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Horror-Panne Virenscanner legt mitten in Herz-OP Instrumente lahm


Alptraum im Operationssaal: Mitten in einer Herz-OP ging plötzlich gar nichts mehr - die Instrumente blieben schwarz. Und schuld war ausgerechnet der Virenscanner.

Eigentlich soll Antivirensoftware die PCs der Nutzer ja vor einem Befall mit fieser Schadsoftware schützen. Manchmal kann der Scanner allerdings Schlimmeres anrichten, als ein Virus es je geschafft hätte: Mitten während einer Herz-OP zerschoss das Antivirenprogramm die Software für ein Untersuchungs-Gerät in einem US-Krankenhaus - zum Glück ohne tödliche Folgen.

Das Gerät namens "Megre Hemo" wird vor allem in den USA dazu genutzt, das Legen eines Herz-Katheters zu überwachen. Weil das natürlich eine extrem sensible Aufgabe ist, legt der Hersteller größten Wert darauf, Ausfälle der Geräte genau zu untersuchen und lässt sich sämtliche Crash-Berichte automatisch zuschicken. Das berichtet die Techseite "Softpedia". Bei einem der Ausfälle kam nun ausgerechnet das Schutzsystem der OP in die Quere: der Virenscanner.

Der Virenscanner als Lebensgefahr

Merge Hemo überwacht mittels spezieller Instrumente die Herz-Aktivität der operierten Patienten, wertet sie über einen angeschlossenen Rechner aus und zeigt die Ergebnisse dann als schnell zu erfassende Diagramme auf einem Bildschirm an. Bei einer OP im Februar blieb der Bildschirm auf einmal schwarz - das System war eingefroren. Schuld war der Virenscanner. Der hatte mitten in der Herz-Operation losgelegt und wichtige Teile des Überwachungs-Programmes abgeschaltet. Die Software bemerkte, dass sie so nicht weiterfunktionieren konnte. Und schaltete sich einfach ab.

Zum Glück für den Patienten blieb das alles ohne schlimmere Folgen. Da er betäubt und stabil war, hatten die Ärzte genug Zeit, den Rechner einmal komplett neu zu starten. Nicht auszudenken, wenn der Ausfall während einer Notsituation passiert wäre. Denn Schuld war tatsächlich das Krankenhaus.

Der Arzt als Fehlerquelle

Zum einen war der Scanner unverständlicherweise so eingestellt, dass er das System jede Stunde überprüft. Eine extrem hohe Frequenz für Suchen nach Schadsoftware - und schlicht Wahnsinn, wenn es um die Überwachung teils mehrstündiger Operationen geht. Zum anderen hatte der Hersteller explizit vor solchen Situationen gewarnt. Und empfiehlt entsprechend, die Merge Hemo auf die sogenannte "White List" des Antivirenprogrammes zu setzen. Die enthält Programme, die nicht gestört werden sollen. Wie Herzmonitore in OP-Sälen zum Beispiel.


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