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Umstrittene Internet-Bremse O2 drosselt ab 3. November DSL-Anschlüsse


Mit dem unbegrenzten Surfen ist es für einige O2-Kunden bald vorbei: Der DSL-Anbieter wird ab 3. November eine DSL-Drosselung einführen. Ab 300 Gigabyte wird die Internet-Bremse gezogen.
Von Christoph Fröhlich

Surfen, so viel man will - damit ist es für einige O2-Kunden demnächst vorbei. Ab 3. November wird der Münchner DSL-Anbieter eine Drosselung seiner DSL-Angebote starten, berichtet das Tech-Portal "Caschys Blog". Wie bei Mobilfunkverträgen mit Internetzugang üblich wird das schnelle Surfen begrenzt, wenn ein bestimmtes Datenvolumen überschritten wird. Beim kleinsten DSL-Paket S wird die Drosselung bereits ab 100 GB gestartet. In den Tarifen O2 DSL All-in M, L und L Family beträgt das Datenkontingent 300 GB, im Tarif O2 DSL All-in XL 500 GB. Laut "heise.de" betrifft die Regelung alle Kunden, die nach dem 16. Oktober 2013 einen DSL-Vertrag bei O2 abgeschlossen haben.

Bei 300 GB zieht die DSL-Bremse an

Wer in drei aufeinanderfolgenden Monaten mehr als 300 Gigabyte verbraucht, wird ab dem vierten Monat und jeweils ab 300 GB bis zum Ende des Monats auf 2 Mbit (2000 Kbit/s) gedrosselt. Zum Surfen oder dem Abrufen von E-Mails reicht das, wer allerdings regelmäßig Streamingportale wie Netflix oder Amazons Prime Instant Video nutzt, um sich HD-Filme anzusehen, muss dann mit langen Wartezeiten rechnen. Auch Gamer dürften mit 2000 Kbit/s keine Freude am Zocken haben. Die Regelung tritt in Kraft, "damit alle User das Internet gleich gut nutzen können", wie O2 #link;www.o2online.de/dsl-und-festnetz/beratung-und-service/fair-use/;auf seiner Webseite# schreibt.

O2 nennt die Drosselung schönfärberisch "Fair-Use-Vorteil". Für die Kunden gibt es aber keinen Vorteil: Wer sowieso kaum Datenvolumen verbraucht, spart kein Geld. Viel-Downloader hingegen müssen tiefer in die Tasche greifen, denn zusätzliche 100 GB schlagen mit 4,99 Euro zu Buche. Eine echte Flatrate mit unbegrenztem Datenvolumen kostet 14,99 Euro extra.

Ursprünglich wollte O2 die Regelung schon im Oktober einführen. Gründe für die Verzögerung nannte der Konzern bislang nicht.

Ein falsches Signal von O2

In Zeiten von boomenden Streaminganbietern und der wachsenden Verbreitung von ultrahochauflösenden 4K-Fernsehern ist die Einführung der DSL-Bremse ein gewagter Schritt. Je nach Laufzeit ist ein 4K-Film zwischen 100 und 160 Gigabyte groß. Bei einem mittleren Tarif mit 300 GB Datenvolumen ist dann bereits nach zwei bis drei Filmen Schluss.

Netflix hat bereits angekündigt, in den kommenden Jahren verstärkt auf UltraHD-Inhalte zu setzen. Vereinzelte Serien wie "Breaking Bad" oder "House Of Cards" werden bereits jetzt als 4k-Stream angeboten. Noch können das hierzulande nur wenige User nutzen, doch in ein paar Jahren werden 4K-Fernseher in den Elektronikfachmärkten Standard sein. Spätestens dann wird der Aufschrei unter den O2-Kunden groß sein.


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