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Datenleck bei Apple: Wie fremde Kontakte aufs iPhone gelangten

Eigentlich gilt der Online-Speicher iCloud von Apple als sicher. In mehreren Fällen entpuppten sich Service-Mitarbeiter als Sicherheitsrisiko.

Von Dirk Liedtke

iPhone 6 iphone 7 bendgate kaputter Touchscreen defekt

Im Sommer wurde ein Datenleck bei Apple entdeckt

Im Sommer meldete die für Apple in Europa zuständige irische Datenschutzbehörde, es gebe ein "sehr spezifisches Risiko" für Besitzer von Apple-Geräten. Potentiell könne jeder Besitzer eines iPhone, iPad oder MacBook betroffen sein. Genaueres wurde nicht bekannt. Nur, dass es mit dem kostenpflichtigen Service-Angebot "Apple Care" zu tun habe. Während der Fußball-EM wurde die Meldung kaum beachtet. Der stern enthüllt in seiner neuen Ausgabe, was die Datenschützer in Dublin im Sommer alarmiert hatte.

Fremde Kontakte im eigenen iPhone

Der Besitzer eines iPhone 6 hatte sich wegen Problemen mit seinem Konto bei dem Speicherdienst iCloud an die Hotline von Apple Care gewandt. Sein Problem wurde gelöst. Dafür trat danach ein neues Problem auf. Immer wenn der iPhone-Besitzer eine Nachricht verfassen wollte, wurden ihm automatisch Empfänger vorgeschlagen, die nicht aus seinem Kontakteverzeichnis stammten.

Eine Rekonstruktion des Falls anhand des E-Mail-Verkehrs zwischen dem Apple-Kunden und Apple Care sowie mit dem ebenfalls befassten bayrischen Landesamt für Datenschutzaufsicht und weitere Recherchen lösten das Rätsel. Auslöser des Problems war der Bedienungsfehler eines Mitarbeiters von Apple Care. Nach Auskunft der bayrischen und der irischen Datenschutzbehörden war dies kein Einzelfall.

Eine Analyse der rund 400 unbekannten Kontakte in dem untersuchten iPhone durch den stern in Kooperation mit dem österreichischen Magazin "News" zeigt: Viele der aus Österreich stammenden Kontakte weisen eine Verbindung zur SPÖ auf. Weitere Namen stammen aus dem privaten Sicherheitssektor, der Polizei und der Glücksspielbranche.     

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