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Sichere Alternative zu Facebook "Syme" geht an den Start


Dass Datenschutz bei Facebook und Co. nicht gewährleistet wird, ist spätestens seit den NSA-Enthüllungen bekannt. "Syme" bietet eine Lösung: Die gesamte Kommunikation wird verschlüsselt.
Von Ellen Ivits

Ein neues soziales Netzwerk könnte für all diejenige eine neue virtuelle Heimat bieten, die Facebook, Twitter und Google Plus nicht mehr ihre Nutzerdaten anvertrauen wollen. "Syme" heißt das Startup-Projekt und will von der Verunsicherung der User um die eigene Privatsphäre profitieren.

"Syme" ist das Werk von drei kanadischen Studenten der McGill Universität in Montreal. Das soziale Netzwerk, das nach einer Figur aus Orwells Schreckensvision "1984" benannt ist, verwendet ein Hybrid-Verschlüsselungssystem, um die Kommunikation der Nutzer sicher zu machen. Obwohl das System auf den ersten Blick sehr an Facebook und Google plus erinnert, funktioniert es vielmehr wie WhatsApp. Profilseiten gibt es keine, stattdessen konzentriert sich "Syme" ganz auf die Nachrichtenfunktion.

Die Kommunikation spielt sich in geschlossenen Gruppen ab. Die Inhalte sind nur für Personen einsehbar, die über einen Entschlüsselungscode verfügen und in die Gruppen eingeladen worden sind. Alle Updates, Nachrichten und Fotos werden verschlüsselt, bevor sie verschickt werden. Selbst die Administratoren sollen keine Einsicht in den Nachrichtenverlauf haben.

Niemand bleibt anonym

Dabei stellt "Syme" keine eigenständige Plattform da, sondern eine Browser-Erweiterung. Derzeit steht das Programm für Google Chrome-Browser zur Verfügung. Auf der Website getsyme.com kann "Syme" kostenlos installiert werden. Versionen für Firefox und Safari sowie iOS- und Android-Apps sind in Planung.

Allerdings warnen die "Syme"-Entwickler davor, ihr Netzwerk als eine narrensichere Antwort auf Staatsspionage zu betrachten. Auch "Syme" sammelt Metadaten und die IP-Adressen, die jeden Nutzer eindeutig identifizierbar macht.

Das neue datenschutzorientierte Netzwerk ist die Antwort auf die NSA-Spionageenthüllungen. Dokumente, die Whistleblower Edward Snowden öffentlich gemacht hat, belegen, dass die NSA Zugang zu Facebook- und Google-Daten hat und auf Chats, E-Mails und Dateitransfers zugreifen kann.


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