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Mobile World Congress HTC überrascht mit Virtual-Reality-Brille


Letzte Woche waren alle Details zu HTCs neuem Top-Smartphone One (M9) aufgetaucht. Auf seiner Pressekonferenz schaffte es der Konzern nun trotzdem zu überraschen: Mit der VR-Brille HTC Vive.
Von Malte Mansholt

Eigentlich galt das HTC One (M9) als größte Produktvorstellung des koreanischen Konzerns beim diesjährigen Mobile World Congress (MWC). Dann tauchten letzte Woche sämtliche Informationen zu HTCs kommendem Top-Smartphone auf. HTC deutete daraufhin an, die besten Neuvorstellungen würde ohnehin keiner erwarten - und sollte Recht behalten.

HTC One (M9): Keine Überraschungen

Das tatsächlich vorgestellte HTC One (M9) entspricht genau den aufgetauchten Produkt-Fotos und -Beschreibungen. HTC hat das Design des Vorgängers One (M8) bis auf kleinere Details beibehalten und in erster Linie die Technik und die Software überarbeitet. So setzt das One (M9) als erstes Smartphone auf den aktuellen Top-Prozessor Qualcomm Snapdragon 810 und dürfte damit einen ordentlichen Geschwindigkeitsgewinn mitbringen. Auch die Kamera hat HTC überarbeitet: Das M9 ersetzt die viel kritisierte Ultrapixel-Kamera des M8 mit einer 20-Megapixel-Knipse. Sie soll endlich die Fotoqualität des HTC One on Par mit der restlichen Technik bringen. Die Selfie-Fans hat HTC ebenfalls nicht vergessen, das M9 besitzt eine Frontkamera mit besonders weitem Aufnahmewinkel für die beliebten Selbstporträts.

Beim Design bleibt HTC den schlichten Metall-Formen des M8 treu, lediglich die Kamera-Öffnung sieht etwas anders aus. Außerdem ist der Einschaltknopf von oben an die rechte Seite gewandert. Immerhin gibt es jetzt etwas mehr Farbauswahl: Das M9 ist in einem hellen und einem dunklen Silberton sowie in Rosa und Gold erhältlich. Ab März soll es in den Handel kommen, Preise sind leider noch nicht genannt worden.

HTC Grip: Tragbare Langeweile

Die meisten Beobachter hatten bereits im Vorhinein damit gerechnet, dass HTC ein Wearable vorstellt - und dass es die große Überraschung der Präsentation wird. Sie lagen aber nur teilweise richtig. Mit dem HTC Grip genannten Fitness-Armband hat der Konzern zwar tatsächlich sein erstes Wearable präsentiert - es ist allerdings eher unspektakulär ausgefallen. Das Armband mit dem gekrümmten Display besitzt fünf Sensoren zur Messung der eigenen sportlichen Betätigung, sogar GPS ist an Bord. Zudem lassen sich Benachrichtigungen und Anrufe vom Smartphone auf dem Armband anzeigen. Das alles ist aber mittlerweile Standard bei Fitness-Armbändern. Heraus sticht lediglich die Möglichkeit, sich mit bis zu 20 Freunden zu verknüpfen und Fitness-Challenges miteinander auszutragen.

HTC Vive: Gelungener Coup

Doch die Enttäuschung über das langweilige HTC Grip hielt nicht lange an - denn mit einer Neuvorstellung hatte tatsächlich kaum jemand gerechnet. Mit der gemeinsam mit dem extrem beliebten Spiele-Hersteller Valve entwickelten Virtual-Reality-Brille HTC Vive dürfte HTC der Coup des Abends gelungen sein. Zwar sind die beiden Unternehmen bei weitem nicht die ersten, die sich an das Thema virtuelle Realität heranwagen. Die Kombination der geballten Expertise des erfahrenen Hardware-Entwicklers und der extrem erfolgreichen Software-Schmiede dürfte aber besonders fruchtbar ausfallen.

Zumal sich die beiden Unternehmen einiges vorgenommen haben. Vive soll die VR-Erfahrung nicht nur auf Spiele beschränken. Auch Filme, Serien und 3D-Karten sollen über die Brille in 360-Grad-Sicht erlebbar sein. Dafür haben sich HTC und Valve mit dem Pay-TV-Sender HBO, dem Medienunternehmen Lions Gate und Google noch weitere Partner für die Inhalte ins Boot geholt haben.

HTC Vive: Ab Ende des Jahres im Handel

Die Hardware der Vive ist zwar eher unansehnlich, dafür aber mit jeder Menge Sensoren ausgestattet. Sie messen genau, wie der Nutzer seinen Kopf hält, aber auch, was sich um ihn herum befindet. So soll es möglich sein, sich mit der Brille im Raum zu bewegen - ohne die Vase umzuwerfen. Um die Immersion zu erhöhen sitzt vor jedem Auge ein Display mit einer Auflösung von 1200 x 1080 Bildpunkten. Sie sind in der Lage bis zu 90 Bilder die Sekunde zu zeigen. So will HTC die von anderen VR-Brillen bekannten Hang zur Seekrankheit bei der Benutzung verhindern. Um den Nutzer mit der Umgebung interagieren zu lassen, bietet HTC einen kabellosen Controller an, auch die Bewegung der Hände soll aber von der Brille registriert werden. Wie genau sie dann einsetzbar sind, ist noch nicht bekannt.

Vorerst befindet sich die HTC Vive noch in der Entwicklung, ab Frühjahr können sich Software-Entwickler für ein Testexemplar bewerben. Doch auch Kunden müssen sich nicht mehr allzu lange gedulden: Noch vor Ende des Jahres soll die fertige Brille in den Handel kommen. Wieviel sie dann kosten soll, ist leider noch HTCs Geheimnis.


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