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"Hilfe beim Update": Microsoft lädt heimlich Windows 10 auf PCs - auch wenn man es gar nicht will

Windows 10 ist da und Microsoft bringt es auf möglichst viele Rechner - selbst dann, wenn der Nutzer gar nicht wechseln will.

Von Malte Mansholt

Mit Windows 10 will Microsoft wieder seine Nutzer begeistern

Mit Windows 10 will Microsoft wieder seine Nutzer begeistern

Mit Windows 8 wollte Microsoft die Computer-Welt verändern, doch leider wollten die Nutzer nicht so recht mitziehen. Das Betriebssystem blieb ungeliebt, zu viele störten sich an den aufdringlichen Kacheln der Metro-Oberfläche. Mit Windows 10 will der Konzern seinen ramponierten Ruf wieder geradebiegen. Das Debakel Windows 8 kann gar nicht schnell genug von  der Bildfläche verschwinden. Darum verschenkt der Konzern sein neues System im ersten Jahr an viele Nutzer. Um den Wechsel noch etwas zu beschleunigen, lädt Windows die Upgrade-Dateien schon mal heimlich im Hintergrund herunter - auch wenn der Nutzer das gar nicht will.

Microsoft will das Upgrade eigentlich in Wellen ausrollen, die Nutzer haben in einem früheren Update ein Vorbestellprogramm erhalten. Das Absurde: Während einige Nutzer in freudiger Erwartung darauf hoffen, endlich für das Upgrade freigeschaltet zu werden, lädt Microsoft die Dateien heimlich selbst bei Nutzern herunter, die sich nie dafür angemeldet hatten.

Zwischen 3,5 und 6 Gigabyte misst der versteckte Download. Gar nicht so wenig, wenn man eine kleine Festplatte oder eine beschränkte Internetverbindung hat - oder gleich beides. Der versteckte Ordner namens "$Windows.~BT" taucht automatisch auf, sobald automatische Updates auf einem geeigneten System (Windows 7 und neuer) eingeschaltet sind. Abhilfe schafft nur, die automatischen Updates abzuschalten - oder die entsprechenden Updates händisch zu entfernen.

Microsoft: "Wir wollen beim Upgrade helfen."

Gegenüber dem Blog "The Inquirer" bestätigte Microsoft, dass es sich nicht um einen Fehler handelt. "Wir helfen Nutzern, die sich für automatische Updates entschieden haben dabei, ihren Rechner fit für Windows 10 zu machen, indem wir die für das Upgrade nötigen Dateien herunterladen" sagte ein Microsoft-Sprecher gegenüber dem Blog. "Wenn das Upgrade bereit ist, wird der Nutzer aufgefordert, Windows 10 zu installieren." Im Zweifelsfall eben auch dann, wenn der das nie wollte. 

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