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Oneplus 2 vorgestellt Ist dieses 400-Euro-Smartphone besser als das iPhone?

Das Oneplus 2 ist von vorne zu sehen
Die Front des Oneplus 2 ist schlicht gehalten. Der auffälligste Unterscheid zum Vorgänger ist der sichtbare Home-Button mit Fingerabdruckscanner.
© Oneplus
Mit dem Oneplus 2 hat das chinesische Start-Up Oneplus sein zweites Smartphone vorgestellt - und das hat es in sich. Doch kann das 400 Euro günstige Gerät tatsächlich mit iPhone 6, Galaxy S6 und Co. mithalten?
Von Malte Mansholt

Als Oneplus vor einem Jahr das Oneplus One vorstellte, stand die Technik-Welt Kopf: Für gerade einmal 300 Euro bot der selbsternannte Flaggschiff-Killer ein schickes Design, tolle Verarbeitung und die Leistung eines iPhone 6 Plus - das mit der gleichen Speichermenge knapp das Dreifache kostet. Nun hat das junge Unternehmen aus China mit dem Oneplus 2 sein zweites Smartphone präsentiert. Kann es den Überraschungserfolg seines Vorgängers wiederholen?

Rein optisch hat sich das Oneplus 2 nicht allzu weit von seinem Vorgänger entfernt. Allerdings hat der Hersteller dem neuen Modell nun einen echten Metallrahmen spendiert, das Oneplus One bot nur lackiertes Plastik. Die Bildschirmdiagonale bleibt bei 5,5 Zoll mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten, allerdings ist das Gehäuse etwas geschrumpft. So ist das Oneplus 2 etwas kompakter. Neu ist auch der sichtbare Home-Button, der einen Fingerabdruck-Sensor beherbergt.

Schlichtes Design mit schneller Technik

Die schicke Sandstein-Oberfläche ist erhalten geblieben, sie sorgte schon beim One für einen angenehm griffiges Gefühl. Bereits letztes Jahr wollte Oneplus die Rückseiten austauschbar machen, das war allerdings durch die zu feste Installation wenig praktikabel. Diesmal soll es deutlich einfacher sein, die Rückschale gegen eine aus Holz oder Kevlar auszutauschen.

Das verschiedenen Wechsel-Rückseiten des Oneplus 2 liegen nebeneinander
Die Rückseite des Oneplus 2 lässt sich leicht gegen andere Materialien austauschen. Zur Wahl stehen etwa verschiedene Holzsorten, Kevlar oder die mitgelieferte Sandsteinoberfläche.
© Oneplus

Auf dem Papier hat das Oneplus 2 technisch durchaus einiges zu bieten: Der schnelle Achtkernprozessor kommt auch in einigen anderen Highend-Geräten wie dem HTC One (M9) zum Einsatz. Die hatten zum Teil allerdings mit Hitzeproblemen zu kämpfen. Oneplus will sie behoben haben, erste Berichte scheinen das zu bestätigen. Auch beim Arbeitsspeicher setzt der Hersteller auf Spitzentechnik und verbaut erstmals den extrem schnellen DDR4-RAM. Ganze vier Gigabyte besitzt zumindest die teurere Variante des Oneplus 2 - vier mal soviel wie iPhone 6 und iPhone 6 Plus. Ob man das im Alltag bemerkt, kann erst ein Test zeigen. Für Daten gibt es je nach gewählter Version 16 oder 64 Gigabyte Speicher.

Reicht die Kamera an die Spitzenmodelle heran?

Ein Kritikpunkt des sonst viel gelobten Oneplus One war die magere Kamera, hier verspricht der Hersteller eine deutliche Steigerung. Die Auflösung bleibt zwar bei 13 Megapixeln, die Bilder sollen allerdings trotzdem deutlich besser ausfallen. Dafür sorgt der größere Bildsensor, eine f2.0-Blende, ein optischer Bildstabilisator sowie der blitzschnelle Laserfokus. Andere Top-Geräte sind allerdings längst ähnlich ausgestattet. Ob die Kamera mit den Spitzen-Knipsen vom Schlage eines Samsung Galaxy S6, LG G4 oder dem iPhone 6 Plus mithalten kann, muss sich daher zeigen.

Der Akku ist mit 3300 Milliamperestunden für Smartphones dieser Größe in Ordnung. Trotz des starken Prozessors und des extrem hellen Displays sollte das Oneplus 2 damit locker 1-2 Tage durchhalten. Geladen wird das Gerät über den neuen USB-C-Anschluss. Es ist damit das erste Smartphone im Handel, dass auf den neuen Standard setzt, der in Zukunft seinen Weg in nahezu alle USB-Geräte schaffen soll. Als sonstige Ausstattung sind noch LTE, Unterstützung für zwei SIM-Karten sowie der schnelle Wlan-ac-Standard an Bord. Auf das immer wichtigeren Funk-Standard NFC verzichtet Oneplus allerdings aus unerfindlichen Gründen. Als Betriebssystem setzt Oneplus das aktuelle Android 5 mit eigener Oberfläche ein.

Nur per Einladung

Das Oneplus 2 soll ab dem 11. August direkt beim Hersteller zu erwerben sein. Der Preis liegt bei 339 Euro für die 16-Gigabyte-Variante und 399 Euro für das Modell mit 64 Gigabyte Speicher. Vorerst scheint aber nur das Modell mit 64 GB zu bekommen sein, die kleinere Speicher-Variante soll erst später erscheinen. Einen Haken hat die Bestellung allerdings: Wie bereits im letzten Jahr bekommen nur diejenigen die Chance zum Kauf, die eine entsprechende Einladung erhalten. Die bekommen Sie entweder, indem Sie sich in eine Warteliste des Hersteller eintragen, aus Werbeaktionen in sozialen Netzwerken oder von Kunden, die bereits eines kaufen konnten. Da dieses System im letzten Jahr für viel Kritik sorgte, verspricht Oneplus, dieses Jahr schneller für eine große Menge von Einladungen zu sorgen. Ob das klappt, muss sich zeigen.

Fazit

Das Oneplus 2 ist ein extrem vielversprechendes Gerät zu einem enorm günstigen Preis. Die Mankos des Oneplus One, vor allem der fehlende Fingerabdruck-Scanner sowie die enttäuschende Kamera, sind zumindest auf dem Papier behoben. Zudem bietet das Oneplus 2 mit Spitzentechnik ein klares Upgrade auf den aktuellen Stand der Smartphone-Technik - und das für unter 400 Euro. Da ist auch der unverständliche Verzicht auf NFC zu verkraften. Wenn der Hersteller nun auch noch sein Einladungssystem in den Griff bekommen hat, kann das Oneplus 2 den teuren Konkurrenten von Apple, Samsung und Co. mächtig Druck machen.


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