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IFA: Groß, günstig oder 8K: Was den Deutschen beim Fernseher wichtig ist

Zur IFA stellt die TV-Branche ihre neuesten Kreationen vor. Doch kommen die neuen Technologien wie 8K, HDR und Co. überhaupt beim Kunden an? Eine aktuelle Studie verrät, was den deutschen Fernseher-Käufer wirklich bewegt.

Fernseher

Diese Woche ist es wieder soweit: Mit noch größeren Bilddiagonalen, mehr Pixeln und noch klarerem Bild wetteifern die TV-Hersteller auf der Internationalen Funkaustellung – kurz IFA – in Berlin um die Aufmerksamkeit der Fernseher-Käufer. Wer die Messe besucht, wird fast glauben, dass wir bald alle riesige 8K-Fernseher zuhause stehen haben. Und würde damit kaum falscher liegen.

Das zeigt eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Sie untersuchte, welche Fernseher die Kunden in Deutschland und 70 weiteren Ländern tatsächlich kauften, welche Kriterien ihnen dabei wichtig waren und was sie auszugeben bereit waren. Dabei kam sie zu spannenden Erkenntnissen. Der deutsche Durchschnitts-Haushalt hat demnach 1,7 Fernseher im Einsatz, die 570 Euro gekostet haben. Damit geben die Deutschen im Vergleich recht viel aus. International sind es im Schnitt gut 150 Euro weniger, auch die Europäer legen mit gut 470 Euro weniger für ihre Fernseher auf den Tisch.

Ein Kunde lässt sich beim Fernseher-Kauf beraten

Beim TV-Kauf ist die Entscheidung oft nicht leicht

Deutsche mögen's (nicht zu) groß

So erklärt sich auch, dass die deutschen Fernseher im Schnitt größer sind als in meisten anderen Ländern. Dennoch sind wir weit von den 100-Zoll-Giganten der IFA entfernt: Die beliebteste TV-Größe war demnach im letzten Halbjahr die zwischen 35 und 44 Zoll. Gut ein Viertel der Verkäufe lagen in diesem Bereich. Dicht darauf folgt dann die mittlerweile als Standard-Größe betrachtete Diagonale von 55 Zoll. Die Durchschnittsgröße lag mit 45 Zoll noch etwas darunter. Darüber hinaus wird es den Deutschen wohl schon zu groß: Während die Hersteller manche Modelle erst ab gigantischen 85 Zoll anbieten, waren nur 11,7 Prozent der verkauften Modelle überhaupt größer als 55 Zoll. 

Ein wichtiger Grund dafür dürfte auch das Ausbleiben von Sport-Großereignissen in diesem Jahr gewesen sein. "Zur WM kaufen die Deutschen gerne einen Fernseher. Und dann oft auch einen größeren", erklärt GfK-Experte Markus Kick. Der Effekt war 2014 allerdings deutlich größer als im letzten Jahr. "Die Menschen machen das oft spontan, das sieht man an den Wochendaten. Wenn die ersten Spiele gut liefen, schlagen sie auch zum Viertelfinale noch zu. Das geht in Wellen." Mit dem frühen Ausscheiden des deutschen Teams 2018 fiel dieser Effekt schwächer aus.

Der Preis macht den Unterschied

Obwohl die Deutschen im Vergleich schon recht viel ausgeben, kaufen sie recht preisbewusst. Knapp 40 Prozent der verkauften Geräte liegen im Bereich zwischen 250 und 500 Euro "Tendenz steigend", so Kick. Fast zwei Drittel der TV-Geräte kosten unter 500 Euro. Das liegt auch daran, dass besonders auf Schnäppchen geachtet wird. Am "Black Friday gehen die Verkäufe seit ein paar Jahren stärker als zu Weihnachten nach oben", erklärt Kick.

