Oneplus One Top-Handy zum Schnäppchen-Preis


Das Oneplus One bietet die Leistung eines Samsung Galaxy S5 für die Hälfte des Preises, leider bisher aber nur auf Einladung. Nun war es erstmals direkt bestellbar - für drei Stunden.
von Malte Mansholt

Bisher verbinden die meisten Smartphone-Nutzer wohl noch nichts mit dem Namen Oneplus, dabei ist das High-End-Smartphone Oneplus One in der der Tech-Szene eines der begehrtesten Handys überhaupt. Die Leistung eines Samsung Galaxy S5 zu einem Preis knapp unter 300 Euro bietet das erste und bisher einzige Gerät des chinesischen Start-ups. Leider hatte die Sache bisher einen nicht ganz kleinen Haken: Der Kauf ist nur auf Einladung möglich. Das Unternehmen schaffte es so, in weniger als einem Jahr eine Fanbasis aufzubauen - trotz nach eigenen Angaben praktisch nicht vorhandenem Marketing-Budget.

Nach langem Warten war es nun soweit: Oneplus bot sein Smartphone-Schäppchen erstmals auch ohne Einladung zum Verkauf an. Für drei Stunde nahm die Firma dazu Vorbestellungen an, am Montag zwischen 16 und 19 Uhr. Auf der Oneplus-Webseite konnte jeder zwei Geräte vorbestellen - benötigt wurde lediglich ein kostenloser Account und ein Paypal-Konto.

Wie lange die Auslieferung dauert ist völlig offen - der Konzern liefert, wenn er die Geräte gefertigt hat. Trotzdem, vielleicht auch gerade deswegen, dürften die Kunden ihnen die Geräte vermutlich aus den Händen reißen - das Oneplus One ist eines der meistgehypten Geräte der letzten Jahre. Das Gerät verkauft sich in allererster Linie über den Preis. Kritiker werfen der Firma allerdings vor, das Angebot an Geräten künstlich zu verknappen auch die begrenzten Vorbestellungen werden in diese Richtung interpretiert.

Highend-Technik zum Schnäppchen-Preis

Als Oneplus im April das One vorstellte, stand die Tech-Szene Kopf. Zu einem Preis zwischen 269 Euro für die 16-Gigabyte-Variante und 299 Euro für 64 Gigabyte Speicher bekommen die Kunden ein Smartphone, das technisch die meisten Flagschiffe der Konkurrenz übertrumpft. Vom leistungsstarken Prozessor über das 5,5-Zoll-Display in Full-HD-Auflösung bis zur ordentlichen Kamera hat das One technisch einiges zu bieten. Auch bei der Akkuleistung und der Verarbeitung sparte Oneplus nicht. Selbst Fans von Software-Modifikationen freuten sich, die bei Moddern besonders beliebte Android-Version Cyanogenmod ist bereits vorinstalliert. Der einzige Haken des Schnäppchens: Das Smartphone gibt es nicht im Handel, es ist nur beim Hersteller selbst bestellbar.

Doch selbst dort konnten die Kunden nicht einfach zuschlagen. Da Oneplus zu Beginn nach eigenen Angaben kaum Kapital für die Herstellung besaß, musste der Konzern Geräte verkaufen, um die jeweils nächste Charge fertigen zu können. Erst langsam steigerte die Firma so die Produktion. Ein freier Verkauf war also nicht möglich, zur Wahl stand ein Vorbestellungs- oder ein Einladungssystem. In einem Blogpost rechtfertigte der Konzern seine Entscheidung für Einladungen, nur so ließen sich demnach frustrierte Vorbesteller vermeiden.

Marketing-Panne oder Geniestreich?

Natürlich gab es auch Kritik am Einladungssystem. Viele werfen dem Konzern vor, durch eine künstliche Verknappung Hype erzeugen zu wollen. Vor allem als bekannt wurde, dass hinter Oneplus dieselben Investoren stecken, wie hinter dem bereits lange etablierten Unternehmen Oppo, stuften viele die Geschichte vom armen Start-up als unglaubwürdig ein. Unzweifelhaft ist, dass das Einladungssystem auch als Werbeinstrument sehr erfolgreich war. Viele Nutzer bettelten in sozialen Netzwerken nach einer Einladung und hielten so das Gerät im Gespräch. Trotz seines niedrigen Preises konnte das Gerät einen Exklusivitäts-Faktor aufweisen, Einladungen wurden bei Plattformen wie Ebay zeitweise über 100 Euro gehandelt.

Versuchte sich Oneplus selbst an Marketing-Aktionen, war allerdings häufig das nächste Fettnäpfchen nicht weit. Bereits zu Beginn forderte der Konzern Wechselwillige auf, ihre alten Geräte zu zerstören, um eine Einladung zu bekommen. Viele machten mit - allerdings ohne mitbekommen zu haben, dass man sich erst für einen Platz in dem Programm bewerben musste. Das Resultat waren eine Menge sinnlos zerstörter Smartphones und wütende Nichtkäufer. Auch eine Aufforderung an die weiblichen Fans ging nach hinten los: Oneplus plante, eine Art Schönheitswettbewerb in seinem Forum zu veranstalten. Die von den Nutzern als hübscheste bewerteten Frauen sollten dann Einladungen erhalten. Nach massiven Protesten zog der Konzern die Aktion zurück, der betreffende Blog-Post ist inzwischen gelöscht.

Trotzdem scheint Oneplus mit dem One einen Nerv zu treffen. Die Idee eines leistungsstarken Smartphones zum Mittelklasse-Preis ist wohl einfach zu verlockend. Dass die Nachfrage hoch ist, zeigt, dass auch viele Online-Shops mittlerweile damit werben, das Gerät ohne Einladung zu verkaufen. Nach eigenen Angaben bietet Oneplus das One praktisch zum Selbstkostenpreis an, Geld wollte es mit dem Verkauf von Wechsel-Rückseiten verdienen. Die sind aber mittlerweile gestrichen, Oneplus verweist auf Fertigungsprobleme: Die Cover soll erst der für nächstes Jahr geplante Nachfolger erhalten. Bei der Namenswahl bleibt der Konzern seiner schlichten Linie treu: Das Gerät soll Oneplus Two heißen.


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