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Blu Ray: Mit Blaulicht zum besseren Bild

Nach jahrelangem Streit ist der Kampf um die Zukunft der DVD entschieden: Die Blu-Ray-Technik hat sich durchgesetzt. Welche Player kann man jetzt schon kaufen?

Von Carsten Görig

Nicht schon wieder! Dieser Stoßseufzer entfuhr Filmfans in den vergangenen Jahren immer wieder, wenn es um die Zukunft der DVD ging. In den 70er Jahren hatte die Unterhaltungselektronikbranche zwei konkurrierende Formate für Videobänder eingeführt - VHS und Betamax. Verbraucher, die damals einen Betamax-Rekorder kauften, besaßen am Ende ein nutzloses Gerät: Die Filmstudios entschieden sich für VHS und boten ihre Kaufvideos fast nur für dieses System an.

Beim Nachfolger der DVD ging es genauso los: Ein paar Firmen unter Führung von Sony präsentierten die Blu-Ray-DVD - und eine andere Gruppe mit Toshiba an der Spitze die HD-DVD. Für beide kamen Player auf den Markt, für beide gab es Filme zu kaufen: Der Terminator etwa kämpfte nur auf HD-DVD, Spiderman ausschließlich auf Blu-Ray-Scheiben.

Doch die verunsicherten Verbraucher machten das Spiel nicht mit. Sie zögerten mit der Entscheidung für eines der Systeme - aus Angst, dasjenige zu wählen, das sich nicht durchsetzt. Die Player verkauften sich nicht, ihr Preis sank kaum. Vielen Kunden blieb zudem schleierhaft, warum die DVD überhaupt einen Nachfolger braucht. Das aber wird jedem klar, der einmal einen Film von einer der neuen Scheiben auf einem modernen Flachfernseher gesehen hat: Die DVDs der Zukunft haben eine viel größere Kapazität, sodass Spielfilme in hochaufgelöster HD-Qualität ("High Definition") darauf passen. Der Unterschied zur alten DVD ist sofort zu erkennen, die Bilder sind viel lebendiger. Technisch wird der Platzgewinn vor allem durch Verwendung eines blauen, kurzwelligen Laserstrahls bei der Abtastung möglich - daher der Name Blu-Ray: blauer Strahl.

Genau für diese Technik hat sich jetzt Hollywood entschieden: Die großen Filmstudios wollen die Verunsicherung beenden und endlich wieder Filme verkaufen. Zünglein an der Waage war Time Warner mit seinen Studios wie New Line Cinema ("Der Herr der Ringe") oder dem TV-Sender HBO ("Sex and the City"). Der Konzern erklärte, ab Juni keine Filme mehr auf HD-DVD herausbringen zu wollen. So haben sich die meisten großen Filmproduzenten auf Blu-Ray festgelegt, die HDDVD gilt als Auslaufmodell.

Damit steht dem totalen Filmgenuss nichts mehr im Wege. Wenn schon die deutschen Fernsehsender nicht mit Übertragungen in HD-Qualität in Gang kommen, dann sind Kauf- und Leihvideos in hoher Auflösung ein idealer Weg, die Fähigkeiten eines neuen Flachfernsehers auszuschöpfen. Derzeit der wohl preiswerteste Blu-Ray-Player ist kurioserweise eine Videospielkonsole: Sonys Playstation 3 kostet etwa 400 Euro, hat ein Blu-Ray-Laufwerk, kann aber viel mehr: Eine Festplatte speichert Fotos und Musik, die neuesten Spiele laufen in toller Grafik über den Bildschirm.

Wem das noch zu viel Geld ist, der muss mit dem Kauf eines Blu-Ray-Players ein wenig warten. Philips hat mit dem BDP 7200 ein Gerät vorgestellt, das im Frühjahr für rund 350 Dollar in den USA verkauft werden soll. Hierzulande wird es wohl im Herbst zu haben sein. Und zur Internationalen Funkausstellung im August in Berlin erwarten Experten eine ganze Reihe von günstigen Blu-Ray-Playern - allemal rechtzeitig fürs Weihnachtsgeschäft.

Sony Playstation 3

Bislang der wohl preiswerteste und vielseitigste Blu-Ray-Spieler: Die Spielekonsole kann nicht nur daddeln, sondern auch MP3-Musik, CDs und Videos abspielen
Preis: ca. 400 Euro

Philips BDP 7200

Für Geduldige: Im Herbst erscheint das gerade in den USA vorgestellte Blu-Ray-Einsteigermodell von Philips auch in Deutschland. In Amerika soll es nur 350 Dollar kosten
Preis: noch nicht bekannt

Pioneer BdP-Lx70

Nicht billig, hat aber sehr gute Bildeigenschaften: Nach der Verbindung mit einem PC im Heimnetzwerk kann das Gerät auch Videos und MP3-Musik vom Rechner abrufen
Preis: ca. 1400 Euro

Samsung BD-p 1400

Einer der günstigen Blu-Ray-Player. Wie die anderen Geräte spielt der Samsung auch herkömmliche DVDs ab – und optimiert dabei das Bild für HD-Fernseher
Preis: ca. 450 Euro

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