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Nach Trump-Freischaltung Elon Musk startet Abstimmung über Begnadigung aller gesperrten Twitter-Nutzer

Elon Musk hat Twitter für 44 Milliarden Dollar übernommen
Elon Musk hat Twitter für 44 Milliarden Dollar übernommen
© Angela Weiss / AFP
Die Twitter-Freischaltung von Donald Trump war nur der Anfang: Nun lässt Elon Musk auf Twitter abstimmen, ob alle gesperrten Nutzer wieder mitmischen dürfen – bis auf kleine Ausnahmen.

Elon Musk hält die Twitter-Welt weiter in Atem: Vor wenigen Tagen erst hat er die Twitter-Verbannung von Donald Trump rückgängig gemacht. Nun lässt Musk die Nutzer darüber abstimmen, ob alle gesperrten Accounts wieder freigeschaltet werden.

Die Abstimmung, die Musk am Mittwoch gestartet hat, lautet: "Sollte Twitter eine Generalamnestie für alle gesperrten Accounts anbieten, sofern sie nicht gegen Gesetze verstoßen oder ungeheuerlichen Spam betrieben haben?" Die Abstimmung läuft noch bis zum frühen Abend unserer Zeit. 

Auch über die Rückkehr von Trump, der nach dem Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol gesperrt worden war, hatte Musk abstimmen lassen. Von 15 Millionen Umfrageteilnehmern stimmten 52 Prozent für Trumps Rückkehr. Der Ex-Präsident, der seine erneute Kandidatur verkündet hat, hat bisher aber noch keinen Tweet abgesetzt. Trump erklärte, er wolle seiner eigenen Plattform Truth Social treu bleiben. 

Elon Musk schürt Angst vor Hass und Fake News auf Twitter

Musk krempelt Twitter seit seiner Übernahme Ende Oktober in einem wilden Zickzackkurs um. Er hat die alte Chefetage und einen Großteil der Mitarbeiter gefeuert. Die Funktion des blauen Hakens für verifizierte Nutzer wollte er in ein Abo-Modell umbauen, was schrecklich schief ging. Weil sich nun jeder Scherzkeks als Prominenter oder Firmenaccount ausgeben konnte, kam es zu Chaos, sodass das Häkchen-Abo vorerst wieder gestoppt wurde.

Die Freischaltung von auf Twitter gesperrten Nutzern ist Musk ein besonderes Anliegen, geriert er sich doch als Anwalt freier Meinungsäußerung und Bekämpfer von Zensur. Eigentlich wollte er zu diesem Zweck aber erst einen "Rat zur Moderation von Inhalten" einsetzen. Nun lässt er einfach öffentlich auf Twitter abstimmen. 

Neben Donald Trump hat Musk auch schon umstrittene Personen wie Musiker Kanye West, der sich antisemitisch geäußert hatte, oder den für homophobe und frauenfeindliche Aussagen bekannten Kickboxer Andrew Tate wieder aus der Verbannung geholt. Kritiker von Musk haben große Bedenken, was das künftige Vorgehen gegen Hassrede und Fake-News auf dem Kurznachrichtendienst angeht. Auch einen Großteil der Mitarbeiter, die solche Inhalte moderieren sollen, hat Musk gefeuert.

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