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Energiewende Energie Orbital O2: Die stärkste schwimmende Turbine der Welt nimmt den Betrieb auf

Wenn die Flügel hochgefahren werden, beträgt der Tiefgang nur drei Meter.
Wenn die Flügel hochgefahren werden, beträgt der Tiefgang nur drei Meter.
© Orbital Marine Power / PR
Die Turbinen-Boje O2 ist bei den Orkneyinseln angekommen. Sie ist das leistungsstärkste System dieser Art und soll kostengünstig in Serie produziert werden.

Auf den Fotos sieht O2 aus wie ein Raumschiff, das im Wasser gestrandet ist. Tatsächlich handelt es sich um die "leistungsstärkste Gezeitenturbine der Welt". Derzeit wird O2 bei den Orkneyinseln verankert. Dort wird sie auf dem Meer installiert, gewinnt den Strom aber nicht aus dem Auf und Ab der Wellenbewegung, sondern aus dem Wechsel von Ebbe und Flut. Sie soll die Kraft der Gezeiten wesentlich kostengünstiger in Energie verwandeln als bisherige Staudammanlagen. Anders als bei Gezeitenkraftwerken, die am Ufer fest installiert werden, schwimmt O2 im Meer und wird nur am Boden verankert. Man investiert also nur in die Turbine und die Träger-Boje, muss aber keinen Damm finanzieren, der obendrein die Küste verschandelt.

Ebbe und Flut entstehen, weil die Schwerkraft des Mondes auf die Meere einwirkt, an bestimmten Stellen im Meer wie Meerengen wird der Effekt noch gesteigert, das ist das ideale Revier von Turbinen wie 02. Zwar schwanken auch die Gezeiten, doch der große Vorteil dieser regenerativen Energie ist, dass sie über das ganze Jahr und sowohl tags wie auch nachts verlässlich Energie produziert.

Frei drehbare Rotoren

Im Meer können Kanäle angelegt werden, um die Strömungsgeschwindigkeit zu steigern, in der Mitte wird das Kraftwerk mit vier Trossen am Boden fixiert. Unter der langen Plattform hängen an 18 Metern langen Gelenkarmen zwei Rotoren mit 20 Metern Durchmesser. Für die Wartung können die Turbinen an die Oberfläche gehoben werden, sodass keine aufwendigen Taucheinsätze notwendig sind. Der Tiefgang kann auf drei Meter reduziert werden, die ganze Anlage kann daher auch mit kleinen Booten bewegt werden. Die kombinierte Fläche der Rotoren beträgt 600 Quadratmeter, an den Armen können die Rotoren in die Strömung gedreht werden, ohne den Rumpf um zu justieren.

Im Prinzip ist die 02 eine XXL-Hochseeversion von schwimmenden Turbinen, die in schnell fließenden Flüssen verankert werden können und seit Langem in Serie produziert werden. Die Plattform von 02 ist dann auch 74 Meter lang. Das Unternehmen sagt, sie "hat die Fähigkeit, genug sauberen, vorhersehbaren Strom zu erzeugen, um den Bedarf von etwa 2000 britischen Haushalten zu decken und etwa 2000 Tonnen CO2-Produktion pro Jahr auszugleichen." O2 wäre damit die weltweit stärkste schwimmende Gezeitenturbine. Gedacht ist das System für eine Serienproduktion. Vor allem an die Kosten wurde gedacht.

Für die Serienproduktion konzipiert

"Orbital O2 wurde für den kostengünstigen Zugriff auf alle Systeme und Komponenten entwickelt, von denen sich die überwiegende Mehrheit innerhalb des schwimmenden Aufbaus befindet, um eine einfache Wartung vor Ort zu ermöglichen", schreibt Orbital Marine Power in einer Pressemitteilung. Diese Bojen können in Serie in der Fabrik oder Werft gebaut werden. Da sie über das Meer zum Einsatzort geschleppt werden, haben sie nicht die Probleme, die ein Transport über Land mit sich bringt.

Laut Andrew Scott, dem CEO von Orbital Marine Power, "ist die Orbital O2 eine kostengünstige Lösung für zukünftige kommerzielle Projekte. Diese optimierte Turbine wird die Gezeitenmärkte auf der ganzen Welt mit einem wettbewerbsfähigen Preis erschließen und den Regulierungsbehörden und Investoren eine neue, berechenbare Option für erneuerbare Energien bieten."

Mini-Windkraftwerk

Sehen Sie im Video: Mini-Windkraftanlage – Energiegewinnung schon bei kleinsten Luftbewegungen.

Wellen- und Gezeitenenergie werden im Energiemix der Zukunft einen wichtigen Platz einnehmen, da sie nicht dem Erzeugungsrhythmus von Wind und Solarenergie folgen und kontinuierlicher Strom produzieren können. Außerdem ist der Eingriff in Ökosysteme und das Landschaftsbild bei den schwimmenden Plattformen geringer als bei festen Installationen. In der Entwicklung und Erprobung liegt diese Form der Wasserkraft Jahrzehnte hinter der Windenergie zurück.

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