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Wie Kurita-san dem Kackhäufchen das Lächeln schenkte

Keine SMS, kein Chat ohne Emojis. Die kleinen, bunten Zeichen sind die neue Weltsprache. Der stern hat den Erfinder Shigetaka Kurita in Tokio besucht - und sich von ihm in die Emoji-Vergangenheit entführen lassen.

Die ersten Emojis von Shigetaka Kurita

Shigetaka Kurita und Thilo Mischke vor dem ersten Emoji-Entwürfen, die der Designer für den stern noch einmal nachgezeichnet hat

Es gibt eindeutige Emojis wie den Kussmund, es gibt abwegige Emojis wie den Osterinsel-Moai-Kopf, es gibt zweideutige Emojis wie die Aubergine und es gibt den Kackhaufen-Emoji mit Grinsegesicht. Letzterer soll eines der beliebtesten Chat-Zeichen überhaupt sein, und eigentlich will man gar nicht so genau wissen, was das über die zwischenmenschliche Kommunikation aussagt. "Ich wollte, dass meine Emojis von jedem verstanden werden", sagt Shigetaka Kurita, Erfinder der kleinen quietschebunten Bildzeichen im aktuellen stern. Was ihm zweifelsohne gelungen ist - mittlerweile kommt kaum noch eine SMS und ein Chat ohne Emojis aus.

Ok ist nicht immer ok

Auch wenn das mit dem Verständnis immer so eine Sache ist. Das Symbol mit den geschlossenen Augen und einer Träne wird im Westen für Traurigkeit benutzt, dabei bedeutet es eigentlich Schlafen - was im fernen Osten auch jedermann so versteht. Andererseits kann die Hand mit dem Zeigefinger-Daumen-Kreis für Verwirrung sorgen, weil das Ok-Zeichen in einigen Kulturen die Geste für die hintere, menschliche Körperöffnung ist. Aber bei 722 Emojis, die sich mittlerweile in Smartphones befinden, gibt es eigentlich für alles ein Symbol. Was noch fehlt sind Emojis für nichtalkoholische Kaltgetränke, Einhörner und natürlich für den Mittelfinger - der vom zuständigen Unicode-Gremium allerdings schon genehmigt wurde.

Besuch in Tokio

Das Wort Emoji übrigens setzt sich aus der japanischen Bezeichnung "e" für Bild und "moji" für Letter zusammen. Die ersten Zeichen hatte Shigetaka Kurita Ende der 90er Jahre für den "i-Mode"-Dienst entwickelt, eine Art mobiles Internet, der in Deutschland von E-Plus betrieben wurde, sich aber nie durchsetzen konnte. stern-Mitarbeiter Thilo Mischke hat den Entwickler in Tokio besucht - und sich von ihm einige seiner alten Entwürfe noch mal auf eine weiße Tafel malen lassen.

Sehen Sie selbst:

Handy mit Emojis

Winken, weinen, sich freuen: Verständlich sollen die Bildzeichen sein, sagt Erfinder Kurita - und das ist ihm auch mit seinen frühen Entwürfen bereits gelungen


Kurita malt Stinkefinger-Emoji

Was malen Sie denn da, Kurita-san? Der Finger ist zwar offiziell als Emoji zugelassen, doch außer Microsoft hat ihn niemand im Angebot.


Den Report von Ulrike von Bülow und Thilo Mischke über die neue Weltsprache Emoji lesen Sie im aktuellen stern.



nik

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