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iPhone-X-Konkurrent: Huawei Mate 10 Pro: Die größte Neuerung ist für den Nutzer unsichtbar

Riesen-Display, Doppelkamera, das kennt man alles schon. Beim Huawei Mate 10 Pro ist die größte Neuerung ganz klein und für den Nutzer unsichtbar: Ein neuer AI-Chip soll die Smartphone-Nutzung revolutionieren. Wir sagen, was der iPhone-Herausforderer kann.

Huawei Mate 10 Pro

Huawei Mate 10 Pro

Sechs Zoll Bildschirmdiagonale sind auch im Jahr 2017 noch eine Ansage. Hat man keine Hände im Trumpschen Kaliber, muss man auch beim diesjährigen Mate 10 Pro mit zwei Händen zupacken. Dem Erfolg wird das aber keinen Abbruch tun: Große Telefone erfreuen sich wachsender Beliebtheit, durch alle Preisklassen hindurch, sowohl bei Männern als auch Frauen. Und Huawei zählt zu den Treibern der Sparte: Schon 2014 lotete man mit dem Mate 7, ebenfalls sechs Zoll, die Grenze des Machbaren und Sinnvollen aus. Seitdem konnte Huawei mit jedem neuen Modell seinen Marktanteil ausbauen. Mit dem Mate 10 Pro, das am Montag in München vorgestellt wurde, will der Konzern nun auf die Überholspur und endgültig an Apple vorbeiziehen. 

Nicht so radikal wie das iPhone X

Wie jeder Hersteller strebt auch Huawei dem "bezel-less design" entgegen, das Smartphone soll also möglichst wenig Rahmen um den Bildschirm haben. Losgetreten hat den Trend Samsung mit dem Galaxy S8 im Frühjahr. Auf die Spitze treibt es Apple beim demnächst erscheinenden iPhone X, dessen Display bis auf den Frontkamerariegel die gesamte Frontseite einnimmt. Das Mate 10 Pro ist nicht ganz so radikal: Ober- und unterhalb des Bildschirms gibt es einen wenige Millimeter breiten Rahmen, dafür gibt es aber auch keine seltsam aussehende Einkerbung wie bei Apples Flaggschiff. Das hat man so schon häufiger gesehen. Das Pro-Modell hat übrigens den Fingerabdruckscanner auf der Rückseite, das "normale" Mate 10 einen schlanken Fingerscanner auf der Vorderseite.

Der OLED-Bildschirm löst mit 2160 x 1080 Pixeln auf, deutlich niedriger als bei vergleichbaren Modellen (etwa 8 Plus). 

Das schlauste Smartphone?

Die größte Neuerung ist der eingebaute Prozessor samt AI-Chip, also einem Mini-Prozessor für Künstliche Intelligenz. Vorgestellt wurde der Kirin-970-Chip bereits auf der IFA in Berlin. In der Zwischenzeit stahl aber Apple den Chinesen die Show. Bei den drei jüngsten -Modellen - 8, 8 Plus und X - kommt eine sogenannte neurale Engine zum Einsatz. Alles nett, meint Huawei-Chef Richard Yu, bekanntlich kein Freund von Subtilitäten. Doch im Vergleich zum iPhone 8 handele es sich beim Mate 10 Pro um das erste echte AI-Phone. Sein Telefon sei viel cleverer als jenes aus Kalifornien, behauptet er vollmundig.

Doch wozu braucht man Künstliche Intelligenz im überhaupt? Zwar steckt die Technik noch in den Kinderschuhen. Doch schon jetzt profitiert man in vielen Fällen von AI-Chips: Einige Aufgaben können signifikant schneller gelöst werden. Bilderkennung funktioniert etwa bis zu 20-mal schneller als auf herkömmlichen Smartphones - und verbraucht dabei nur ein Fünfzigstel (1/50) der Energie. Das wiederum kommt der Akkulaufzeit zugute.

Dank Machine Learning soll das Smartphone seinen Besitzer über die Monate zudem besser verstehen und Systemprozesse an dessen Nutzergewohnheiten anpassen. Dadurch soll das Gerät auch 18 Monate nach der ersten Nutzung nicht spürbar langsamer werden, verspricht Huawei. Ein Problem, das viele Besitzer von Android-Geräten kennen dürften.

