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Beleuchtung für Fotos Softbox für Hobbyfotografen: So gelingt das perfekt belichtete Foto

Eine Fotografin richtet ihre Softbox ein.
Bevor sie ein Foto schießt, muss die Fotografin die Softbox richtig einstellen.
© dikushin / Getty Images
Licht ist das wichtigste Gestaltungselement für Foto- und Videografen. Softboxen helfen dabei, ihr Objekt richtig auszuleuchten. Aber was müssen Kreative bei den Lichtquellen beachten und wie stellen sie die sinnvoll auf?

Inhaltsverzeichnis

Jedes Bild soll eine Geschichte erzählen – welche das ist, entscheidet der Foto- oder Videograf. Eines der wichtigsten stilistischen Mittel der Fotografie ist das Licht. Wahre Meister der Lichtgestaltung schaffen es, durch geschickte Beleuchtung den Ton und Wesenszug einer Persönlichkeit in Portrait-Aufnahmen hervorzuheben. Natürlich gibt es verschiedene Arten der Beleuchtung. Will der Künstler besonders viel Tiefe im Bild erzeugen, sind Schatten unerlässlich. Was Fotografen in der Natur dadurch erreichen, dass sie sich in verschiedenen Winkeln zur Sonne positionieren oder auf verschiedene Stände des Sterns warten, bevor sie eine Szene oder Objekt einfangen, ist im Studio nicht so einfach möglich.

Im Studio hilft die Softbox 

Hier ist ein durchdachtes Konzept mit unterschiedlichen unnatürlichen Lichtquellen gefragt. Eine dieser Lichtquellen können Softboxen sein. Der Name rührt von ihrer Funktion: Ein großflächiger, meist weißer Diffusorstoff spannt sich vor einem lichtundurchlässigen Rahmengestell, indem sich ein oder mehrere Leuchtmittel befinden. Der Stoff sorgt dafür, dass das Licht gebrochen und damit "weich" (soft) wird.

Weiches Licht wird als "Schönheitslicht" bezeichnet, weil es Personen im wahrsten Sinne des Wortes in einem "guten Licht dastehen lässt". Das liegt daran, dass weiches Licht ein Objekt eher umhüllt und so sanfte Schatten wirft. Im Gegensatz dazu springt hartes – also ungebrochenes Licht wie beispielsweise das einer Glühbirne – vom Objekt ab, was intensivere Schatten hervorbringt.

Die meisten Softboxen orientieren sich bei ihrer Farbtemperatur am Tageslicht. Das macht es Fotografen im lichtgeschützten Studio leichter, weil sie weder vom Tageslicht abhängig sind, noch ihre Objekte an natürlichen Lichtquellen wie Fenstern oder Türen ausrichten müssen.

Softboxen dienen meist als Fülllicht, können aber auch die Hauptlichtquelle darstellen (dazu später mehr). Natürlich steht es Kreativen offen, die Farbtemperatur mit anderen Diffusorstoffen oder wärmeren und kälteren Leuchtmitteln entsprechend ihrer Vorstellung zu ändern. Es gibt aber auch LED-Softboxen, die von Haus aus in unterschiedlichen Farbtemperaturen leuchten können. 

1. Dauerlicht-Softboxen 2er-Set

Einsteiger der Belichtungstechnik fahren in der Regel mit einem Set aus mehreren Lichtquellen am besten. Die großen Boxen finden dabei Halt an Beleuchtungsstativen. Wer die noch nicht sein Eigen nennt, muss darauf achten, dass diese Stative im Set enthalten sind. Das ist beim Raleno-Kit der Fall. Es überzeugt vor allem durch seine Einfachheit. Das Set enthält zwei Stative, an denen jeweils eine zusammenfaltbare Softbox Platz findet. Einmal angeschlossen, lassen sich die Boxen in einem Winkel von bis zu 210 Grad neigen und kippen. Das Stativ stellen Fotografen maximal zwei Meter hoch ein. Leider lassen sich die 85 Watt starken Tageslichtbirnen nicht dimmen.

2. Set mit Greenscreen

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Wer genug Platz für ein kleines Fotostudio hat, darf auf das Set des Herstellers Neewer schielen. Das Schöne daran ist, dass die vier Lampenstative im Set kompatibel mit anderen Belichtungsquellen des Herstellers sind. Zwei weitere Stative halten drei verschiedenfarbige Hintergründe. Vor allem der grüne Hintergrund ist für Foto- und Videografen interessant: Vor den Farben Grün und Blau lassen sich besonders gut nachträgliche Hintergründe digital einsetzen. Warum gerade diese Farben gewählt werden, hängt damit zusammen, dass Grün und Blau am menschlichen Körper äußerst selten vorkommen. Sie heben sich vom Hautton ab, was das Freistellen von Personen in der Nachbearbeitung erleichtert. Leider sind die Lichtquellen im Set nicht dimmbar.