Technologien wie 4K und HDR sind für die Deutschen eher kein Kaufgrund. "Das ist eher wie bei einem Smart-TV vor zwei, drei Jahren. Man erwartet das heutzutage", erklärt Kick. Trotzdem wächst der Anteil an 4K-Geräten konstant. Nachdem letztes Frühjahr erstmals die 50-Prozent-Marke geknackt wurde, brachten dieses Jahr schon 61 Prozent der verkauften Modelle die extrem hohe Auflösung mit. Die allermeisten von ihnen unterstützen auch einen oder mehrere HDR-Standards wie HDR10 oder Dolby Vision. Dass der Anteil steigt, hängt laut Kick aber vor allem damit zusammen, dass die Technologie mittlerweile auch in günstigeren Modelle verbaut wird.

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Staubsaugroboter: AEG RX9-1-IBM X  Den besten Kompromiss aus Preis und Leistung bietet bei aktuellen Saugrobotern der AEG RX9-1-IBM X. Im Test landete er mit mit guter Saugleistung und Navigation auf dem zweiten Platz, wie alle anderen Modelle im Test hatte er aber Probleme beim Reinigen von Ecken sowie der Handhabung. Die Gesamtwertung: "gut" (2,5). Der Preis beginnt bei 575 Euro.  Den gesamten Test finden Sie gegen Gebühr auf test.de.

Staubsaugroboter: AEG RX9-1-IBM X

Den besten Kompromiss aus Preis und Leistung bietet bei aktuellen Saugrobotern der AEG RX9-1-IBM X. Im Test landete er mit guter Saugleistung und Navigation auf dem zweiten Platz, wie alle anderen Modelle im Test hatte er aber Probleme beim Reinigen von Ecken sowie der Handhabung. Die Gesamtwertung: "gut" (2,5). Der Preis beginnt bei 575 Euro.

Den gesamten Test finden Sie gegen Gebühr auf test.de.

Die Zukunft kann warten

Der Hype 8K spielt dagegen quasi gar keine Rolle. Die im letzten Jahr erstmals im Massenmarkt angelangten Geräte gehen nur in niedrigen vierstelligen Stückzahlen über die Ladentheke. Das dürfte auch am Preis liegen: 8K-Fernseher kosteten im Schnitt über 5000 Euro. Kick erwartet entsprechend, dass es 8K noch eine Weile schwer haben wird. Bei 4K wurden die ersten Modelle 2013 verkauft, noch ein Jahr später lag der Marktanteil bei unter drei Prozent. Erst danach wuchs langsam der Markt. "Und jetzt wird es eben wieder drei bis vier Jahre dauern, bis es sich wirklich im Markt durchsetzt", vermutet Kick.

Ein Schicksal wie bei den einstigen Trend-Technologien wie Curved und 3D erwartet Kick aber nicht. "8K wird nicht wie Curved oder 3D einfach verschwinden. Weil es den Formfaktor oder die Nutzung nicht verändert. Curved-TVs passen mit ihrer Form nicht in integrierte Wohnzimmer. Zudem störte, dass das Bild von der Seite nicht sehr gut war. Bei 3D kam die Brille dem gemeinsamen Erlebnis in den Weg. Dass alles ist bei 8K nicht der Fall. Hier fehlen zwar die Inhalte, das schränkt die Nutzung aber nicht ein. Es dauert eben nur länger."

Eine interessante Beobachtung der Konsumforscher ist zudem, dass die Kunden mittlerweile lieber für Erlebnisse bezahlen, als für die Hardware selbst. "Die Märkte für technische Gebrauchsgüter wie Smartphones, Tablets aber auch Audio und eben TV stehen vor einer großen Herausforderung", so Kick. Die Nutzer gäben das Geld nicht mehr für das neueste Gerät aus, sondern investieren es lieber in Content wie Streamingdienste. "Die Konsumenten sind zu selbstbewusst und zu gut informiert, um sich von der Industrie zum Neukauf überreden zu lassen."

Für die Studie wertet die GfK seit Jahren die Verkäufe von 425.000 Einzelgeschäften und 120 Händlernetzwerken weltweit aus, durchforstet Online-Bewertungen und befragt Kunden telefonisch. 

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