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Konkurrenz ohne Chance: Apple sackt 92 Prozent der Gewinne im Smartphone-Markt ein

Apple verkauft nicht die meisten Smartphones - macht aber das meiste Geld. Das ist seit längerem bekannt. Dass der Konzern aber 92 Prozent aller Gewinne einsteckt , sagt viel über die Lage der Konkurrenz aus.

Von Malte Mansholt

Das bekannte Apfel-Logo ist an einem Apple-Store zu sehen.

Volle Läden führen bei Apple zu Rekordgewinnen.

Apple ist auf vollem Erfolgskurs. Das aktuelle iPhone 6 verkauft sich wie warme Semmeln, der Nachfolger steht bereits in den Startlöchern. Der Konzern ist bereits seit längerem der wertvollste der Welt. Dass sich das wohl in nächster Zeit nicht ändern wird, liegt am Verkaufserfolg des iPhones - und an Apples satten Gewinnmargen.

Denn obwohl nur jedes fünfte Smartphone von Apple stammt, bleibt fast der gesamte Gewinn des Smartphone-Marktes in der Unternehmenskasse des Konzerns hängen - unfassbare 92 Prozent. Der erfolgreichste Konkurrent Samsung schafft es gerade einmal auf 15 Prozent. Die restlichen Unternehmen machen gemeinsam Miese. So kommt es auch, dass Apple und Samsung zusammen über 100 Prozent kommen können.

Miese Zahlen für die Konkurrenz

Die Zahlen stammen von den Börsen-Analysten "Canaccord Genuity", berichtet des Wirtschaftsmagazin "Wall Street Journal". Dem Artikel zufolge lag Apples Gewinnanteil vor einem Jahr noch bei 65 Prozent, was bereits einen Rekordanteil für das Unternehmens darstellte. Das letzte Mal, dass ein Konzern den Markt in diesem Maße dominierte, war als Nokia 2007 auf gute zwei Drittel der Gewinne kam. In der Folge verlor der Konzern immer mehr an die Konkurrenz, Apple und Samsung konnten 2012 jeweils etwa die Hälfte der Gewinne einfahren.

Ende der Premium-Smartphones

Apple ist die letzte der extrem gewinnbringenden Premium-Marken. Die anderen Unternehmen verkaufen mittlerweile eher günstigere Smartphones, die aber kaum noch Gewinne abwerfen. Auch Samsung konnte mit dem gut bewerteten Samsung Galaxy S6 nicht die erhofften Verkaufserfolge erzielen. Hersteller wie LG mit dem tollen LG G4 oder aufstrebende Konkurrenten wie Huawei mit seinem Huawei P8 bleiben ähnlich erfolglos.

Andere Unternehmen haben ihr Geschäftsmodell angepasst. Während Apple den Großteil seiner Gewinne nach wie vor durch Hardware-Verkäufe einfährt, setzen viele chinesische Konzerne wie Xiaomi, aber auch Microsoft, auf den Verkauf von Zubehör und Apps für die Geräte, um so Geld zu verdienen. Die Smartphones selbst werfen sehr wenig oder gar keinen Gewinn ab, sie dienen nur als Plattform zum Verkauf des Zubehörs. Ob sich dieses Geschäftsmodell auf Dauer bewährend kann, wird sich zeigen. 

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