3. Dimmbare LED-Softbox

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Kein Problem, hier schafft derselbe Hersteller Abhilfe und bietet ein Zweierset mit dimmbaren Softboxen an. Die sind deutlich teurer, setzen aber auf LED-Leuchtmittel statt der klassischen Energiesparlampe. Die LED-Paneele leuchten auf Wunsch in unterschiedlichen Farbtemperaturen. Die klassische "Softbox" simuliert eher Tageslicht. Neben der Anordnung von Lichtquellen sind deren Farbtemperatur ebenfalls ein wichtiges stilistisches Mittel.

Warmes Licht kommt in der Natur vor, wenn die Sonne auf-, beziehungsweise untergeht. In diesem Kontext sprechen Foto- und Videografen auch gern von der "Magic Hour" also der magischen Stunde eines Tages. Es handelt sich um die Zeit eines Tages, an dem Sonne gerade hinterm Horizont verschwunden ist, aber der Himmel noch hell ist und etwas glüht. In dieser Zeit strahlt die Sonne ein besonders warmes und weiches Licht aus, weshalb die Magic Hour gern genutzt wird, um besonders bildgewaltige Szenen zu filmen oder zu fotografieren.

Übrigens: Zur Mittagszeit ist das Sonnenlicht besonders kalt, hart (wenn es nicht bewölkt ist und so gebrochen wird) und steht am höchsten Punkt – knallt also von oben herab auf den Kopf. Das erzeugt unschöne Schatten in den Augen. Wenn Sie zu dieser Tageszeit draußen unterwegs sind, sollten Sie lieber bis 15 oder 16 Uhr warten, bevor Sie Bilder Ihrer Freundin oder Frau, beziehungsweise Ihres Mannes oder Freundes oder im Urlaub knipsen. Jedenfalls dann, wenn Sie vermeiden wollen, dass Ihr Herzblatt wie ein Zombie aussieht.

4. LED-Lichtpanel mit Diffusoren

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Als Alternative zur klassischen und durchaus großen Softbox eignen sich LED-Paneele, über die Sie kleinere Softboxen ziehen können. Hier ist wieder wichtig, dass Sie einem Hersteller treu bleiben, denn nicht alle LED-Paneele arbeiten mit allen Softboxen zusammen. Neewer hat ebenfalls LED-Paneele im Angebot. Sein Zweierset "660" ist dimmbar und bietet verschieden Farbtemperaturen. Perfekt, wenn Sie mit warmem oder kaltem Licht experimentieren wollen. Ein weißer Diffusor liegt dem Set bei. Fotografen, die mit farbigem Licht arbeiten wollen, greifen zu bunten Diffusoren. Zu den 660-LED-Paneelen bietet der Hersteller natürlich verschiedenes Zubehör. Mit von der Partie sind auch Softboxen. Klassisch wäre eine runde Softbox, aber wer ein Quadrat mit runden Ecken bevorzugt, bekommt auch das.

5. Für Semi-Professionelle: Walimex Pro 

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Die vorgestellten Softboxen und Lichtquellen richten sich an Hobbynutzer, die gern fotografieren oder sich bei ihren YouTube-Reviews etwas besser ausleuchten wollen. Profi-Equipment ist im Vergleich deutlich teurer, bietet dafür aber auch mehr Features, die über Einsteiger-Lichtquellen hinaus gehen. Ein Set für ambitionierte Hobbyfotografen sind die etwas höherpreisigen Walimex Studioblitzleuchten.

Es beinhaltet drei Stative, eine Softbox, zwei Regenschirm-Reflektoren, einen runden Reflektor und einen Studio-Blitz. Schön: Der Studioblitz gehorcht auf einen Funkauslöser, über den Fotografen das Einstelllicht oder die Blitzleistung steuern können. Für Fotografen stellt dieses Set das umfangreichste des Produktvergleichs dar. Videografen können sich den Studioblitz aber (in der Regel) sparen.

