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Smartwatch ausprobiert: Zwischen Keramik und Fitness-Uhr: Das kann die neue Apple Watch

Neben dem iPhone 7 hat Apple auch eine neue Version der Apple Watch vorgestellt. Die sieht auf den ersten Blick aus wie die alte - hat aber ein paar neue Tricks auf Lager.

Die Apple Watch gibt es in mehreren Farben

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Die Apple Watch war die erste völlig neue Produktkategorie unter Tim Cook. Erstmals vorgestellt wurde sie im September 2014, zusammen mit dem iPhone 6. Auf den Markt kam sie aber erst ein halbes Jahr später, und Cook legte die Messlatte ziemlich hoch: Die Apple Watch werde ein Gerät, von dem wir uns eines Tages nicht mehr vorstellen können, ohne sie zu leben.

Ganz so revolutionär fiel die Uhr am Ende doch nicht aus, konkrete Verkaufszahlen hat der Konzern nie genannt. Vor allem im ersten Jahr hatte die Apple Watch mit Kinderkrankheiten zu kämpfen. Einige konnten per Software-Update behoben werden, andere merzt Apple nun mit der zweiten Generation aus, die am Mittwochabend gemeinsam mit dem iPhone 7 vorgestellt wurde. Wir haben die Uhr bereits ausprobiert und sagen, was sie kann - und was nicht.

Apple Watch 2 ohne neues Design

Die Apple Watch Series 2 - so der Name der zweiten Generation - sieht aus wie die erste Generation. Apple setzt erneut auf einen viereckigen Bildschirm mit abgerundeten Ecken. Das mag im Vergleich zu herkömmlichen Armbanduhren ungewohnt aussehen, sorgt aber für einen klaren Wiedererkennungswert. Dementsprechend passen die alten Armbänder auch bei der Apple Watch Series 2.

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An der grundlegenden Mechanik hat sich nichts geändert: Die Apple Watch Series 2 hat neben dem Touchscreen zwei Eingabemethoden, die Krone und den Seiten-Button. Ein Druck auf die Krone ruft das Hauptmenü mit den App-Symbolen auf. Dreht man an ihr, scrollt man durch Listen oder Menüs. Ein Druck auf den Button unter der Krone öffnet das Dock, in dem man die sechs meistgenutzten Apps in einer Schnellauswahl starten kann. Das Betriebssystem watchOS 3, das auch für die erste Apple Watch zum Download angeboten wird, liefert mehr Bedienkomfort: Die Menüs sind nicht nur übersichtlicher gestaltet, auch der Funktionsumfang des eingebauten Messengers und die Fitness-Apps wurden ausgebaut.

Erneut gibt es eine Variante aus mattem Aluminium und glänzendem Edelstahl, neu ist ein weißes Keramik-Modell (Apple Watch Edition) und eine spezielle Nike-Edition mit eigenem Band und Watchface.

Die Apple Watch Nike+ hat ein eigenes Armband und Watchface

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Mehr Power, GPS-Sensor und wasserdicht

Die erste Generation war in puncto Rechenpower sehr schwachbrüstig unterwegs, Apps von Drittanbietern (MyTaxi, Shazam, Starbucks, Deezer) hatten teils mit Ladezeiten um die 30 Sekunden zu kämpfen. Die Apple Watch Series 2 hat einen schnelleren Prozessor spendiert bekommen. Der Geschwindigkeitsunterschied ist spürbar - ob es einzig am neuen Prozessor oder auch am neuen Betriebssystem liegt, lässt sich nicht klar sagen. Dank stärkerer Grafikleistung sind nun auch aufwendigere Apps möglich. Ob das App-Angebot dadurch angekurbelt wird, muss sich zeigen. Zumindest eine Rekord-App gibt es demnächst auch für die Apple Watch: Pokémon Go.

Eine Funktion, die von vielen Fans gewünscht wurde, liefert Apple mit der zweiten Generation nach: Die Apple Watch Series 2 hat einen eingebauten GPS-Sensor. Damit können Jogger etwa vorab festgelegte Routen ablaufen. Zudem ist die Apple Watch wasserdicht bis zu 50 Metern Tiefe. Laut Apple soll sie aber nur in seichtem Wasser und bei Aktivitäten eingesetzt werden, bei denen kein hoher Wasserdruck entsteht. Beim Sporttauchen oder Wasserskifahren sollte man sie also besser ablegen.

Jede Nacht an die Steckdose

Einen eigenständigen LTE-Chip hat die Apple Watch Series 2 nicht. Das bedeutet: Um Mails zu empfangen, Musik zu streamen, Nachrichten zu senden oder Kartenmaterial zu laden, muss die Uhr zwingend mit einem iPhone gekoppelt werden. Voraussetzung ist ein iPhone 5 oder neuer. Mit Android- und Windows-Smartphones funktioniert die Apple Watch nicht.

Das Display hat nun eine Leuchtdichte von 1000 Nits, das schaffen selbst viele Spitzenfernseher nicht. Die Akkulaufzeit konnte Apple hingegen nicht steigern, auch die Series 2 muss offiziell noch jede Nacht aufgeladen werden.

Die Aluminium-Version ist ab 419 Euro erhältlich, die Edelstahlversion ab knapp 650 Euro. Das Keramik-Modell kostet 1450 Euro. Der Preis der 42-mm-Version liegt jeweils um etwa 30 bis 50 Euro höher.

Aufgemotzte Apple Watch 1

Die erste Apple Watch aus dem Jahr 2014 wird ab sofort nicht mehr verkauft. Stattdessen bringt Apple nun eine leicht modifizierte Version auf den Markt: Sie bietet den schnelleren Prozessor, hat aber keinen GPS-Sensor und ist nicht zum Schwimmen geeignet. Der Einstiegspreis liegt bei 319 Euro.

Fazit: Solide Weiterentwicklung

Einen echten Grund, warum man die Apple Watch benötigt, liefert Tim Cook auch mit der zweiten Generation nicht. Das versucht er auch gar nicht, stattdessen konzentriert er sich auf die Stärken der Uhr und baut diese weiter aus. Ein GPS-Chip und ein wasserdichtes Gehäuse wurde von vielen Fans gefordert, genau das liefert Apple nun in der zweiten Generation. Die Partnerschaft mit Nike ist der Versuch, etablierten Sportuhrenherstellern wie etwa Garmin oder Polar das Wasser abzugraben.

Der Look der Uhr bleibt identisch, die alten Armbänder sind mit der neuen Generation kompatibel. Eine eigene LTE-Anbindung hat die Uhr leider nicht, sie muss immer noch mit dem iPhone gekoppelt werden, um den vollen Funktionsumfang zu nutzen. Wie sich die neuen Features auf die Akkulaufzeit auswirken, ist nicht bekannt - das muss ein Test zeigen. Die Apple Watch Series 2 ist ein gelungenes, aber weitgehend unspektakuläres Upgrade der ersten Generation.