Kampagne "Raubkopierer sind Verbrecher" geht weiter


Obwohl der Schaden durch illegal kopierte Filme erstmals angeblich die Grenze von einer Milliarde Euro überschritten hat, gibt sich die Film- und Videoindustrie zufrieden - und setzt die Kampagne "Raubkopierer sind Verbrecher" fort.

Der Schaden durch illegal kopierte Kinofilme wird in diesem Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Euro betragen. Die Aktion "Raubkopierer sind Verbrecher" werde deshalb 2005 fortgesetzt, erklärten Vertreter der Film- und Videoindustrie in Berlin. Sie bezifferten die zu erwartenden Verluste durch illegales Brennen und Downloaden auf rund 1,2 Milliarden Euro, nach knapp einer Milliarde Euro in 2003 und 800 Millionen Euro in 2002.

Der Kampf gegen Raubkopierer werde 2005 mit zwei neuen Kinospots in 3.000 Kinos und Plakaten in 4.500 Videotheken fortgesetzt, sagte die Geschäftsführerin der Zukunft Kino Marketing GmbH, Elke Esser. Die Anstrengungen des vergangenen Jahres hätten bereits gewirkt. "Die Zahl der gedownloadeten Filme und gebrannten DVDs ist zwar weiter gestiegen, aber nicht in dem Ausmaß, wie wir das befürchtet haben", sagte Esser.

"Die Botschaft kommt an"

In der jüngst veröffentlichten, repräsentativen "Brennerstudie 3" hätten knapp 38 Prozent der Befragten angegeben, die Kampagne habe zumindest teilweise dazu beigetragen, vom illegalen Brennen und Downloaden abzuhalten, sagte Esser. Kinospots und Aktionen wie "Knast on Tour" hätten zu mehr Unrechtsbewusstsein geführt und das Wissen über Urheberrechte verbessert.

Für den Verband der Filmverleiher kündigte Geschäftsführer Johannes Klingsporn weitere Maßnahmen zur Existenzsicherung der Kinos an. Das reicht den Angaben zufolge vom besseren Aufpassen - unlängst wurde bei einer Pressevorführung ein Journalist beim Mitschneiden des Tons erwischt - bis hin zu Gesprächen mit Internet-Providern, um so genannten "Heavy-Usern" auf die Spur zu kommen.

Prominenter Mitstreiter: Oliver Kalkofe

Als prominenter Unterstützer der Aktion tritt Comedy-Star, Schauspieler und Produzent Oliver Kalkofe auf. Sein Film "Der Wixxer" sei selbst Opfer von Raubkopierern geworden, sagte er. Nachforschungen hätten 621.000 illegale Downloads des Streifens ergeben, der Ende Mai in die deutschen Kinos kam. Mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von drei Personen pro illegaler Kopie hätten den Film in den ersten sechs Wochen rund 1,86 Millionen Menschen gesehen - fast so viel wie es Kinobesucher gab.

Die beiden neuen Kinospots mit den Titeln "Märchen" und "Happy Birthday" spielen wieder mit der Angst vor maximal fünf Jahren Freiheitsstrafe, die Raubkopierern drohen. Unter dem Motto "Hart aber gerecht" ist beispielsweise eine junge Familie zu sehen, die dem Erzeuger ein Geburtstagsständchen singt - mit lautem Geschrei, denn Papi ist Insasse des Gefängnisses auf der anderen Straßenseite.

AP AP

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