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Mate 20 Pro vorgestellt: Dieses Huawei-Smartphone kann sogar das iPhone aufladen

Huawei hat mit dem Mate 20 Pro eines der spannendsten Smartphones des Jahres vorgestellt. Das Telefon hat eine Dreifach-Kamera, einen direkt ins Display verbauten Fingerscanner und einen Riesen-Akku. Ein Schnäppchen ist das Telefon aber nicht.

Abgerundeter Rand und oben eine Notch: Das Huawei Mate 20 Pro sieht aus wie eine Kreuzung aus iPhone XS und Galaxy S9 Plus.

Abgerundeter Rand und oben eine Notch: Das Huawei Mate 20 Pro sieht aus wie eine Kreuzung aus iPhone XS und Galaxy S9 Plus.

Huawei hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten Smartphone-Hersteller der Welt gemausert. Langfristig will der Konzern an die Spitze, daraus macht der chinesische Konzern keinen Hehl. In London hat er heute sein neues Top-Modell vorgestellt: Mit dem Mate 20 Pro will Huawei die neuen iPhone- und Galaxy-Modelle auf die plätze verweisen. Und die technischen Daten des Geräts sind beeindruckend.

Mit 6,4 Zoll stellt das Mate 20 Pro keinen Größenrekord auf, das Display ist mit 3120x1440 Pixeln aber sehr scharf. Der Bildschirm ist am linken und rechten Rand nach hinten gekrümmt, was an Samsungs Galaxy S9 Plus erinnert. Die Aussparung am oberen Bildschirmrand ist wiederum eindeutig von Apples iPhone XS inspiriert. Die Vorderseite erinnert insgesamt an einen Mix der beiden Smartphone-Könige.

Die Anordnung der Dreifachkamera hat sich verändert.

Die Anordnung der Dreifachkamera hat sich verändert.

Neuartige Dreifach-Kamera an Bord

Eine eigene Handschrift hat das Gerät auf der Rückseite. Das Highlight ist die neue Dreifach-Kamera, die nun quadratisch und nicht mehr in einer Reihe angeordnet ist. Die Hauptkamera entspricht der 40-Megapixel-Kamera (f1.8-Blende) des Huawei P20 Pro, das ebenfalls eine Triple-Kamera besitzt.

Beim Mate 20 Pro verbaut Huawei jedoch zusätzlich eine Ultraweitwinkel-Kamera mit 8 Megapixeln (Blende f2.4) und eine Tele-Zoom-Linse mit 20 Megapixeln (Blende f2.2). Dadurch ist das Kamerasystem in der Lage, einen Brennweitenbereich von umgerechnet 16 bis 80 Millimeter abzudecken beziehungsweise einen fünffach optischen Zoom möglich sein (iPhone: Zweifach-Zoom).

Ein weiteres Novum: Das Mate 20 Pro soll Makroaufnahmen aus bis zu 2,5 Zentimetern Entfernung ermöglichen. Wie gut das im Alltag klappt und wie sich die Kamera bei schlechten Lichtbedingungen schlägt, werden Tests zeigen. Denn bei den Vorgängern klotzte Huawei zwar bei der Technik ran, die Kamera-Software überzeugte aber nicht in jeder Situation. Häufig wurden Details aggressiv aus dem Bild herausgerechnet.

Der An/Aus-Schalter ist wie bei Googles aktuellen Pixel-Smartphones farblich abgesetzt.

Der An/Aus-Schalter ist wie bei Googles aktuellen Pixel-Smartphones farblich abgesetzt.

Schneller Chip und Gesichtsentsperrung

Auch die sonstige Ausstattung kann sich sehen lassen. Als Prozessor dient der Kirin-980-Chip, den Huawei bereits auf der IFA vorgestellt. Er wird wie Apples A12-Chip im 7-Nanometer-Verfahren hergestellt und soll deutlich flinker sein als der Vorgänger. Je nach Modellvariante stehen ihm sechs oder acht Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Der interne Speicher zählt je nach Variante 128, 256 oder 512 Gigabyte. Der Speicher ist erweiterbar, allerdings benötigt man die eigens entwickelte nanoSD-Karte.

In einer Aussparung (Notch) am oberen Bildschirmrand verbirgt sich neben der Frontkamera die Technik für die Gesichtsentsperrung. Diese basiert auf einer Infrarotprojektion und soll ähnlich aufwendig sein wie Apples Face-ID-Verfahren. Wie sicher das ist, wird sich in den Wochen nach Marktstart zeigen. Außerdem gibt es einen direkt im Display verbauten Fingerabdrucksensor - solch eine Technik bieten bislang weder Samsung noch Apple. Auch hier muss sich erst zeigen, dass die Technik zuverlässig funktioniert.

Die Rückseite erscheint in einem schicken spiegelnden Schwarz.

Die Rückseite erscheint in einem schicken spiegelnden Schwarz.

Eine der Stärken der Mate-Reihe ist seit Jahren die Akkulaufzeit. Im Mate 20 Pro steckt ein 4200 Milliamperestunden starker Akku, der für Laufzeiten bis zu zwei Tagen sorgen soll. Der Akku unterstützt eine Schnellladetechnik, in 30 Minuten sollen 70 Prozent drin sein. Mit dem passenden Zubehör lässt sich der Akku auch kabellos mit bis zu 15 Watt aufladen. Die coolste Funktion: Das Huawei-Smartphone kann wiederum andere Geräte kabellos aufladen. Legt man ein iPhone XS des Kumpels auf das eigene Huawei-Telefon, wird es aufgeladen. Als Betriebssystem läuft Android 9 Pie.

Ein Schnäppchen ist das Mate 20 Pro nicht: Es kostet 1000 Euro und ist erhältlich ab Ende Oktober. Die Porsche-Design-Edition liegt sogar bei 1700 Euro und ist Ende November erhältlich.