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Räumliche Musik: 8D-Songs sind der Hit auf Youtube – das steckt dahinter

Sogenannte 8D-Musikvideos sind einer der großen Youtube-Trends. Musik aus acht Dimensionen – wie soll das eigentlich gehen? Dahinter steckt ein simpler Trick.

Sogenannte 8D-Songs erfreuen sich auf Youtube großer Beliebtheit.

Sogenannte 8D-Songs erfreuen sich auf Youtube großer Beliebtheit.

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Youtube ist nicht nur die erfolgreichste Videoplattform der Welt, viele Menschen nutzen den Dienst auch, um sich kostenlos mit Musik im Hintergrund beschallen zu lassen. Neben den Studiofassungen bekannter Songs finden sich Live-Aufnahmen und seit einiger Zeit auch sogenannte 8D-Musikclips. Diese versprechen ein noch räumlicheres Gefühl, das so intensiv sein soll, als wäre man live bei einem Konzert dabei, schwärmen Kommentatoren. Was genau hat es damit auf sich?

8D steht für …?

Wofür 8D steht, ist nicht bekannt. Es gibt mehrere Theorien, unter anderem achte Dimension (was auch immer das sein soll) oder "eight directions", also acht Richtungen (was kommt nach oben, unten, links, rechts, vorne und hinten?). Doch wirklich Sinn ergibt keine dieser Varianten. Vermutlich ist das Kürzel beliebig ausgewählt worden, denn mittlerweile kursieren bereits 10-, 12-, 16 oder gar 24D-Aufnahmen. Ganz nach dem Motto: mehr ist besser.

Um den Effekt von 8D-Clips am deutlichsten wahrnehmen zu können, sollte man Kopfhörer tragen. Auf diesen Umstand macht häufig auch die Videobeschreibung aufmerksam. "Abgespielt über Stereo-Lautsprecher klingen sie in der Regel merkwürdig, beim Hören über Kopfhörer hingegen ergibt sich ein natürlicherer Höreindruck als bei den üblichen, für Stereo-Lautsprecher konzipierten Mixen", schreibt das Fachmagazin "Stereo" über sogenannte binaurale Tondateien - um diese handelt es sich im Grunde bei den 8D-Mixen.

8D-Songs sind nur bearbeitete MP3s

Oder anders ausgedrückt: Die MP3 eines bereits existierenden Songs wird mit Audio-Plugins so bearbeitet - einige würden sagen: verschlimmbessert -, dass es neben Lautstärken- auch Laufzeit-Unterschiede gibt. Dadurch kommen vereinfacht gesagt etwa Signale zuerst am rechten und dann am linken Ohr an, wodurch sich ein Räumlichkeits-Effekt ergibt. Im Prinzip wird also nur das Gehirn ausgetrickst.

Durch den Hall-Effekt wird die Illusion, man stünde in einem Raum, in dem die Musik die ganze Zeit um einen herum wabert, nur beim Tragen von Kopfhörern aufrechterhalten. Hört man einen 8D-Song über normale Stereo-Boxen, wirkt das Ergebnis wenig überzeugend.

Bei 8D-Clips handelt es sich also nur um eine psychoakustische Spielerei. Das tut dem Erfolg jedoch keinen Abbruch: Es gibt Kanäle, die sich auf 8D-Musikvideos spezialisiert haben und mehr als 6,5 Millionen Abonnenten haben. Die Auswahl der Künstler reicht von Billie Eilish über Metallica bis hin zum Filmsoundtrack-Komponisten Hans Zimmer.

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