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Training fürs Gehirn: Ein Armband soll uns mit Stromstößen das Rauchen und Naschen abgewöhnen

Schlechte Angewohnheiten, die man einfach nicht los wird, hat wohl jeder. Ein Armband soll Abhilfe schaffen, indem es mit Stromschlägen das Gehirn trainiert.

Eine Frau raucht

Bei jeder Zigarette soll das Armband dem Nutzer einen Stromschlag versetzen – bis das Gehirn keine Lust mehr aufs Rauchen hat

Getty Images

Der Geist ist willig, das Fleisch aber ist schwach. Die Erkenntnis ist alt, und sie bewahrheitet sich Tag für Tag. Ständig tun Menschen wider besseren Wissens Dinge, die eigentlich schädlich für sie sind und von denen sie wissen, dass sie sie lieber lassen sollten. Allein: Die Umsetzung ist nicht so einfach. Oft ist die Macht der Gewohnheit einfach stärker. 

In diesen Fällen ist unser Gehirn durch die ständige Wiederholung so stark auf eine Handlung konditioniert, dass dieses Verhalten überhaupt nicht mehr in Frage gestellt wird. Schlechte Angewohnheiten werden zur Selbstverständlichkeit: Das kann Rauchen, Zucker, Fingernägelkauen oder ständiger Internetkonsum sein. Das Armband "Pavlok", das eine Tech-Firma entwickelt hat, soll da jetzt Abhilfe schaffen.

Zur Strafe gibt es Stromschläge

Das Prinzip ist ganz einfach: Belohnung und Strafe. Vor allem Strafe. Das Armband versetzt seinem Besitzer nämlich leichte Stromstöße, wenn es ihn bei verbotenem Verhalten ertappt. Der Schmerz sei vergleichbar mit einem Stromschlag, den man manchmal an einer Türklinke bekommt, erklärte Erfinder Maneesh Sethi in einem Interview mit dem Fernsehsender "ABC News". So soll das Gehirn die schlechte Angewohnheit so sehr mit diesem Schmerz assoziieren, dass es bald keine Lust mehr darauf hat.

Als "Wearable für Masochisten" wird das Armband von einigen Tech-Seiten bezeichnet. Es wird mit einer App verbunden, die über das Smartphone das Verhalten des Eigentümers überwacht – und sofort zuschlägt, wenn dieser schwach wird. Relativ einfach lässt sich so feststellen, ob jemand, der eigentlich abnehmen möchte, gerade ein Fast-Food-Restaurant betrifft oder jemand, der seine Online-Zeit reduzieren will, schon wieder eine bestimmte App öffnet. Bei Verhalten, das sich nicht so einfach technisch kontrollieren lässt, kann sich der User auch selbst konditionieren. Das Unternehmen wirbt damit, dass sich sogar Ohrwürmer besiegen lassen, wenn man sich eigenhändig einen Stromstoß versetzt, sobald ein Song im Kopf auftaucht.

Sinnvoll oder unnötig?

Entwickler Maneesh Sethi kam auf die Idee, als er versuchte, seine Nutzungszeit auf Facebook einzudämmen. "Ich dachte mir: 'Warum gibt es so viele Geräte, die das verfolgen, was ich tue, aber nicht das ändern, was ich tue?' Es gibt Apps und Geräte, die Menschen dabei helfen, neue Angewohnheiten zu formen, aber keine, die dabei helfen, schlechte Angewohnheiten abzulegen." 

Allerdings ist das Gerät nicht ganz billig – und auch die Nutzer sind nicht vollends von der Wirksamkeit überzeugt. So finden sich auf Amazon auch viele kritische und ironische Rezensionen, in denen User das Armband als unnötigen technischen Kram bewerten.

Quellen: ABC News / Amazon / Pavlok

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