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Nokia: Finnischer Flachmann

Handyriese Nokia präsentiert auf der CES einige neue Handys, von denen zumindest eines ein direkter Angriff auf den großen Konkurrenten Motorola ist. Der hatte früher als die Finnen erkannt, dass die Kunden auf flache Klapphandys stehen.

Der finnische Handyhersteller Nokia will mit neuen Multimedia-Telefonen seinen Vorsprung vor den Konkurrenten Motorola und Samsung verteidigen. Auf der Branchenmesse CES in Las Vegas stellt der Konzern ein neues Multimedia-Klapphandy vor, das mit lediglich 13,7 Millimetern deutlich schlanker ist als sein Vorgänger. Das N76 ist zwar nur unwesentlich dünner als der Motorola-Bestseller RAZR, aber deutlich leistungsfähiger. So können etwa Fotos direkt von der Kamera des Handys aus ins Internet gestellt werden. Das Gerät kann zudem digitale Musik abspielen.

Das Nokia N93i ist digitaler Camcorder und Multimedia-Computer in einem. Die Videofunktionen wurden laut Nokia im Vergleich zum Vorgänger verbessert. Es gibt eine Funktion, um Filme gleich in Video-Blogs hochladen zu können. Die eingebaute 3,2-Megapixel-Kamera verfügt über ein Carl-Zeiss-Objektiv mit 3-fach optischem Zoom. Die Auflösung der Videos beträgt 640 x 480 Pixel. Eine 1-GB-Speicherkarte gehört zum Lieferumfang. Das Gerät hat außerdem WLan-Funktionalität.

Als erstes Nokia-Handy mit so genannter Near Field Communication (NFC) kommt das 6131 NFC. Diese Technik ermöglicht drahtlose Datenübertragung auf kurzen Strecken. NFC ist eine Nahfunktechnik, die von Sony und Philips entwickelt wurde. Sie kann zum Beispiel benutzt werden, um mit dem Handy zu bezahlen. NFC hat eine wesentlich kürzere Reichweite als Bluetooth oder WLan.

Kein Handy ist das Internet Tablet N800. Es handelt sich um ein tragbares Gerät für den Webzugriff von unterwegs. Telefoniert werden kann allerdings auch - über den VoIP-Dienst Skype. Den Weg ins Netz sucht sich das Gerät drahtlos per Bluetooth oder WLan

Probleme mit der Modellpalette

In den vergangenen beiden Jahren litt die Nachfrage nach den Nokia-Handys unter der Modellpalette des finnischen Konzerns: Die Kunden griffen verstärkt nach den ultra-flachen Modellen von Motorola, wie dem Razr, und ließen die etwas größeren Nokia-Telefone liegen. "Nokia scheint sich von der 'Schmale-Handys-Krise' deutlich besser erholt zu haben als von der 'Klapphandykrise'", sagte FIM Securities-Analyst Jussi Hyoty. 2004 machte die Konkurrenz Boden mit beliebten Klapphandys gut, die Nokia erst mit Verspätung in sein Programm aufnahm. Der Aktienkurs der Finnen hatte sich damals innerhalb weniger Monate halbiert.

san mit Material von Reuters
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