Wie auch das Galaxy S8 beherrscht das Mate 10 einen PC-Modus. Schließt man das Smartphone mit einem speziellen Dock an einen Monitor an, kann man wie auf einem Windows-PC arbeiten. Apple beherrscht solch ein Feature nicht. 

Zwei Kameras für wenig Licht

Viel Wert legt Huawei traditionell auf die Kameras. Erneut kooperiert der Konzern mit Leica und setzt auf eine Dualkamera auf der Rückseite. Mit lichtstarken f/1.6-Blenden soll das Gerät auch bei schlechten Lichtbedingungen sehenswerte Bilder knipsen, ein doppelter Bildstabilisator sorgt für weniger Unschärfen. Die Kamera macht auch Gebrauch von der Künstlichen Intelligenz: Dank des AI-Chips kann das Smartphone nonstop die Umgebung in Echtzeit analysieren (etwa Gesichter bei Porträts analysieren) und so das Automatikprogramm anpassen. 100 Millionen Bilder hat der Chip im Voraus analysiert. Die Kamera erkennt also, ob sich eine Katze, ein Hund oder ein Blumenstrauß vor den Linsen befindet - und passt den Modus automatisch an.

Ansonsten bietet die Kamera die üblichen Features, etwa den Monochrom- (Schwarz-Weiß-Aufnahmen) und Porträt-Modus (mit Hintergrundunschärfe). Auch hier verspricht Huawei diverse Softwareverbesserungen. Wie sich die Kamera im Alltag schlägt, wird unser Test zeigen, den Sie demnächst auf stern.de finden.

Design und Optik

Die Rückseite des Mate 10 Pro besteht diesmal übrigens nicht aus Aluminium, sondern aus abgerundetem Glas. Ungewöhnlich ist der Streifen auf der Rückseite, der den Kamerariegel markiert. Die Inspiration dafür stamme von Sportwagen, die häufig mit Streifen verziert seien, erläutert Yu. Erstmals ist das Gehäuse IP67-zertifiziert, damit also staub- und spritzwassergeschützt. Das war überfällig. 

Schnelles LTE, wasserdicht, Riesen-Akku

Auch die sonstige technische Ausstattung ist state of the art. Eingebaut sind 128 Gigabyte Speicher. Als Netzwerkausrüster verbaut Huawei traditionell die modernste Funktechnik. Das Mate 10 Pro unterstützt LTE Cat.18, das ermöglicht Geschwindigkeiten bis zu 1.2 Gigabit pro Sekunde. Dafür benötigt man aber auch den passenden Tarif. In Deutschland wird es also noch etwas (und damit meinen wir ein langes etwas) dauern, bis man das Mate 10 Pro in der U-Bahn voll ausreizen kann.

Der Akku ist seit Jahren das Aushängeschild der Mate-Reihe. Mit 4000 Milliamperestunden hat die Batterie dieselbe Kapazität wie bei den Vorgängern. Durch diverse Softwareverbesserungen soll aber eine 30 Prozent längere Laufzeit drin sein. Zwei Tage bei regulärer Nutzung kommt man locker ohne Steckdose aus, auch Heavy-User kommen über den Tag. Als Betriebssystem kommt Android 8.0 zum Einsatz, so steht auch die Splitscreen-Funktion zur Verfügung, mit der man zwei Apps parallel nutzen kann.

Fazit: Der Dreikampf ist eröffnet

XXL-Bildschirm, zwei Tage Akkulaufzeit, gute Kameras, ein flinker Prozessor und das aktuellste Android 8.0 Oreo: Das Huawei Mate 10 Pro ist ein ernstzunehmender Konkurrent für das Galaxy Note 8 und iPhone X. Mit einem wasserdichten Gehäuse und einem PC-Modus rüstet Huawei an den richtigen Stellen nach. Wie gut sich die Kamera schlägt und welchen Vorteil der AI-Chip im Alltag wirklich bietet, wird sich zeigen. 

Das Huawei Mate 10 Pro kommt im November in drei Farben (Blau, Grau und Mocca-Braun) und kostet 799 Euro.

Wie im vergangenen Jahr gibt es eine Sonderedition, das Porsche Design Huawei Mate 10. Es hat eine diamantschwarze Rückseite, 256 Gigabyte Speicher - und kostet 1395 Euro. Damit ist es noch teurer als das iPhone X. Huawei und billig, das war einmal.

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