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Bleiben oder rennen? Australische Wissenschaftler entwickeln App zur Bestimmung von Spinnen und Schlangen

Eine Schlange kriecht über ein Hosenbein
Eine neue selbst lernende App kann bald Auskunft darüber geben, ob die Begegnung mit einer Spinne oder einer Schlange harmlos oder gefährlich ist
© Joshua J. Cotten / Unsplash
Einfach ein Foto hochladen und eine neue App sagt, ob eine giftige oder ungiftige Spinne oder Schlange vor einem sitzt: In Australien kann die Information überlebenswichtig sein. Entsprechend begeistert wird das neue Tool aufgenommen.

Mindestens 2000 Spinnenarten leben in Australien und 170 Schlangen-Gattungen. Während 90 Prozent dieser Tiere für den Menschen ungefährlich sind, besitzen manche ein Gift, das Menschen töten kann – zu diesen Spezies gehören zwei Spinnen und zwölf Schlangen. Bei einer Begegnung mit einem dieser Tiere kann es daher sehr hilfreich sein, wenn man sich ganz sicher ist, zu welcher Gattung es gehört, frei nach dem Motto "Should I Stay or Should I Go Now"?

Australiens staatliche Wissenschaftsbehörde CSIRO hat nun mit einigen örtlichen Unternehmern eine App entwickelt, Critterpedia, eine Art Kriechtier-Wikipedia, die ähnlich wie bei der Musik-Bestimmungs-App Shazam funktioniert: Auf der Basis eines Fotos identifiziert sie die unterschiedlichen Arten. Die User laden ein Bild hoch und die von Künstlicher Intelligenz (KI) unterstütze, durch einen Algorithmus selbst lernende App spuckt klassifizierende Informationen zu Gattung, Art, Familie und Geschlecht des Tieres aus – inklusive Bedrohungsstufe. Die Entwickler hoffen, auf diese Weise die Bildung und das Bewusstsein für unterschiedliche wilde Tiere zu schärfen und dadurch sowohl Menschen- als auch Tierleben zu retten.

"Die optischen Unterschiede können klein sein"

Matt Adcock, Projektleiter bei Data61, der Forschungsabteilung von CSIRO, erklärte der amerikanischen "Vice": "Die optischen Unterschiede zwischen zwei Spezies können manchmal klein sein, deshalb werden viele Trainingsdaten benötigt, um die Kriechtiere genau zu bestimmen." Das Team begann mit einer riesigen Menge an Bildern, die sie von zoologischen Experten erhielten, die mit Critterpedia zusammenarbeiten.

Die KI-Plattform analysiert neben den Bildern auch Informationen wie die GPS-Daten zur Lokalisierung. Laden User eigene Bilder hoch, trainieren sie die App weiter und erhöhen die Genauigkeit der Bestimmung. Anhand der Flut von Fragen zu australischen Schlangen und Spinnen ermittelten Nic und Murray, die Critterpedia-Erfinder, den immensen Bedarf an verfügbaren Informationen – sodass jedermann schnell und umfassend bestimmte Spezies identifizieren kann. Das Programm wird nun veröffentlicht und unter dem Blogbeitrag der Wissenschaftsbehörde haben Interessierte bereits weitere Hilfe angeboten.

Quellen:Blog CSIRO/Critterpedia, "Vice"


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