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Hans Niemann Stripseite bietet Schachstar eine Million Dollar, wenn er dort nackt spielt – um Schummelvorwürfe zu entkräften

Schachspieler Hans Niemann, 19
Schachspieler Hans Niemann hatte Anfang September überraschend den Großmeister Magnus Carlsen geschlagen
© L. Ootes/Grand Chess Tour
Die Betrugsvorwürfe gegen Großmeister Hans Niemann schlagen in der Schach-Welt seit Wochen Wellen. Jetzt steht ein ungewöhnliches Angebot im Raum, sie aus der Welt zu schaffen.

Der Eklat um den Sieg von Aufsteiger Hans Niemann über den als unschlagbar gesehenen Magnus Carlsen wird immer größer. Weil Niemann völlig überraschend gegen Carlsen gewonnen und in der Vergangenheit bereits betrogen hatte, stehen schwere Betrugsvorwürfe im Raum. Ach Carlsen, der sich vorher zurück gehalten hatte, spricht diese mittlerweile offen aus. Ausgerechnet eine Sex-Seite will nun die Lösung bringen.

In einem Brief hat sich eine der größten Strip-Seiten an Niemann gewandt - und ihm zunächst zu seinem unerwarteten Sieg gratuliert. "Es ist eine Schande, dass sich die Schach-Gemeinschaft über vermeintliches Schummeln lustig macht. Es ist einfach lächerlich, dass behauptet wird, Sie hätten vibrierende, kabellose Analketten genutzt, um die Überhand zu erlangen." Diese Behauptung wird tatsächlich von einigen verbreitet, wie ernst sie gemeint ist, ist eine andere Frage. Die Strip-Seite hat jedenfalls einen Vorschlag, wie Niemann die Vorwürfe entkräften könnte: Er soll eine Partie nackt vor der Kamera spielen.

Teures Nacktevent

Natürlich nicht umsonst. Eine Millionen Dollar will die Seite für die Aktion zahlen, solange Niemann das Match dort die ganze Zeit nackt im Stream spielt. "Schließlich haben Sie bereits angekündigt, auch nackt spielen zu wollen, um die Betrugsvorwürfe zu entkräften", bezieht sich der Brief auf eine Aussage Niemanns. "Beweisen Sie, dass ihre Hater falsch liegen."

Wie genau Niemann betrogen haben soll, ist umstritten. Neben den vermeintlichen Analbändern werden auch weniger abwegige Methoden wie ein verstecktes Morsesignal über die Schuhe erwogen. Konkrete Beweise gibt es indes keine gegen ihn. Der Verdacht war entstanden, weil Carlsen eine ungewöhnliche Eröffnung gespielt, diese von Niemann aber perfekt gekontert worden war. Weil Niemann seine Züge im Nachhinein nicht glaubwürdig erklären konnte und Carlsen das Turnier mit einer kryptischen Begründung abbrach, stand schließlich der Betrugsvorwurf immer lauter im Raum.

"Größter Fehler meines Lebens"

Tatsächlich hat Niemann eingestanden, in seiner Jugend zweimal bei Online-Turnieren betrogen zu haben, nannte das "den größten Fehler meines Lebens". In den letzten Jahren und bei Präsenzveranstaltungen habe er das aber nie getan. Carlsen glaubt ihm das offenbar nicht. Er erklärte, dass sein Gegner öfter betrogen habe als er zugeben würde, und das auch in jüngerer Zeit. "Ich hoffe, dass die Wahrheit ans Licht kommt, wie auch immer sie aussehen möge", erklärte er.

Ob sich Niemann tatsächlich nackt vor eine Kamera – geschweige die des Strip-Portals - setzen wird -, steht auf einem anderen Blatt. Eine Anfrage des Magazins "Vice" hatte der Schachspieler ignoriert. Doch das mag auch am süffisanten Ton des Briefes gelegen haben. Für die Seite dürfte es ohnehin vor allem um PR gegangen sein. Auch der von seinem Arbeitgeber wegen des Masturbieren während eines Videoanrufs herausgeworfene Journalist Jeffrey Toobin hatte ein Angebot des Portals bekommen. Und es letztlich auch nicht angenommen.

Quelle: Vice

mma

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