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Sony Ericssons Wunderwaffe: Playstation Phone nimmt Gestalt an

Seit Jahren spricht Sony-Chef Howard Stringer von Vernetzung - Synergien zum Handy-Joint-Venture Sony Ericsson waren bislang aber kaum erkennbar. Das könnte sich ändern: Erste Bilder eines Playstation-Mobiltelefons sind aufgetaucht.

Von Björn Maatz

Es ist kaum zu glauben, dass es wahr ist, was wir hier sehen" - mit diesen Worten beginnt der Eintrag im renommierten IT-Techblog Engadget. Abgebildet ist der Prototyp eines aufschiebbaren Smartphones, bei dem statt einer Tastatur kreuzförmig angeordnete Spielknöpfe wie bei der portablen Konsole Playstation zu sehen sind.

Offenbar soll Sony Ericsson dafür die neueste Version 3.0 des Google-Betriebssystems Android nutzen. Dementsprechend dürfte das Playstation Phone auch keine ferne Utopie sein: Mit der Veröffentlichung des auch Gingerbread genannten Updates rechnen Branchenbeobachter in den nächsten Wochen. Untrügliches Zeichen: Google hat auf seinem Firmengelände bereits ein mannsgroßes Lebkuchenmännchen aufgestellt.

Bringt Sony Ericsson tatsächlich kurzfristig ein Playstation Phone heraus, dürfte das Gemeinschaftsunternehmen damit im Weihnachtsgeschäft ein Smartphone mit Alleinstellungsmerkmal haben. Das Gerät könnte Android als Spieleplattform zusätzlichen Schwung verleihen. Zwar erlauben die neuen Mobiltelefone auf Basis des neuen Betriebssystems Windows Phone 7 von Microsoft eine direkte Anbindung an die Spielkonsole Xbox. Allerdings bieten sie nicht eine physische Steuereinheit auf den Geräten.

Deutliche Hinweise

Howard Stringer dürfte seiner Vision der konzernweiten Vernetzung seiner Produkte damit einen entscheidenden Schritt näher kommen. Jahrelang blieb der Sony-Chef dem Branchentreff Mobile World Congress in Barcelona fern. Im Februar tauchte er dort nun wieder auf. Analysten werteten das als deutlichen Hinweis darauf, dass Sony mit seinem Handy-Joint-Venture endlich wieder enger zusammenarbeiten will.

Das Playstation Phone liefert dafür den besten Beweis: Nutzer des Gerätes sollen auf einen Online-Marktplatz von Sony zurückgreifen können und dort entsprechende Spiele kaufen. Ob es sich dabei um die bestehende Internetplattform für die Spielkonsole Playstation 3 oder ein ganz neues Angebot oder den neuen Dienst Qriocity handelt, ist noch unklar. Der japanische Elektronikhersteller hatte Anfang September auf dem Branchentreff Ifa in Berlin die neue Online-Multimediaplattform vorgestellt, die iTunes von Apple Konkurrenz machen soll. Über Qriocity können Nutzer gegen einen monatlichen, fixen Betrag Musik und Filme streamen.

Sony Ericsson hat im Handygeschäft zwar Marktanteile verloren. Allerdings gelingt dem Unternehmen mit der Konzentration auf Android und Smartphones die Trendwende besser als etwa dem südkoreanischen Konkurrenten LG Electronics. Sony Ericsson legte Mitte Oktober den dritten Quartalsgewinn in Folge vor. Der Durchschnittspreis der verkauften Geräte stieg auf 154 Euro von 114 Euro im Vorjahreszeitraum.

Lesen Sie dazu auch bei unserem Partner in der Schweiz, 20 Minuten Online: "So soll das PlayStation Phone aussehen"

FTD