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Betrugsversuche: Abzocke per SMS: Vermeintliche DHL-Nachrichten locken in 68-Euro-Abo

In der Coronakrise boomt das Geschäft der Versandhändler. Das wollen auch Betrüger ausnutzen. Eine täuschend echte Webseite soll Unbedarfte in ein teures Abo locken. 

DHL-Paketboten sind eigentlich immer in Zeitnot

DHL-Paketboten sind eigentlich immer in Zeitnot

Der Versandhandel boomt: Weil viele Geschäfte in der Coronakrise geschlossen sind, bestellen die Deutschen mehr online - und treiben damit den Paketversand nach oben. Nun wollen sich Betrüger das zunutze machen. Mit falschen Paketverfolgungs-SMS versuchen Sie, ihre Opfer in eine teure Abofalle zu locken.

Die gerade laut dem Blog "Mimikama" bei vielen Menschen eintrudelnden SMS zielen auf ein besonderes Ärgernis der Kunden ab: Weil so viel mehr verschickt wird, verzögern sich die Lieferungen - obwohl eigentlich mehr Menschen als sonst Zuhause sind. "Paket [Paketnummer] wurde im Verteilerzentrum angehalten. Verfolgen Sie Ihre Sendung hier" heißt es in der Nachricht inklusive eines entsprechenden Links.

Abofalle statt Paket

Klickt man den an, landet man natürlich nicht auf der DHL-Seite, sondern auf einem tatsächlich sehr guten Nachbau. Dort kommt dann der vermeintliche Grund für die Verzögerung: Das Paket sei wegen zu gering gezahlter Versandkosten angehalten worden, heißt es. Zahle man 2 Euro, komme es direkt auf den Weg. Wer sich das Hin und Her mit dem Händler sparen möchte, bezahlt den Kleckerbetrag, spekulieren die Betrüger vermutlich.

Klickt man auf den Link "Zur Zahlung", kommen aber die tatsächlichen Kosten zum Vorschein. In einem unübersichtlichen Textblock über Cookienutzung versteckt, verlangen die Betrüger plötzlich 68 Euro für ein nicht näher erklärtes Online-Abo, das sich sogar automatisch verlängert. Unten ist dann aber wieder groß der Preis von nur zwei Euro genannt. Laut "Mimikama" handelt es sich beim Abo um Pseudo-Angebote wie Online-Yogakurse, ein "digitales Spa" oder virtuelle Fitnesskurse. Ein Paket kommt natürlich trotzdem nicht.

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So schützen Sie sich

Kunden sollten solche und ähnliche Mails ignorieren - und auch keine Links in SMS anklicken. Sollten Sie tatsächlich ein Paket erwarten, lassen Sie sich vom Händler die Paketnummer geben und erfragen Sie den Status direkt auf der Webseite des Versandanbieters. Viele Paketdienste bieten zudem eigene Apps an, in denen an Sie adressierte Pakete automatisch erfasst werden und die Sie dann auch auf mögliche Verzögerungen hinweisen. Ganz ohne teure Abokosten.

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