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Apple-Smartphone iPhone 7 ausprobiert: Das kann das neue Apple-Smartphone

Das neue iPhone 7 gibt es wieder in Schwarz
Das neue iPhone 7 gibt es wieder in Schwarz
© stern.de
Am Mittwochabend wurden das iPhone 7 und 7 Plus vorgestellt. Apple setzt nicht nur auf das bewährte Design der Vorgänger, sondern streicht auch noch die Kopfhörerbuchse. Dafür hat das Smartphone andere Stärken.

Bislang war der Geräte-Zyklus in Cupertino sehr vorhersehbar: Im ersten Jahr bringt Apple ein iPhone im neuen Design, im Jahr darauf folgt ein S-Modell mit aufgemotzten Funktionen. Ganze Branchen haben sich auf diesen Tik-Tok-Zyklus eingestellt, etwa die Mobilfunkbetreiber, die alle 24 Monate ihre Verträge mit den neuen Spitzen-Smartphones an den Mann bringen wollen.

Beim iPhone 7, das Apple am Mittwoch vorgestellt hat, ist das ein Stück weit anders: Zwar deutet der Name auf ein völlig neues iPhone hin, optisch handelt es sich aber eher um ein aufgemotztes iPhone 6s. Doch neben einigen neuen Funktionen gibt es auch eine große Kontroverse. Wir haben das Gerät bereits ausprobiert und einem ersten Schnell-Check unterzogen.

Gleicher Look, neue Farben

Optisch wagt Apple beim iPhone 7 keine Experimente: Erneut setzt der Konzern auf zwei Modelle, eins mit 4,7 Zoll (iPhone 7) und eins mit 5,5 Zoll (iPhone 7 Plus). Die Auflösung ist identisch geblieben - Virtual-Reality-Anwendungen scheinen bei Apple derzeit noch kein Thema zu sein.

Das Aluminiumgehäuse sieht den Vorgängern zum Verwechseln ähnlich. Es hat sogar die gleichen Maße, alte Schutzhüllen dürften also problemlos passen. Das iPhone 7 fühlt sich in vielerlei Hinsicht an wie das iPhone 6s. Zusätzliche Kaufanreize will Tim Cook deshalb mit zwei neuen Farben liefern, einem matten Schwarz und einem glänzenden Klavierlack-Schwarz, das allerdings nur den Modellen mit 128 und 256 GB Speicher vorbehalten bleibt. Letzteres ist ein echter Hingucker, dürfte allerdings schnell Kratzer bekommen - davor warnt Apple selbst auf seiner Webseite.

Links das neue iPhone 7, rechts das iPhone 6s.
Links das neue iPhone 7, rechts das iPhone 6s.
© stern.de

Das Gehäuse ist edel verarbeitet und liegt prima in der Hand. In Details wurde das Design verändert, so prangen die breiten Antennenstreifen nicht mehr quer über die Rückseite, sondern wandern an die Geräteoberseite. Eine willkommene Neuerung: Das iPhone 7 ist spritzwassergeschützt nach dem IPX67-Standard. Das heißt: Regen übersteht es ohne Probleme, eine unfreiwillige Bierdusche sehr wahrscheinlich, einen zu tiefen Tauchgang eher nicht. Wireless Charging, also das drahtlose Aufladen, wird leider nicht unterstützt. Samsung bietet diese Technik seit Jahren an.

Dual-Kamera mit Zweifach-Zoom

Das Highlight der neuen Generation ist die Kamera. Hier geht der Konzern neue Wege: Bislang war jedes Smartphone derselben Generation, egal ob klein oder groß, identisch ausgestattet. Mit der nächsten Generation gehört das der Vergangenheit an. Das kleine iPhone 7 hat ein lichtstärkeres Objektiv mit optischem Bildstabilisator bekommen, unterstützt wird es von einem Blitzlicht mit vier LEDs. Die Frontkamera knipst mit sieben Megapixeln und macht einen guten ersten Eindruck.

Wer große Hände hat und zum iPhone 7 Plus greift, bekommt die spannendste Neuerung: Die Dual-Kamera mit Weitwinkel- und Teleobjektiv (beide 12 Megapixel) ermöglicht einen zweifach optischen und einen 10-fach digitalen Zoom. So etwas bietet bislang keine andere Smartphone-Kamera. Bei schlechten Lichtbedingungen sollen bessere Bilder gelingen, das konnten wir in der hell beleuchteten Hands-on-Area jedoch nicht ausprobieren. Per Software-Update wird später noch eine Funktion ("Sneak Peek") nachgereicht, mit der Hintergründe unscharf werden. In der Fotografie kennt man das als Bokeh-Effekt. Ob Apples Lösung besser abschneidet als die von anderen Herstellern - etwa HTC -, wird sich erst dann zeigen.

