Mobiltelefone Siemens beerdigt "Xelibri"


Nach enttäuschenden Verkaufszahlen beendet Siemens das teure Experiment mit der Zweitmarke Xelibri für Fashion-Handys. Am Ende wurden die Modetelefone sogar bei Penny verramscht.

Nach enttäuschenden Verkaufszahlen beendet Siemens das teure Experiment mit der Zweitmarke Xelibri für Fashion-Handys. Nach dem Auslaufen der aktuellen Modelle werde es keine neue Xelibri- Kollektion mehr geben, sagte ein Sprecher der Mobilfunksparte ICM am Montag in München. Nach Schätzungen in Branchenkreisen könnte der Flop mit den Mode-Handys Siemens mehr als 100 Millionen Euro gekostet haben.

Bei Penny verendet

Siemens hatte das Experiment Xelibri Anfang 2003 mit großen Ambitionen gestartet. Angesichts der zunehmenden Sättigung der Mobilfunkmärkte sollten die Handys unter der neuen Marke die Kunden zum Kauf eines Zweit- oder Drittgeräts bewegen. Die Xelibri-Handys haben teilweise keine klassische Tastatur mehr und können um den Hals gehängt werden. Ursprünglich sollten die Xelibri-Kollektionen nur in Mode-Geschäften und Kaufhäusern verkauft werden. Dieses Konzept ging aber nicht auf und Siemens musste auch die klassischen Vertriebsschienen nutzen. Am Ende landeten die Designer-Handys sogar zu deutlich niedrigeren Preisen beim Discounter Penny. Dennoch blieb der Absatz hinter den Erwartungen zurück. Auf die Anschubfinanzierung musste ICM daher hohe Abschreibungen vornehmen.

Der ICM-Sprecher sagte, Siemens habe als erster Anbieter das Segment der "Fashion Phones" erschlossen. Im nächsten Monat solle das zweite Mode-Handy unter der Kernmarke Siemens herauskommen. Wenn auch dieses erfolgreich sei, sei eine Zweitmarke nicht mehr notwendig. Es sei noch offen, wie es mit der Marke Xelibri weitergehe. Eine dritte Kollektion mit vier Modellen werde es aber nicht mehr geben. Damit bestätigte er Berichte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und des "Handelsblatts".

DPA DPA

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