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Apple-Chef: "Das wird das nächste große Ding": Apple-Chef verrät, welche Technologie die wichtigste ist

Das iPhone ist Apples wichtigstes Produkt. Doch was kommt danach? Ein Interview von CEO Tim Cook lässt tief blicken. Vor allem bei Augmented Reality und Gesundheit sieht Cook enormes Potenzial.

In Irland nahm Cook einen Preis für Apples 40-jähriges Engagement im Standort Cork an

In Irland nahm Cook einen Preis für Apples 40-jähriges Engagement im Standort Cork an

DPA

Wenn der Apple-Chef spricht, hört man besser genau hin. In Interviews versteckt Tim Cook gerne Andeutungen, was vom iPhone-Konzern als nächstes kommt. Schon lange bevor die Apple Watch offiziell angekündigt wurde, deutete er etwa an, das Handgelenk sei "eine sehr spannende Stelle" für Technik. In einem aktuellen Interview ließ Cook mal wieder einige Brotkrumen fallen. Vor allem seine Aussagen zu Augmented Reality, kurz AR, lassen aufhorchen.

"Ich bin begeistert von AR", verriet Cook in einem Podiumsgespräch bei einer Preisverleihung in Irland. Dort war er gefragt worden, welche Technologie seiner Meinung nach in den nächsten fünf bis zehn Jahren am wichtigsten wird. "Ich glaube, das wird das nächste große Ding und wird unser komplettes Leben durchdringen."

Ist AR die Zukunft?

Dass Cook in AR viel Potenzial sieht, ist kein Geheimnis. Schon länger baut Apple die AR-Möglichkeiten seiner Geräte immer weiter aus, bewirbt sie mit aufwendigen Demos bei Produktvorstellungen. Mit dem Bausatz AR-Kit erleichterte man es zudem App-Entwicklern, ihre Ideen umzusetzen. Vor dem Auftritt besuchte Cook den irischen AR-Entwickler War Ducks, schwärmte dann auf der Bühne von der dortigen Arbeit und den dabei entstehenden Spielen.

Doch dann ging er mehr ins Detail - und ließ dabei durchblicken, dass es ihm durchaus um mehr geht, als AR auf iPhone und iPad. "Das wäre auch für unsere Diskussion hier nützlich. Wir könnten über einen Artikel sprechen, ihn per AR herausholen und zur gleichen Zeit die gleiche Sache betrachten", freute sich der Apple-Chef. "Oder man liegt unter dem Auto und wechselt das Öl. Wenn man nicht sicher wie das geht, kann man AR benutzen."

Apple und die Brillen-Pläne

Wer sich nun wundert, wo da der Vorteil zu einem Smartphone ist, dürfte auf der richtigen Fährte sein. Wirklich vorteilhaft wäre AR in Cooks Beispielen vor allem dann, wenn man dazu nicht extra ein Gerät in der Hand halten müsste - sondern die Informationen direkt vor die Augen bekäme. Nun muss man nur wissen, dass Apple laut Gerüchten sehr konkrete Pläne hat, im nächsten Jahr eine AR-Brille vorzustellen - und die Andeutungen erinnern stark an den früheren Kommentar zum Handgelenk.

Auch Cooks weitere Ausführungen passen besser zu einer Brille als zu einem Smartphone. AR steht seiner Ansicht nach weniger als andere aktuelle Technologien als Barriere zwischen den Menschen. "Ich denke, dass es Menschen nicht isoliert. Wir können unser Gespräch dadurch erweitern. Es ersetzt nicht die zwischenmenschliche Verbindung. Das ist etwas, dass mich bei Technologie immer zutiefst beunruhigt", beschrieb Cook die Vorteile von AR. Und auch hier ist klar: AR auf einem Smartphone kann er eigentlich nicht meinen.

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Prävention als neues Geschäft

Als weitere spannende Entwicklung nannte der Apple-Chef den Bereich um Technologie in der Gesundheit. "Da gibt es eine Schnittmenge, die bisher noch nicht sonderlich gut erkundet wurde. Es gibt nicht viel Technologie, die den Menschen bei ihrer Gesundheit hilft, es sei denn es gibt ernsthafte Probleme." Apple hätte daher als Gerät für Gesundheits-Monitoring im Alltag die Apple Watch platziert.

Die würde mit ihrer Funktion zur Erkennung von Vorhofflimmern den Träger warnen, bevor es zu echten Komplikationen kommt, so Cook. "Ich glaube, man kann mit der einfachen Idee der Prävention viele Bereiche finden, in denen Technologie und Gesundheit zusammentreffen. Und am Ende stehen wir alle besser da."

Schon in der Vergangenheit hatte Cook erklärt, dass in Zukunft Apples größte Verdienste im Bereich der Gesundheit zu finden seien. Und offenbar hat Apple da ebenfalls noch etwas in der Pipeline. "Die meisten Gelder in der Gesundheitsversorgung gehen in Fälle, die nicht früh genug erkannt werden"; führte Cook aus. "Es wird noch eine Weile dauern, aber Dinge an denen wir arbeiten - über die ich heute aber nicht sprechen werde -, geben mir eine Menge Hoffnung."  

Quellen: Silicon Republic, Independent