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Eindämmung von Spielsucht E-Sport und Gaming: Wie Chinas Profispieler unter den neuen strengen Regeln leiden

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In gläsernen Konferenzräumen tippen sie scheinbar endlos auf ihren Handys herum, die Mitglieder des in Shanghai ansässigen E-Sports-Clubs Rogue Warriors. Sie trainieren hier in China von 11 Uhr morgens bis spät in die Nacht, mit gelegentlichen Pausen zum Essen. China ist mit schätzungsweise mehr als 5000 Teams der weltweit größte Markt für E-Sports, also den sportlichen Wettkampf mit Computerspielen. Nun hat die Regierung Chinas erklärt, man wolle die Spielsucht eindämmen. Daher habe man neue, strengere Regeln erlassen. Das wiederum dürfte Karrieren wie die von Zhang Kaifeng zumindest erschweren. Der 19-jährige Profispieler Zhang Kaifeng schätzt, dass er täglich 15 Stunden damit verbringt, ein bestimmtes Online-Kampfarena-Spiel professionell zu spielen. Er sagt, die langen Stunden seien notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. "Ich bestehe darauf, professionell zu spielen, weil ich mehr Anerkennung von den Leuten bekommen möchte. Ob es nun meine persönliche Anerkennung ist oder die Anerkennung meiner Karriere, es ist eine Art Motivation für mich. Denn wir werden uns sehr anstrengen, um Profispieler zu werden, und wir werden viel von unserer Freizeit opfern, um uns zu verbessern." Die Änderungen riefen bei vielen chinesischen Teenagern eher Kopfschütteln hervor. Die neuen Regeln verpflichten die Spieleanbieter, Online-Spiele für unter 18-Jährige auf drei Stunden pro Woche zu beschränken. Schon vor den Änderungen waren Minderjährige auf 1,5 Stunden an Wochentagen und drei Stunden an Wochenenden beschränkt. Die Trainerin des hiesigen Frauen-Teams, die 27-jährige ehemaliger Spielerin LIU LINGMING, sagt zur Motivation ihrer Arbeit: "Das Wichtigste für mich ist das Gefühl, zu gewinnen, vor allem, wenn man einige Leute besiegt und jeden Tag stärker wird. Ich glaube, was mich am meisten reizt, ist, dass ich aus Siegen und Niederlagen lerne und mich auf die Teamleistung und die Zusammenarbeit im Team verlasse, um jeden Tag Fortschritte zu machen." Top-E-Sportler werden in der Regel im Teenageralter entdeckt und gehen mit Mitte 20 in den Ruhestand. Experten vergleichen die Intensität ihres Trainings mit der von olympischen Turnern oder auch mit der von Tauchern. In den USA, in San Francisco, sagte der E-Sport-Experte Alexandeer Champlin zu den jüngsten Entwicklungen in China: O-Ton: "Ich denke, dass wir einerseits sehen werden, wie die engagiertesten Spieler, die Leute, die auf die eine oder andere Weise zu E-Sports-Berühmtheiten werden könnten, weiterhin Wege finden werden, um entweder diese Vorschriften zu umgehen oder sie pragmatisch zu handhaben, um weiterhin Karrieren im Gaming zu verfolgen. Ich denke jedoch, dass dies das Potenzial hat, den kulturellen Stellenwert von E-Sports und wettkampforientiertem Gaming an der Basis zu beeinträchtigen. Nicht zuletzt würden die neuen Regeln auch das große Geschäft mit E-Sports in China infrage stellen. Dort werden Turniere oft in milliardenschweren Stadien ausgetragen und per Livestream übertragen.
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Die Änderungen riefen bei vielen chinesischen Teenagern eher Kopfschütteln hervor. Die neuen Regeln verpflichten die Spieleanbieter, Online-Spiele für unter 18-Jährige auf drei Stunden pro Woche zu beschränken.

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