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Neue Echo-Geräte: Wie Amazon mit kleinen Schritten Apple davonläuft

Neue Echos, ein besserer FireTV: Amazon hat gerade neue Hardware vorgestellt. Obwohl sie nicht besonders spektakulär ausfällt, ist sie der Konkurrenz doch einen Schritt voraus. Vor allem für Apple könnten die neuen Geräte nicht zu einem schlechteren Moment kommen.

Von Malte Mansholt, Seattle

Für Jubelstürme sorgen neue Produkte sicher nicht. Der neue FireTV ist kleiner geworden, unterstützt jetzt einige neue Standards. Die drei neuen Echo-Geräte sind logische Weiterentwicklungen, eine Revolution bleibt aus. Und trotzdem dürfte der Internet-Gigant mit seinen Neuvorstellungen eines erreicht haben: Er ist Apple und Google mal wieder einen Schritt voraus.

Dabei sind die Änderungen für sich genommen nicht weltbewegend. Der FireTV ist nun kleiner, zudem lernt er endlich den HDR-10-Standard, der die Darstellung von breiteren Farbräumen und besseren Kontrasten auf geeigneten Fernsehern unterstützt. Das hat der gerade erschienene Apple TV 4K ebenfalls an Bord. In zwei Punkten ist Amazon Apple aber trotzdem davongelaufen: Anders als Apples Streamingbox unterstützt der FireTV mit Dolby Atmos auch noch den neuesten Audio-Trend (hier können Sie mehr dazu erfahren).

Amazons Preiskampf

Vor allem stellt Amazon Apple aber beim Preis. 200 Euro kostet das AppleTV 4K. Auch wenn es im stern-Test gut abschnitt, ist das eine Menge Geld. Amazon nutzt dagegen die Neuauflage, um auch noch an der Preisschraube zu drehen - und verkauft seinen FireTV nun nur noch für 80 Euro. Das AppleTV kostet also das Zweieinhalbfache, ist deutlich größer und unterstützt einen wichtigen neuen Standard nicht. So lässt man gerade erschienene Geräte ganz lässig alt aussehen.

Auch der neue Amazon Echo ist mehr Evolution als Neuerfindung. Die hat Amazon aber auch gar nicht nötig. Googles Konkurrent Home ist hierzulande erst kurz auf dem Markt, ob irgendwann ein Nachfolger kommt, weiß nur Google. Und hat seinen HomePod noch nicht mal im Heimatmarkt USA in den Handel bekommen. Da reichen die kleinen Veränderungen locker, um den Vorsprung zu erlangen. Der neue Echo ist etwas kleiner, bietet einen besseren Sound. Alexas Fähigkeiten sind aber die gleichen. 

Die größte Neuerung ist wieder der Preis: Mit nur noch 100 Euro ist der Echo in Deutschland der mit Abstand günstigste Sprachlautsprecher der drei Hersteller - und ist damit bestens für den Marktstart der Konkurrenten gewappnet. Trotz minimaler Veränderungen.

Innovation in der Nische

Bei den anderen traut sich Amazon schon mehr. Der Echo Show ist der erste Sprachlautsprecher mit Bildschirm und nun auch hierzulande erhältlich. Der Echo Plus macht teure Smarthome-Gateways unnötig und verbindet etwa smarte Glühbirnen ohne Umweg direkt mit dem Echo. Und der Echo Spot ist das smarte Äquivalent eines Weckers mit Display. Solche Produkte hat bisher keiner im Programm. Vielleicht auch, weil bei manchen der Nutzen nicht sofort ersichtlich ist. Ein Experiment ist es aber allemal wert. Vielleicht finden die Geräte ja ihre Nische - oder Amazon kann wertvolle Erkenntnisse daraus ziehen.

Für die Konkurrenz ist die Situation durch die Neuerungen unangenehm. Gerade hatten sie mit Amazon gleichziehen können, fast drei Jahre nachdem der Handelsriese mit dem Echo überhaupt der Markt für smarte Lautsprecher geöffnet hatte. Und genau zu diesem Zeitpunkt kommt dann Amazon daher und bietet frische Produkte zum Schnäppchenpreis. Den daraus gewonnenen Vorsprung muss man erst einmal einholen. Für die Kunden ist die Lage dagegen spitze. Die Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Käufer können zwischen verschiedener Hardware die passende wählen - und geben dabei sogar weniger Geld aus als vorher.

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