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Lehrerbewertung durch Schüler: Philologenverband rät zur Daten-Zurückhaltung

Nach dem Kölner Gerichtsurteil, das die Bewertung von Lehrern auf Schüler-Onlineportalen stützt, emphiehlt der Deutsche Philologenverband: Lehrer sollten keine Informationen über sich auf den Homepages ihrer Schulen preisgeben.

Der Deutsche Philologenverband rät Lehrern zur Zurückhaltung bei Angaben privater Daten auf der Schul-Homepage. Das Kölner Landgericht hatte die Benotung einer Gymnasiallehrerin durch ihre Schüler auf der Internet-Seite "Spickmich" am Mittwoch in einem Urteil für rechtens erklärt. Der Philologenverband betonte am Donnerstag in Köln, die Veröffentlichung des Lehrernamens sei aber nur dann zulässig, wenn die Lehrer-Daten mit Zustimmung des betroffenen Pädagogen bereits an anderer Stelle im Internet abrufbar waren - also vor allem auf der Website der Schule.

Den Kollegen werde deshalb nun geraten, ihr Einverständnis zur Veröffentlichung von persönlichen Daten auf der Schul-Homepage zurückzuziehen oder nicht mehr zu erteilen, betonte der Verband, der die Interessen von Gymnasiallehrern vertritt. Bei "Spickmich" würden Lehrer öffentlich bloß gestellt. Den Betreibern gehe es nicht um eine bessere Unterrichtsqualität oder Tipps für Lehrer, sondern sie seien mit "fragwürdigen Kriterien" wie "sexy" vor allem an öffentlicher Aufmerksamkeit interessiert, kritisierte der Verband.

Unter Nennung ihres Namens, ihrer Schule und ihrer Fächer hatte die Gymnasiallehrerin aus Moers in dem Schüler-Netzwerk die Gesamtnote 4,3 erhalten. Die Kölner Richter sahen das Persönlichkeitsrecht der Lehrerin durch die Veröffentlichung nicht verletzt, ihre persönlichen Daten seien zuvor schon auf der Internetseite der Schule zu sehen gewesen.

DPA / DPA