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Neues Spitzensmartphone Samsung Galaxy Note 20 im Test: ein echtes Pfund

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Mit seinem gigantischen Display (6,9 Zoll) wäre das Samsung Galaxy Note 20 Ultra früher als Tablet durchgegangen
© Malte Mansholt / stern.de
Mit dem Galaxy Note 20 Ultra hat Samsung sein Top-Smartphone des Jahres gezeigt. Im Test zeigt es sich enorm potent. Doch es gibt leider zwei große Haken.

Im August trumpft Samsung auf: Mit dem Galaxy Note bringen die Südkoreaner traditionell ihr größtes und technisch bestes Smartphone auf den Markt. Das Galaxy Note 20 bekommt sogar noch einen drauf gesetzt: Es ist das Spitzenmodell des Spitzenmodells. Im Test zeigt es sich als extrem starkes Smartphone. Doch über zwei Dinge dürften viele potenzielle Käufer stolpern.

Der erste Haken springt schon beim ersten Griff zum Gerät ins Auge: Das Note 20 Ultra ist groß. Sehr groß. Mit einer Displaydiagonale von gigantischen 6,9 Zoll lässt es selbst Brummer wie das iPhone 11 Pro Max klein wirken. Das Gewicht von 208 Gramm spürt man sofort, auch wenn es damit immer noch leichter ist als etwa das iPhone 11 Pro Max (226 g) oder das Huawei P40 Pro (209 g). Wie die anderen Modelle liegtest auch das Note 20 Ultra schwer in der Hand.

Beim Display müssen sich die Nutzer zwischen hoher Auflösung und schneller Bildwiederholrate entscheiden
Beim Display müssen sich die Nutzer zwischen hoher Auflösung und schneller Bildwiederholrate entscheiden
© Malte Mansholt / stern.de

Hingucker Riesendisplay

Dass das Gehäuse nicht noch größer ist, verdankt das Gerät einer beeindruckenden Raum-Optimierung. Ränder sind fast nicht vorhanden, das Note 20 Ultra wirkt auf Grund abgerundeter Kanten und der winzigen Aussparung für die Kamera wirklich so, als hätte man fast nur Display in der Hand. Und trotzdem: Selbst für sehr große Hände ist es eigentlich nicht mehr mit einer Hand zu bedienen. Das Note 20 ist ein Zweihänder.

Lässt man sich auf die Größe ein, wird das aber belohnt: Das Display selbst gehört zu den besten auf dem beMarkt. Es bietet dank AMOLED-Technologie satteste Farben (HDR10+-zertifiziert) und enorm hohe Kontraste, ist mit 3088 x 1440 Bildpunkten extrem scharf und unterstützt mit einer Bildwiederholrate von 120 Hertz eine extrem flüssige Darstellung, etwa beim Scrollen.

Letztere beiden Punkte schließen sich allerdings aus: Wer die hohe Auflösung will, muss diese extra auswählen. Dann läuft das Gerät aber nur mit 60 Hertz. Die Voreinstellung mit 2316 x 1080 Pixel und variabler Rate bis 120 Hertz ist allerdings auch schon sehr scharf. Zudem gibt es die Option, mit der niedrigeren Auflösung und fix 60 Hertz den Akku zu schonen. Zwar ist es schade, dass nicht alles auf einmal geht. Da aber nach eigenem Geschmack gewählt werden kann, ist das letztlich verschmerzbar.

Die Kamera-Ausbuchtung des Galaxy Note 20 Ultra wirkt selbst gegen die große Fläche des Huawei P40 Pro (unten) gigantisch. Die schicke Farbe Mystic Bronze erinnert eher an Roségold als Bronze
Die Kamera-Ausbuchtung des Galaxy Note 20 Ultra wirkt selbst gegen die große Fläche des Huawei P40 Pro (unten) gigantisch. Die schicke Farbe Mystic Bronze erinnert eher an Roségold als Bronze
© Malte Mansholt / stern.de

Mit Zoom ganz vorn dabei

Der zweiter große Verkaufspunkt springt einem ins Gesicht, wenn man das Gerät umdreht. Und zwar wortwörtlich: Die Einheit mit den drei Kameras ist so groß, dass die Ausbuchtung ganze zwei Millimeter aus dem Gehäuse ragt. Neben einer Ultraweitwinkellinse (12 Megapixel, F2,2 Blende) und der Hauptknipse (108 MP, F1,8) verbirgt sich darin auch eine Telefotolinse mit optischem 5x-Zoom (12 MP, F3,0) sowie ein Laserautofokus. Die Hauptkamera schießt im Alltag sehr scharfe und farbechte Bilder, die Lichtstimmung wird ebenfalls recht gut eingefangen. Die automatische Nachbearbeitung lässt die Bilder im Vergleich zu den warmen Bildern des iPhone etwas kälter erscheinen, das fällt aber nur im direkten Vergleich auf. Hier gibt es wenig zu meckern, aber auch keine echten Überraschungen.

Bei wenig Licht ist das Ergebnis gemischter. Zum Teil werden Bilder zu stark aufgehellt, die Lichtstimmung geht dabei verloren. In anderen Situationen war das Ergebnis dagegen sehr natürlich, übertrumpfte auch das iPhone 11 Pro Max. Ob einem die hellen Bilder gefallen oder die realistische Lichtdarstellung, ist letztlich zwar Geschmackssache. Trotzdem wäre es schön, wenn das Ergebnis zuverlässiger in eine Richtung tendieren würde. Hier könnte Samsung per Software nachbessern.