Erhellender Exkurs: Drei-Punkt-Technik

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Sind die Lichtquellen angekommen und aufgebaut, bleibt die Frage, wie sie anzuordnen sind. Dabei gilt es eine Grundregel zu beachten: Schatten bringen Tiefe ins Bild – es ist deshalb nur logisch, dass wenigstens 50 Prozent der Überlegung der Bildgestaltung durch Beleuchtung auf die Schatten fallen sollten. Befinden sich Kamera und Lichtquelle auf der selben Achse, fallen alle Schatten hinter das zu fotografierende oder filmende Objekt. Genau das sollte deshalb vermieden werden, wenn es dafür keine vernünftige stilistische Rechtfertigung gibt, die die Geschichte eines Bildes oder Videos untermauert.

Drei Lichtquellen für ausgeglichene Beleuchtung

Für eine möglichst ausgeglichene Beleuchtung im Studio lernen die meisten Kreativen schon zu Beginn ihrer Ausbildung die sogenannte Dreipunkt-Lichttechnik. Bei ihr kommen drei Lichtquellen zum Einsatz: Das "Key-Light" (Hauptlicht), das "Fill-Light" (Fülllicht) und das "Back-Light" (Hintergrundlicht). Dabei ist das Key-Light immer das hellste. Je weiter es von der Achse der Kamera entfernt ist, desto mehr Kontrast – also Schatten – entsteht auf dem Objekt und schlussendlich im Bild. 

Drei Schritte für eine klassische Belichtung:

  • Hauptlicht rechts von der Kamera im 45-Grad-Winkel auf das Objekt richten
  • Fülllicht links von der Kamera im ähnlichen Winkel auf das Objekt richten
  • Bei Bedarf Hintergrundlicht seitlich oder direkt hinter dem Objekt ausrichten

Logisch: Am hellsten ist das Hauptlicht

Eine gute Ausgangsposition bietet ein 45-Grad-Winkel zur Kamera, weil diese Position einen ausgeglichenen Mix aus Licht und Schatten auf dem Objekt bietet. Je nachdem ob mehr oder weniger Kontrast gewünscht ist, kann der Künstler den Winkel des Hauptlichts zur Kamera ändern. Extremster Extremfall wäre dann die sogenannte Contre-jour-Fotografie, bei der gegen das Licht fotografiert wird, um nur die Silhouette des Objekts in Schwarz sichtbar zu machen.

Softbox füllt Schatten aus: Das Fülllicht

Das Fill-Light dient dazu, die Schatten auszufüllen, die durch das Key-Light entstehen. Wichtig: Das Fill-Light darf nie so hell sein wie das Key-Light, weil sonst keine Schatten mehr zu sehen wären – das Bild also an Tiefe einbüßen würde. Häufig kommen für das Fill-Light Reflektoren (etwa Regenschirme mit innerer Beschichtung) zum Einsatz, die das Licht vom Reflektor springend auf das Objekt werfen. Mindestens genauso beliebt sind Softboxen. Das Fülllicht richten Sie im ähnlichen Winkel wie das Hauptlicht aus, nur auf der linken beziehungsweise rechten Seite der Kamera, damit den Schattenwurf des Objekts abgeschwächt wird, der durch das Hauptlichts entsteht.

Vom Hintergrund abheben: Das Back-Light

Das Back-Light positioniert sich frontal oder seitlich hinter dem Objekt. Es dient dafür, das Objekt im Bild von seinem Hintergrund abzuheben. Einige Foto- und Videografen verzichten darauf, weil das Back-Light manchmal unnatürlich wirkt. Zum Einsatz kommen sollte es vor allem dann, wenn das Objekt ungewollt mit seinem Hintergrund "verschmilzt" und das Bild deshalb flach wirkt. Ob sich ein Back-Light lohnt, ist deshalb auch immer von der Situation abhängig und davon, ob es hilft die gewünschte Wirkung des Fotos zu unterstützen.

Diese "Regeln" sind keinesfalls in Stein gemeißelt – wie bei jeder anderen Art der Bildgestaltung gilt, dass die Belichtung die Geschichte einer Person oder eines Objektes untermalen sollte. Deshalb gibt es bei der Beleuchtung auch kein "richtig" oder "falsch". Vielmehr geht es darum – wie so häufig im Leben – den Standard zu kennen, um ihn in der richtigen Situation zu durchbrechen, um ein einzigartiges Kunstwerk zu kreieren. Experimentierfreude bei der Lichtgestaltung ist also keineswegs falsch – im Gegenteil, erst durch das Probieren verschiedener Beleuchtungen und deren Wirkung auf den Betrachter kommt Freude auf.

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