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Warentest prüft Digitalradios: Das Küchenradio hat ausgedient

Tausende Sender, kein nerviges Rauschen, kinderleichte Bedienung: Digitalradios sind UKW-Geräten in jeder Hinsicht überlegen. Welche Geräte lohnenswert sind, hat Stiftung Warentest geprüft.

Von Christoph Fröhlich

Vier Stunden täglich lässt sich der Durchschnittsdeutsche vom Radio berieseln. Doch wer genug hat von den immer gleichen Hits der 70er, 80er, 90er und den besten Songs von heute, der greift zum Digitalradio. Der größte Vorteil liegt auf der Hand: Die kleinen Radios empfangen dank der Internetverbindung Sender aus allen Ländern der Welt. Mehr als 20.000 gibt es mittlerweile im Netz, via UKW empfängt man oft nur wenige Dutzend. Für jeden Musikgeschmack gibt es spezielle Sender, sei es Klassik, Jazz oder Heavy Metal. Doch welche Digitalradios sind am besten? Stiftung Warentest hat in seiner August-Ausgabe 20 Digitalradios geprüft - 13 davon sind auf die neue Sendetechnik DAB+ spezialisiert, 7 auf Empfang via Internet.

Funkstille auf dem Land

DAB+-Geräte sind noch immer Nischenprodukte. Dabei sprechen viele Gründe gegen das betagte UKW-Radio für die Küche: So gibt es kein Krisseln und Rauschen mehr, das den Musikgenuss mindert. Außerdem gibt es zahlreiche Zusatzinformationen auf dem Radiodisplay, etwa den Titel des derzeit laufenden Songs samt Interpret, der Name der Radiosendung und manchmal sogar das Cover des Albums. Und: Neben nationalen Programmen kann man deutschlandweit auch regionale Sender hören. In München empfängt man derzeit rund 50 Sender, darunter auch einige aus dem Norden der Bundesrepublik. Außerhalb von Ballungsgebieten ist das DAB+-Angebot aber immer noch mager, teilweise herrscht sogar Funkstille. Aus diesem Grund können viele DAB+-Geräte alternativ auch Ultrakurzwellen (UKW) empfangen.

Testsieger unter den DAB+-Empfängern ist das Digitradio 300 von Technisat. Es hat einen guten Klang und Empfang und verbraucht nur wenig Strom. Außerdem lässt sich das Radio leicht bedienen, lobt Warentest. Mit 139 Euro liegt es preislich im Mittelfeld. Gesamtnote: 2,2.

Mäßige Tonqualität

Mehr als die Hälfte der Radios schneidet in puncto Tonqualität mäßig ab. Viele kleine Lautsprecher liefern keinen hochwertigen Sound. Dafür war die Einrichtung bei den meisten Geräten kinderleicht: Gerät mit Steckdose verbinden, Antenne ausfahren, Sendersuchlauf starten - und los geht's. Bei 10 von 13 Geräten ist die Einstellung unproblematisch.

Durchgefallen ist das Teac R-5: Fällt bei dem Digitalradio eine der sechs Akkuzellen aus, werden die restlichen fünf überlastet, schreibt Warentest. Dadurch verbraucht das Gerät mehr Strom und erhitzt sich auf bis zu 80 Grad, warnen die Tester. Im schlimmsten Fall könne sogar Batterieflüssigkeit auslaufen. Das Urteil ist daher nicht überraschend: "mangelhaft". Beim Ton schnitt das Grundig Music 51 DAB+ am schlechtesten ab: Hier gibt es störendes Rauschen und das Netzteil brummt selbst nach dem Ausschalten des Geräts laut Warentest vor sich hin.

Einrichtung wird manchmal zur Geduldsprobe

Etwas komplizierter zu bedienen sind Internetradios. Hier muss der Nutzer zunächst für einen guten Internetempfang sorgen, entweder via Kabel oder Wlan, ansonsten gibt das Radio keinen Mucks von sich. Dafür sind die Möglichkeiten beinahe unbegrenzt: Ob französische Chansons oder Latin-Pop aus Peru - im Angebot der Senderlisten wird jeder Musikliebhaber fündig. Geordnet sind die Listen meist nach Ländern, Sprache und Sendernamen.

Das beste Internetradio im Test ist das PDR300 von Peaq. Es kostet 179 Euro und überzeugt die Tester vor allem beim Sound, der Handhabung und der hochwertigen Verarbeitung. Bei der Bedienung punktet das IN200 von Scansonic, Logitech dagegen patzt mit seinem Smart Radio - hier muss das Wlan-Passwort umständlich per Drehknopf eingegeben werden.

Den vollständigen Test finden Sie gegen Gebühr unter test.de/digitalradios.