Beim Zoom kommt Samsung nicht an die Ultraweitwinkelknipse von Huaweis Spitzenmodell P40 Pro heran. Das Note schafft mit seinem fünffachen optischen Zoom zwar starke Bilder, bis zum zehnfachen Hybridzoom sind sie noch weitgehend verlustfrei. Das Huawei-Gerät bietet aber bereits einen zehnfachen optischen Zoom. So holt es noch mehr Details heraus. Verstecken muss sich das Note 20 Ultra deshalb zwar nicht, für den Spitzenplatz reicht es dennoch nicht.

Insgesamt gehört die Kamera aber klar zu den besten aktuell in Smartphones erhältlichen. Eine Übersicht und Vergleichsfotos finden Sie in dieser Fotostrecke.

Starke Technik

Auch sonst ist das Note 20 Ultra technisch ganz vorne dabei. Samsung verbaut zwar in Europa einen selbst entwickelten Exynos-Prozessor, statt wie in den USA den aktuellen Android-Spitzenchip Qualcomm Snapdragon 865. Der Samsung-Chip ist aber letztlich so potent, dass ihn nur die wenigsten Aktionen an seine Grenzen bringen. Zusammen mit den gigantischen 12 GB Arbeitsspeicher dürfte die Leistung locker ausreichen, um auch noch die nächsten Jahre ausreichend schnell zu wirken. Auch die modernen Netzwerktechniken 5G und Wifi 6 sind an Bord.

Auch beim Akku legt Samsung im Vergleich zum Vorgänger noch eine Schippe drauf. Mit 4500 mAh fällt die Batterie trotz des schlanken Gehäuses groß aus, das ist angesichts des gigantischen Bildschirms aber auch dringend nötig. Im Alltag hält das Note je nach Nutzung bis zu zwei Tage durch. Selbst wer den ganzen Tag daran hängt, dürfte bis zur Schlafenszeit durchkommen. Dank schnellem Laden ist das Note sowohl mit Kabel als auch kabellos recht schnell wieder gefüllt, an die Spitzengeschwindigkeiten wie bei Huawei oder Oneplus kommt es aber nicht heran.

Das kabellose Laden kann je nach Ladeschale etwas irritieren: Wegen der herausragenden Kamera liegt das Note bei manchen Modellen nicht flach auf, sondern ruht auf der Kamera. In der richtigen Position lud es im Test aber trotzdem.

Der S-Pen genannte Stift ist das Markenzeichen von Samsungs Galaxy-Note-Serie. Er verschwindet bei Nichtbenutzung im unteren Rahmen
Der S-Pen genannte Stift ist das Markenzeichen von Samsungs Galaxy-Note-Serie. Er verschwindet bei Nichtbenutzung im unteren Rahmen
© Malte Mansholt / stern.de

Mehr Produktivität

Ein wichtiges Feature des Note ist stets der S-Pen getaufte Bedienstift. Der reagiert beim Note 20 Ultra noch schneller, die Verzögerung beträgt nur noch 9 Millisekunden und ist damit kaum noch spürbar. Neben dem Schreiben von Notizen lässt sich der Stift auch als Fernbedienung für Fotos oder sogar Powerpoint-Präsentationen nutzen.

Letzteres ist vor allem dann spannend, wenn man das Note als Computer an den Beamer anschließt. Dank Samsung Technologie DeX lässt sich das Smartphone mit dem passenden Dock auch als vollwertiger Rechner mit Monitor, Maus und Tastatur betreiben. 

Ein nerviges Extra sind die vorinstallierten Apps. Während Microsoft Office bei einem Gerät, das für Produktivität steht und sich als Rechner nutzen lässt, durchaus nachvollziehbar ist, gilt das bei Apps wie Facebook nicht. Noch schlimmer ist aber TikTok: Die App nervte auch dann mit Benachrichtigungen, wenn man es nie gestartet, geschweige denn einen Account aktiviert hatte. So etwas ist einfach unnötig.

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Fazit: Ein echtes Brett

Das Samsung Galaxy Note 20 Ultra ist ein echtes Pfund, wenn es um Gehäusegröße, Kamera und Einsatz als Produktivgerät geht. Vor allem in Bezug auf Display und Produktivität kommt aktuell kaum ein Gerät an Samsungs Spitzenmodell heran. Trotzdem gibt es klare Kompromisse. Die Kamera wird etwa durch die unzuverlässige Leistung bei schlechtem Licht ausgebremst, wer das Beste vom Besten will, wird mit dem Exynos-Chip nicht glücklich sein.

Und dann ist da noch der Preis: 1220 Euro verlangt Samsung für das Note 20 Ultra mit 256 GB, wer 512 braucht, muss gar 1360 Euro hinlegen. Kauft man das technisch weitgehend vergleichbare Schwestermodell Galaxy S20 Ultra, legt man nur 920 Euro auf den Tisch - und hat sogar mehr Arbeitsspeicher. Noch schwächer wirkt dagegen das Note 20 ohne Ultra. Hier spart Samsung nicht nur die Telefoto-Linse ein, sondern verbaut statt Glas auf der Rückseite sogar Plastik. Das dürfte den wenigsten Nutzern den Preis ab 925 Euro wert sein. 

Günstigere Alternativen sind etwa das Oneplus 8 Pro (hier bei uns im Test) ab 800 Euro oder das Huawei P40 Pro (ebenfalls von uns getestet) für 660 Euro. Hier muss man allerdings auf die Google-Dienste verzichten.

Das Samsung Galaxy Note 20 Ultra ist ab dem 19. August im Handel und lässt sich bereits vorbestellen.

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