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Popcorn Time kommt in den Browser Das Netflix für Raubkopierer rüstet auf


Das illegale Streaming-Portal Popcorn Time lässt sich jetzt auch direkt im Browser betrachten - und dürfte so vielen unbedarften Nutzern Ärger einbringen.
Von Malte Mansholt

Zuerst war es Filesharing, heutzutage erfreuen sich Streaming-Dienste größter Beliebtheit. Wer Filme und Serien kostenlos im Internet schaut, treibt sich meist auf den halbseidenen Angeboten von Kinox.to und Konsorten herum. In letzter Zeit konnte vor allem Popcorn Time jede Menge neuer Nutzer gewinnen. Bisher mussten die noch ein Programm oder eine App installieren, um den Stream zum Laufen zu kriegen. Nun gibt es das Angebot auch direkt im Browser - mit Potenzial für jede Menge rechtlichen Ärger.

Bei einem herkömmlichen Streaming-Dienst laden die Nutzer den jeweiligen Film direkt von einem Server. Damit befinden sie sich in einer rechtlichen Grauzone. Popcorn Time setzt aber auf die Torrent-Technologie: Alle Zuschauer bieten die Teile, die ihr Rechner im Hintergrund geladen hat, auch für andere an. Damit machen sich die Nutzer der Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials schuldig - und das ist strafbar.

Browser-Version kaum zu erkennen

Das neue Browser-Stream ist daher besonders gefährlich: Weil der Service auch in anderen Seiten eingebunden werden kann, wissen viele gar nicht, dass sie die Filme selbst verbreiten. "Das Gefährliche an diesem Angebot ist, dass der Nutzer nicht mal mehr zusätzliche Software installieren muss, um sich einen Film anzusehen", warnt der Berliner Medienanwalt Johannes von Rüden. "Für den Laien ist es nicht mehr möglich, zwischen vermeintlich sicheren und unsicheren Angeboten zu unterscheiden". Dabei drohen hohe Kosten durch Abmahnungen.

So erkennen Sie die illegalen Angebote

Die Kosten einer solchen Abmahnung erreichen inklusive Anwaltsgebühren schnell eine Höhe von 800 Euro und mehr. Dabei ist mit einigen Faustregeln leicht festzustellen, ob man ein Angebot nutzen darf - oder es lieber meiden sollte:

  • Aktuelle Filme und Serien gibt es höchstens in den Mediatheken der Fernsehsender kostenlos zu sehen, meistens aber gar nicht
  • Wenn eine Seite Werbung für Glückspiele, Dating- oder gar Pornoseiten enthält, handelt es sich in aller Regel nicht um ein seriöses Angebot
  • Auch die Seiten-Endung kann Hinweise geben: Illegale Angebote setzen oft auf Endungen aus kleinen Staaten mit laxer Rechtsauslegung. Beliebt sind etwa Tonga (.to) oder Belize (.bz).

Legale Alternativen

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte daher lieber in den sauren Apfel beißen und für einen der vielen legalen Streaming-Dienste bezahlen. Netflix, Amazon Prime Video, Maxdome und Co. kosten zwar eine monatliche Gebühr und sind manchmal nicht ganz aktuell. Immerhin kann man die dortigen Inhalte aber mit gutem Gewissen genießen - und ohne Angst vor dem Abmahn-Anwalt.

Welche Serien und Filme wo laufen, erfahren Sie jede Woche aktuell bei stern.de.


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