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Fallout New Vegas: Auferstanden in Ruinen

Die Wüste bebt: "Fallout: New Vegas" katapultiert PC- und Konsolenspieler in ein postapokalyptisches Las Vegas, wo sie ihr Glück versuchen können.

Die Erde ist kaputt, aber die Menschheit bekriegt sich noch immer: Das "After the Bomb"-Rollenspiel "Fallout: New Vegas" von Bethesda und Obsidian verwickelt PC- und Konsolenspieler in der Sin City in den Krieg zwischen zwei verfeindeten Mächten. Kein alles überstrahlender Nachfolger des Erfolgstitels "Fallout 3", aber auch kein GAU ...

Der Unwille zur Besserung der Menschen war bereits einer der zentralen Botschaften in "Fallout 3", und auch im neuen Teil "New Vegas" hat sich daran wenig geändert. Die meisten Großstädte der USA liegen in Schutt und Asche, die letzten Menschen gruppieren sich um die wenigen noch bewohnbaren Bollwerke der einstigen Zivilisation.

Aber trotz Nachschubmangel, nuklearer Verseuchung und ständiger Bedrohung durch aggressive Mutanten bilden sich allmählich wieder Gesellschaften und Gruppierungen. Zwei davon stehen sich am noch immer intakten Hoover-Staudamm gegenüber: Die "Republik Neu Kalifornien" will das Land wieder auf Kurs bringen und seine Bürger beschützen, die radikale "Legion Caesars" dagegen möchte ihr Territorium mit Gewalt vergrößern und hüllt ihre Mitglieder stilecht in das Outfit römischer Legionäre. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl kleinerer Fraktionen, darunter auch eine Gruppe von Ghouls auf der Suche nach dem Paradies ...

Mitten in diesem Chaos soll sich das virtuelle Alter Ego des Spielers zurechtfinden: Als Kurier gerät er zwischen die Fronten, bekommt zum Abschluss eines abgekarteten Spiels eine Kugel in den Kopf und wird kurzerhand im atomaren Dreck verscharrt. Aber der namenlose Held hat Glück im Unglück: Ein freundlicher Service-Roboter buddelt ihn wieder aus, und der ortsansässige Quacksalber fischt ihm die Kugel aus dem Schädel.

Voll verstrahlt!

Entwickler Obsidian nutzt die Zeit in der Arztpraxis für die Charaktererschaffung: Man definiert mit dem bereits aus "Fallout 3" bekannten Editor das Antlitz des Konterfeis und mit ihm Details wie die ethnische Herkunft. Ein Art Videospielautomat im Behandlungszimmer schließlich dient dazu, Attributswerte aufzuteilen und Spezialisierungen festzulegen. Ein abschließendes Gespräch mit dem Doc ergibt eine Art Psychogramm, das den launig inszenierten Prozess gekonnt abrundet.

Die zerstörte Welt jenseits des Behandlungszimmers indes ähnelt der aus "Fallout 3" zunächst so sehr, dass man sich zunächst eher in einem Addon als in einem neuen Teil wähnt: Nach wie vor marschiert man durch die von mutierten Krabbeltieren bevölkerte Mojave-Wüste und erledigt im Auftrag der Überlebenden oder bestimmter Gruppierungen unterschiedlichste Missionen. Gerät der Held an eine Gruppe Schurken oder irgendein verstrahltes Gezücht, dann hält er in Ego-Shooter-Art drauf - oder aber er entscheidet sich für die Nutzung eines taktisch angehauchten Kampfsystems, mit dessen Hilfe einzelne Körperzonen angepeilt werden.

Handwerk hat goldenen Boden

Wie sein Vorgänger trägt auch der neue "Fallout"-Held einen "Pipboy" am Arm: Diese famose Multifunktions-Display gibt Aufschluss über Status und Besitztümer des Charakters, außerdem fungiert es als Navigationssystem und Auftrags-Logbuch, mit dessen Hilfe aktuelle Missionsziel markiert werden, um es dann per Karte anzusteuern. Ausgesprochene Bastelnaturen freuen sich über ein ausgefuchstes Handwerker-System: Mit dem entsprechenden Fertigkeitswert und ein bisschen Werkzeug vollbringt man an der Werkbank oder an einem Lagerfeuer die reinsten Wunder.

"Fall New Vegas" bietet zwar nichts grundsätzlich Neues und setzt auf die mittlerweile betagte Grafikengine des Vorgängers. Aber unter dem Strich freuen sich Fans über ein weiteres packendes, postapokalyptisches Abenteuer. Zudem ist der neue Teil besser ausbalanciert als sein Vorgänger und kommt besonders anfangs nicht so übertrieben frustig daher.

Fallout: New Vegas

Hersteller/Vertrieb

Obsidian Entertainment/Namco Bandai

Genre

Rollenspiel

Plattform

PC/Playstation 3/Xbox 360

Preis

45 bis 50 Euro

Altersfreigabe

Ab 18

Robert Bannert/Teleschau / TELESCHAU