natürlich längst nicht auf jedem Rechner installiert, sondern vor allem bei Personen, denen die Gefahr durch Schädlinge bewusst genug ist, um ein Antivirenprogramm zu installieren. Ob diese Nutzer sich nun im Netz besonders vorsichtig verhalten und dadurch eher seltener Viren einfangen oder ob sie sich im Gegenteil durch ein Gefühl des Geschütztseins unvorsichtiger verhalten, lässt sich kaum sagen.

Ärgerlicher Werbespam

Für betroffene Nutzer ist der Trojaner eher Ärgernis als Gefahr: Shlayer in erster Linie lästig. Der recht primitive Schädling stiehlt aktuell weder Daten, noch versucht er seinen Nutzer zu erpressen. Stattdessen soll er Kohle scheffeln: Shlayer bombardiert die Nutzer mit sich ungefragt öffnenden Werbebannern, die dann den Betreibern Geld in die Kassen spülen.

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Auf die Rechner gelangt der Schädling vor allem durch eine altbekannte Virenquelle: verseuchte Installationsdateien des Adobe Flash Players. Die auf Raubkopien- und Pornoseiten platzierten Installer suggerieren dem Nutzer, dass für das Betrachten des Inhalts ein Update des Abspiel-Programms nötig ist und verseuchen dann den Rechner. Aber auch auf seriösen Seiten wie Youtube oder Wikipedia stolperte Kaspersky bei Links in Videobeschreibungen und Fußnoten auf die verlinkte Installationsdatei.

Skeptisch surfen

Wie die meisten Mac-Trojaner braucht Shlayer die aktive Mithilfe des Nutzers. Anders als viele Schädlinge bei Windows kann sich Mac-Malware in der Regel nicht heimlich im Hintergrund installieren, sondern muss den Nutzer austricksen, damit der den Installationsprozess durchgeht.

Der beste Rat zum Schutz vor Shlayer ist daher nach wie vor: Vorsichtig sein. Programme sollte man nur aus seriösen Quellen wie der Webseite des Herstellers oder dem Mac-App-Store installieren. Verlangt eine Webseite nach dem Update über Adobe immer noch eine neuere Version des Flash Players, steckt wohl etwas anderes dahinter - und man sollte die Seite in Zukunft lieber meiden.

Quelle: Kaspersky

mma