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Chaos ums Galaxy Note 7: Warum Samsung froh sein kann, dass Apple gerade das iPhone 7 zeigte

Explodierende Smartphones, ein brennendes Haus und ein abgefackeltes Auto: Das ist die Schadensbilanz zu Samsungs PR-Katastrophe um das Galaxy Note 7. Doch es hätte noch viel schlimmer kommen können.

Samsung Galaxy Note 7 Jeep

Der Jeep eines Ehepaares aus Florida soll durch das Samsung Galaxy Note 7 Feuer gefangen haben

Eigentlich sollte es das beste Android-Smartphone des Jahres werden: Das Galaxy Note 7 strotzt vor Kraft, hat eine Spitzenkamera, eine tolle Stiftsteuerung und sieht außerdem schick aus. Und auch die Verkaufszahlen scheinen bisher alle Erwartungen übertroffen zu haben. Doch dann die Hiobs-Botschaft: Der Akku des Riesensmartphones kann beim Aufladen explodieren, es traten gleich mehrere Fälle auf. Samsung entschied sich zum Rückruf. 

Der könnte das Unternehmen Unsummen kosten, von den verlorenen Verkäufen durch die PR-Katastrophe mal ganz abgesehen. Und doch hätte die ganze Geschichte mit einem geringfügig anderen Timing deutlich schlimmere Konsequenzen für Samsung haben können.

Gutes Timing für schlechte Nachrichten

Zum einen kamen die ersten Fälle ans Licht, als das Note 7 in vielen Ländern noch gar nicht im Handel war. Der Rückruf kostet so zwar immer noch jede Menge Geld. Mit zig Millionen verkauften Geräten hätten aber schnell einige Milliarden dazu kommen können. Und auch die Anzahl der durch Brände geschädigten Note-Besitzer fiel verhältnismäßig klein aus. 35 Geräte mit defekten Akkus seien dem Unternehmen bis zum ersten September bekannt gewesen, verkündete Samsung in der Erklärung zum Rückruf. Seitdem dürften zwar ein paar dazugekommen sein. Wäre dasselbe bei einem Gerät mit noch größerer Käuferbasis wie dem schon seit Monaten verkauften Galaxy S7 oder einem iPhone passiert, wäre der Sturm vermutlich deutlich stärker ausgefallen.

Welche Folgen die explodierenden Akkus zeigen, ist im Internet gut dokumentiert. Ein Reddit-Nutzer etwa postete Bilder seines verschmorten Note 7, auch das Kopfkissen, auf dem es beim Laden lag, hat deutliche Brandspuren. In den USA sollen in zwei Fällen die Folgen noch drastischer ausgefallen sein: Ein Jeep Cherokee soll durch das Aufladen des Note am Zigarettenanzünder ausgebrannt sein, eine Garage soll ebenfalls durch ein aufladendes Note Feuer gefangen haben. Kein Wunder, dass einige Airlines eingeschaltete oder gar ladende Note 7 auf ihren Flügen verbieten und die US-Verbraucherschützer gleich vom Kauf abraten.

 

iPhone 7 statt Note 7?

Insofern ist es vielleicht gar nicht so schlecht, dass Apple ausgerechnet in der Mitte von Samsung PR-Supergau sein neues iPhone 7 vorstellte. Die Augen der Technik-Welt lagen auf Tim Cooks Bühne, Samsungs Note-Debakel geriet wenigstens für kurze Zeit aus dem Fokus. Klar, viele potenzielle Käufer könnten nun wegen der Geschichte zu Apples neuem Smartphone greifen, statt zum Note 7. Wäre das iPhone aber eine Woche später gekommen, hätten es vermutlich noch mehr Menschen mitbekommen - und erst recht das iPhone gekauft.

mma