Der Home-Button rüttelt

Ebenfalls neu, für den Nutzer aber auf den ersten Blick unscheinbar: Der ikonische Home-Button ist kein echter physischer Knopf mehr, sondern eine drucksensitive Touch-Oberfläche, wie sie die meisten Android-Nutzer von ihren Telefonen kennen. Dadurch merzt Apple eine bekannte Fehlerquelle aus, denn bei vielen Nutzern quittierte der Knopf nach einigen Jahren den Dienst und musste repariert werden.

Damit sich der Druck echt anfühlt, löst ein kleiner Motor im Inneren des Smartphones eine Vibration aus - das kennt man bereits aus dem Trackpad des Macbooks. Das fühlt sich merkwürdig an, womöglich ist es aber nur eine Frage der Gewohnheit.

Der neue Home-Button ist kein echter Knopf mehr.
Der neue Home-Button ist kein echter Knopf mehr.
© stern.de

iPhone 7 ohne Kopfhöreranschluss

Und dann ist da noch der fehlende Kopfhöreranschluss. Apple-Manager Phil Schiller begründet den radikalen Schritt mit "Courage", also "Mut". Das Unternehmen glaube an eine kabellose Zukunft, und Apple will die Firma sein, die diese Vision entscheidend vorantreibt. Heißt im Klartext: Weg mit der Strippe, her mit Bluetooth. Apple ist nicht das einzige Unternehmen, das bei der Klinke den Rotstift angesetzt hat - das Moto X von Motorola etwa verzichtet ebenfalls auf die Buchse.

Ob technisch überholt oder nicht: In den sozialen Netzwerken sorgt der Wegfall der Klinke für jede Menge Wirbel. Zurecht, denn Millionen Kopfhörer - auch die weißen EarPods, die Apple bislang jedem Smartphone beilegte - sind nicht mehr mit dem iPhone 7 kompatibel. Zukünftig müssen Kopfhörer via Lightning-Kabel oder Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden (dazu haben wir ein Pro und ein Contra aufgeschrieben).

Zwar legt Apple dem iPhone 7 einen Lightning-auf-Klinke-Adapter bei, das dürfte für Besitzer hochwertiger, oft mehrerer hundert Euro teurer Kopfhörer aber nur ein schwacher Trost sein.

Jede Menge Rechenpower

Der neue Prozessor (A10 Fusion) ist noch einmal 50 Prozent schneller als der A9-Prozessor - und schon der ließ selbst aktuelle Hightech-Androiden wie das Galaxy Note 7 alt aussehen. Otto-Normal-Nutzer braucht so viel Rechenpower gar nicht, doch der Vierkernchip ist auch stromsparender: Das iPhone 7 soll zwei Stunden länger durchhalten als das 6s, das große 7 Plus schafft eine Stunde mehr. Nicht viel, aber immerhin.

Das 16-Gigabyte-iPhone wurde übrigens endgültig abgeschafft. Das kleinste iPhone 7 hat jetzt 32 Gigabyte, das mittlere 128, das größte sogar 256 Gigabyte Speicherplatz. Der Speicher ist wie immer nicht erweiterbar.

Fazit


Das iPhone 7 und das iPhone 7 Plus sind konsequente Weiterentwicklungen der Vorgänger-Generationen. Die Smartphones sind endlich spritzwassergeschützt, deutlich schneller und haben mehr Speicher. Das Highlight sind die neuen Kameras, allen voran die des iPhone 7 Plus. Die Dual-Knipse bietet Hobbyfotografen viele neue Funktionen und hebt sich vom Einerlei der Konkurrenz ab. Wie gut sich die Kamera am Ende wirklich schlägt, muss ein Test zeigen.

Wer dagegen ein radikal neues Design erwartet hat, dürfte enttäuscht sein. Bis auf die neuen Farben sieht das iPhone 7 aus wie die Vorgänger. Und auch die gestrichene Kopfhörerbuchse dürfte für einigen Frust sorgen.

Das iPhone 7 kostet in der 32-Gigabyte-Version 759 Euro, die größte Variante 979 Euro. Das iPhone 7 Plus kostet in der kleinsten Variante 899 Euro, das größte Modell kostet 1199 Euro. Ein stolzer Preis. Zum Vergleich: Das Galaxy Note 7 mit erweiterbarem Speicher kostet in der 64GB-Variante 849 Euro.


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